Mit fast zwei Millionen Euro unterstützt die José Carreras Leukämie-Stiftung zwei wichtige Forschungsprojekte im Rahmen ihres Schwerpunktprogramms. Beide Teams befassen sich mit der Frage, warum manche Menschen ein erhöhtes Risiko für Blutkrebs wie Leukämien oder Lymphome haben. Ziel ist es, die mögliche Erkrankung früher zu erkennen und womöglich schonender zu behandeln.
Mit dem neuen José Carreras-Schwerpunktprogramm zum Thema „Molekulare Mechanismen von erworbenen und angeborenen Prädispositionen für Leukämie-, Lymphom- oder Myelom-Erkrankungen im Kindes- und Erwachsenenalter“ werden im pädiatrischen Bereich die Teams um Prof. Dr. Julia Hauer (Kinderklinik München-Schwabing) in München/Düsseldorf/Erlangen und im Erwachsenenbereich die Gruppen um Dr. Dr. Mirco Friedrich (Deutsches Krebsforschungszentrum) in Heidelberg/London für einen Zeitraum von drei Jahren gefördert.
„Die José Carreras Leukämie-Stiftung fördert seit über 30 Jahren die Forschung. Heute sind dank des medizinischen Fortschritts Leukämien und andere schwere Blut- und Knochenmarkerkrankungen in vielen Fällen heilbar. Unser aktueller Fokus ist deshalb, zum einen noch mehr Leben zu retten, aber zum anderen Therapien zu entwickeln, die für die Patienten erträglicher sind und weniger gravierende Nebenwirkungen haben“, erklärt Dr. Ulrike Serini, Geschäftsführerin der José Carreras Leukämie-Stiftung, zum Weltkrebsforschungstag am 24. September.
Pädiatrische Krebsforschung
Mit 1,1 Millionen Euro fördert die José Carreras Leukämie-Stiftung das Forschungsprojekt „Synergie zwischen genetischer Veranlagung und klonaler Hämatopoese bei Überlebenden von Leukämie und Lymphomen im Kindesalter“, das an den Universitätskliniken in Erlangen, Düsseldorf und München durchgeführt wird. Dabei untersucht die Forschungsgruppe, welche Prozesse im Körper eine Erkrankung auslösen können. „Ziel ist es Kinder mit einem Risiko für Krebserkrankungen präventive Maßnahmen anbieten zu können“, erklärt Prof. Dr. Julia Hauer, Leiterin der Kinderklinik in München-Schwabing in der Kooperation der München Klinik und der Technischen Universität München. Prof. Dr. Hauer: „Das Thema klonale Hämatopoese ist im Prinzip ein Thema, das hauptsächlich aus der Erwachsenenmedizin kommt und bedeutet, dass es altersabhängig genetische Veränderungen in blutbildenden Stammzellen bei Patienten mit Krebserkrankungen geben kann, die dann schlussendlich zu Begleiterkrankungen führen können. Wir möchten beleuchten, ob dieses Thema auch im Kindesalter eine Rolle spielt.“
Krebsforschung im Erwachsenen-Bereich
Mit 720.000 Euro unterstützt die José Carreras Leukämie-Stiftung das Forschungsprojekt „Analyse der Immunüberwachung beim Übergang vom schwelgenden zum manifesten multiplen Myelom“, an dem Dr. Dr. Mirco Friedrich, Leiter der Gruppe Hämatologie und Immune Engineering am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, in Kooperation mit Prof. Dr. Kwee Yong vom University College in London arbeitet. Dr. Dr. Friedrich: „Ein Multiples Myelom ist eine unheilbare Erkrankung. Deren Vorstufe, das Smoldering Multiple Myeloma, entwickelt sich nur in seltenen Fällen zu einem Multiplen Myelom. Wir wollen verstehen, welche Faktoren dafür verantwortlich sind, um nur in diesen Fällen eine Therapie, die mit Nebenwirkungen verbunden ist, einzuleiten.“
Der finanzielle Bedarf der Krebsforschung
Prof. Dr. Julia Hauer: „Die Forschung ist heutzutage sehr komplex geworden. Man braucht große Patientenkohorten, um wirklich relevante Ergebnisse ableiten zu können. Das geht am besten in Netzwerkstrukturen. Mit der Förderung der José Carreras Leukämie-Stiftung haben wir außerdem die Möglichkeit, über einen relativ langen Zeitraum eine großvolumige Förderung zu bekommen. Das erhöht die Aussicht auf wirklich relevante Ergebnisse, die dann auch Einfluss auf die Patientenversorgung nehmen.“
Dr. Dr. Mirco Friedrich: „Solche Projekte benötigen einen sehr langen Atem. Die Patientinnen und Patienten müssen über viele Jahre begleitet werden. (…) Es gibt nur wenige Förderprogramme, die sich gezielt mit Krebsvorstufen und der therapeutischen Krebsprävention beschäftigen. Entweder es geht um epidemiologische Krebsprävention, oder es geht um direkte Therapiestudien der Pharmafirmen. Genau deshalb ist die Unterstützung durch die José Carreras Leukämie-Stiftung für diese Forschung von so großer Bedeutung.“
Die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung
Außerdem fördert die José Carreras Leukämie-Stiftung regelmäßig dank Spenden Forschungs-, Infrastruktur- und Sozialprojekte in den Bereichen Leukämie und verwandten Blut- und Knochenmarkerkrankungen. Um weitere Spenden zu sammeln, lädt José Carreras jedes Jahr gemeinsam mit seinen internationalen und nationalen Künstlerfreunden zur großen José Carreras Gala ein. Die 32. José Carreras Gala findet am Mittwoch, 16. Dezember 2026, in Leipzig statt und wird live ab 20.15 Uhr vom MDR und erstmal auch vom HR übertragen.
Mehr über die Projektförderung der José Carreras Leukämie-Stiftung und die José Carreras Gala unter www.carreras-stiftung.de.
Video-Interviews mit Prof. Dr. Julia Hauer und Dr. Dr. Mirco Friedrich sehen Sie hier: https://www.youtube.com/@DJCLStiftung
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