Antike Ruinen, monumentale Bauwerke und lebendige Traditionen tragen dazu bei, das touristische Angebot zu erweitern. Getragen von der wachsenden Nachfrage nach authentischen Erlebnissen und verstärkten internationalen Bemühungen zum Schutz des kulturellen Erbes verzeichnet dieser Bereich weiterhin ein starkes Wachstum. Studien zufolge wird der weltweite Markt für Kulturtourismus im Jahr 2025 auf 624,55 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll bis 2033 auf 936,97 Milliarden US-Dollar anwachsen. Innerhalb dieses dynamischen Umfelds nimmt Türkiye eine führende Rolle ein. Die weite Landschaft Anatoliens, die zahlreichen Zivilisationen eine Heimat bot, spiegelt sich bis heute in einem außergewöhnlich reichen historischen Erbe wider, das nahezu jede Region des Landes prägt.
Antalya, oft als Tourismus-Hauptstadt von Türkiye bezeichnet, gilt als eines der eindrucksvollsten Tore in die Vergangenheit. An der Schnittstelle der antiken Regionen Lykien, Pamphylien und Pisidien gelegen, eröffnet die Stadt einen facettenreichen Blick auf die Geschichte. Antike Theater, kunstvoll gearbeitete Marmorbauten und weitläufige Ruinenlandschaften lassen Antalya wie ein Freilichtmuseum erscheinen, in dem sich die Spuren vergangener Zivilisationen bis heute erhalten haben.
Der historische Rundgang beginnt in Xanthos, der ehemaligen Hauptstadt Lykiens, die gemeinsam mit dem Heiligtum Letoon zum UNESCO-Welterbe zählt. Inschriften aus dieser Region lieferten entscheidende Hinweise zur Entzifferung der lykischen Sprache. Unweit davon liegt Patara, ein bedeutendes Zentrum des Lykischen Bundes und zugleich Geburtsort des heiligen Nikolaus. Die Stadt beeindruckt mit ihrem gut erhaltenen Versammlungsgebäude, das als frühes Zeugnis demokratischer Strukturen gilt, sowie mit einem eindrucksvoll restaurierten Leuchtturm. Ergänzt wird das Bild durch einen weitläufigen Strand, der als geschützter Lebensraum für Caretta-Caretta-Schildkröten bekannt ist.
Mit Myra folgt eine weitere bedeutende Station der lykischen Geschichte. Besonders eindrucksvoll sind die in den Fels gearbeiteten Gräber, deren Reliefs bis heute gut erhalten sind. Auch die Nikolauskirche erinnert an die enge Verbindung der Stadt mit dem heiligen Nikolaus, der hier als Bischof wirkte.
Weiter östlich öffnet sich mit Perge eine der am besten erhaltenen antiken Städte im Mittelmeerraum. Breite Säulenstraßen, römische Thermen, Marktplätze sowie ein großes Theater und ein Stadion zeugen von der einstigen Bedeutung der Stadt. Perge war zudem für seine Skulpturenkunst bekannt und spielte eine besondere Rolle in der Geschichte der Region, auch durch die Stellung von Frauen im öffentlichen Leben. Heute ist die Stadt Teil des bekannten St.-Paulus-Weges.
Den Abschluss bildet Side, einst eine der wichtigsten Hafenstädte Pamphyliens. Monumentale Ruinen prägen das Stadtbild und führen direkt an die Küste, wo der Apollontempel besonders bei Sonnenuntergang eine eindrucksvolle Kulisse bietet und als eines der bekanntesten Wahrzeichen Antalyas gilt.
Auch in den Abendstunden bleibt die antike Geschichte erlebbar. Im Rahmen der Aktion Nachtmuseen sind bedeutende Stätten wie Aspendos, Patara und Side in den Sommermonaten bis 22 Uhr geöffnet. Weitere Orte, darunter Perge, Myra und das Archäologische Museum von Side, können bis 21 Uhr besucht werden. Für das Jahr 2026 ist eine Ausweitung dieses Angebots geplant.
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