Der heute veröffentlichte IPC-Bericht (https://www.ipcinfo.org/ipc-country-analysis/details-map/en/c/1165303/?iso3=PSE) liefert dramatische Kennzahlen zur Ernährungs- und Versorgungslage in Gaza. Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, die seit Jahren unter Krieg, Vertreibung und Verlust leiden. Mehr als die Hälfte des Gazastreifens ist für die Bevölkerung inzwischen nicht oder nur eingeschränkt zugänglich. Entlang der sogenannten gelben und orangenen Linien, die den Beginn der militärischen Zone markieren, werden viele Familien an der Rückkehr in ihre Heimatgebiete gehindert. Auch für Hilfsorganisationen sind diese Gebiete kaum oder nicht mehr erreichbar. Millionen Menschen leben deshalb nach wie vor auf engstem Raum in Notunterkünften und sind für ihr Überleben auf humanitäre Hilfe angewiesen. Der Bericht macht deutlich: Für die Menschen in Gaza ist die Krise nicht vorbei, sie bestimmt weiterhin ihren Alltag.
Statement von Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland, zum heute veröffentlichten IPC-Bericht für Gaza:
„Der neue IPC-Bericht zur Ernährungslage in Gaza erinnert uns daran, dass hinter jeder Zahl Menschen stehen. Menschen, die nach wie vor nicht wissen, ob sie morgen genug zu essen haben. Eltern, die auf Mahlzeiten verzichten, damit ihre Kinder satt werden. Familien, die seit Jahren in provisorischen Unterkünften leben und nicht wissen, wann und ob sie überhaupt wieder nach Hause zurückkehren können. Kinder in Gaza wachsen zwischen Trümmern auf und erleben eine Kindheit, die von Traumata geprägt ist.
Die Lage bleibt äußerst fragil. Dass sich die Situation nicht weiter verschlechtert hat, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass nach der vermeintlichen Waffenruhe etwas mehr humanitäre Hilfe in den Gazastreifen gelangen konnte. Doch diese Hilfe reicht weiterhin nicht aus, um den enormen Bedarf zu decken. Die Menschen leben am Rande dessen, was sie bewältigen können. Jeder leichte Rückgang der Hilfsmaßnahmen, jede erneute Einschränkung des Zugangs und jede weitere Eskalation der Gewalt drohen die Krise wieder zu verschärfen.
Humanitäre Hilfe rettet Leben. Aber kein Mensch sollte dauerhaft von ihr abhängig sein, um den nächsten Tag zu überstehen. Die Menschen in Gaza brauchen nicht nur Hilfe zum Überleben, sondern Hoffnung auf eine Zukunft in Sicherheit und Würde. Sie brauchen ein dauerhaftes Ende der Gewalt, Schutz und die Chance, ihr Leben wieder selbst aufzubauen.“
Für Interviewanfragen steht Generalsekretär Karl-Otto Zentel zur Verfügung.
CARE Deutschland verurteilt den brutalen Terrorangriff auf Israel vom 7. Oktober 2023 sowie jegliche Gewalt gegen die Zivilbevölkerung durch die Konfliktparteien zutiefst. CARE fordert die Einhaltung des humanitären Völkerrechts durch alle Konfliktparteien, einen dauerhaften und verlässlichen Waffenstillstand, den ungehinderten Zugang von humanitärer Hilfe nach und innerhalb von Gaza sowie die Evakuierung von Kranken und Verletzten.
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