Als sich am Samstagabend die Tore von Kloster Eberbach für die 20 Gewinner eines exklusiven Hörergewinnspiels des Radiosenders hr1 öffneten, begann für die Gäste eine Reise, die Vergangenheit und Gegenwart auf eindrucksvolle Weise miteinander verband. Ein Erlebnis, das so nur an diesem Ort möglich ist.
Vor 40 Jahren entstand hier das monumentale Filmepos „Der Name der Rose“ nach dem Bestseller von Umberto Eco und machte die ehemalige Zisterzienserabtei im Rheingau weltberühmt. Und genau hier, zwischen romanischen Bögen und jahrhundertealten Mauern, wurde die Geschichte um mysteriöse Mönchs-Morde an diesem Abend erneut erzählt…
Begleitet von Klostervorstand Julius Wagner führten die Wege dorthin, wo sonst der Zutritt verwehrt bleibt. Verborgene Räume, verschlossene Pforten, stille Gänge, die ikonische „Verbotene Tür“, die im Film zur geheimen Bibliothek führt – Orte voller Geheimnisse, die an die düstere Atmosphäre des Films erinnerten.
In der Schatzkammer der Hessischen Staatsweingüter wartete ein weiterer Moment, der Vergangenheit sinnlich erfahrbar machte: Ein Eiswein aus dem Jahr 1986, „Heppenheimer Centgericht“ Riesling, dem Jahr, in dem „Der Name der Rose“ in die Kinos kam.
Der Höhepunkt des Abends lag dann in der Begegnung mit einem Mann, der Teil dieser Filmgeschichte ist: Dem Schweizer Urs Althaus, der gerade seinen 70. Geburtstag feierte. Als Mönch Venantius stand er einst selbst vor der Kamera in Kloster Eberbach, drehte mit dem legendären Regisseur Jean-Jacques Annaud.
Nun kehrte er zum ersten Mal zurück – nach einem Leben, das von Wandel und Tiefe geprägt ist. Nicht als Figur, sondern als Erzähler seines eigenen, bewegten Lebens. „Hier zu sein, ist etwas Besonderes. Man spürt die Geschichte in jedem Stein – und erinnert sich sofort an die Atmosphäre der Dreharbeiten damals“, so der Schauspieler. „Für mich ist es seit dem ersten Moment eine emotionale Reise in meine eigene Geschichte und Vergangenheit.“
Mit großer Offenheit und Nähe berichtete Althaus von den Dreharbeiten, von der intensiven Atmosphäre am Set und von Begegnungen mit Filmlegenden wie Sean Connery und Christian Slater. Über mehrere Stunden inklusive eines gemeinsamen Essens in der Klosterschänke nahm er die Gäste nicht nur mit hinter die Kulissen der Produktion, sondern sprach auch über die Stationen seines Lebens. „Der Film war ein wichtiger Teil meiner Geschichte – aber längst nicht die ganze“, sagte er und schlug damit eine Brücke von der Filmwelt zu sehr persönlichen Erfahrungen. So reichten seine Geschichten weit über den Film hinaus, erzählten von Umbrüchen, persönlichen Herausforderungen – von einer Modelkarriere, Drogensucht, lebensbedrohenden Krankheiten – und von der Kraft, immer wieder neue Wege zu finden.
Als zum Abschluss in der Basilika die ersten eindrucksvollen Szenen des Filmes leuchteten, verschmolzen Vergangenheit und Gegenwart endgültig miteinander und fügten sich zu einem eindrucksvollen Ganzen.
„Dass Urs Althaus nach 40 Jahren an diesen Ort zurückkehrt, an dem einst Filmgeschichte geschrieben wurde, ist schon etwas ganz Besonderes. Mich hat vor allem berührt, mit wie viel Offenheit, Wärme und Witz er diesen Abend geprägt hat. Genau das liebe ich an Kloster Eberbach: Wenn große Geschichte plötzlich ganz persönlich wird“, so das Fazit von Klostervorstand Julius Wagner.
Der Abend war der Startschuss des Jubiläumsjahres „40 Jahre ‚Der Name der Rose „, mit dem Kloster Eberbach seine besondere Rolle als Drehort würdigt. Mit den Kinonächten am 2., 3. und 4. Oktober, einem Podcast, weiteren Veranstaltungen, einer Ausstellung und besonderen Führungen wird diese einzigartige Verbindung von Kulturgeschichte und Film auch in den kommenden Monaten erlebbar sein.