
Als 2020 Hamsterkäufe dazu führten, dass das Toilettenpapier überall ausverkauft war, konnte man noch darüber schmunzeln. Denn das Hamstern war letztlich unbegründet und ein wirklicher Mangel nicht in Sicht. Heute sieht das etwas anders aus. Ob Sonnenblumenöl oder Neuwagen, immer mehr Produkte sind tatsächlich nicht mehr selbstverständlich überall verfügbar. Und wenn man sie bekommt, muss man angesichts des Preises mitunter erst mal schlucken. Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, gestörte Lieferketten und fehlende Arbeitskräfte sind in vielen Bereichen die Hauptursachen für die Schwierigkeiten. Neuerdings ist auch von Lieferengpässe bei Zigaretten die Rede. Für einige Raucher ist das aber kein Grund zum Hamsterkauf, sondern zum Abschied von der Zigarette.
Angespannte Lage auch in der Tabakbranche bemerkbar
Die Tabakbranche gilt eigentlich als vergleichsweise stabiler Markt. Doch auch sie hat in der aktuellen Situation Schwierigkeiten, wie unter anderem der Verband der deutschen Rauchtabakindustrie (VdR) einräumt. Die Lieferketten sind gestört und die rasant gestiegenen Energiepreise lassen die Produktions- und Lieferkosten anwachsen.
Rohstoffe zu bekommen ist schwerer. Zwar ist nicht unbedingt der Tabak knapp, aber das Papier. Und das wird nicht nur für Zigaretten, sondern vor allem auch für Verpackungen gebraucht. Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartige Erzeugnisse (BVTE) spricht dabei noch nicht von Lieferschwierigkeiten und zeigt sich gelassen.
Viele Raucher sind dennoch verunsichert. Denn auch wenn Zigaretten problemlos verfügbar bleiben, werden sie den explodierenden Preisen wohl kaum entgehen und damit immer mehr zum kaum erschwinglichen Luxusgut.
Hamstern, gelassen bleiben oder verzichten?
Die etwa 12 Millionen Raucher in Deutschland reagieren unterschiedlich auf die schlechten Nachrichten. Einige versuchen es tatsächlich mit Hamsterkäufen und bevorraten sich mit ihrer bevorzugten Zigarettenmarke. Andere bleiben gelassen und warten die Entwicklungen ab. Und wieder andere sehen den endgültigen Anreiz zum Aufhören gekommen.
Dafür gibt viele gute Gründe. Und die enden längst nicht bei hohen Preisen und enormen Einsparungsmöglichkeiten. Das Risiko für lebensgefährliche Erkrankungen wie Herzinfarkt, Lungenkrebs oder das Raucherbein steigt mit jeder Zigarette. Auch ohne schwerwiegende Erkrankung machen sich mit steigendem Alter die Auswirkungen des Rauchens durch Probleme wie Kurzatmigkeit und ein schlechtes Hautbild bemerkbar. Und sogar Umwelt und Klima profitieren vom Rauch-Stopp.
Aufhören ist heute leichter
Obwohl viel dafür spricht, fällt das Aufhören besonders langjährigen Rauchern meist nicht leicht. Allerdings ist es heute mitunter leichter als in früheren Zeiten, denn Hilfsmittel und Unterstützung für das Abgewöhnen gibt es viele.
Beispielsweise können Raucher zur Entwöhnung oder dauerhaft auf die E-Zigarette umsteigen. Auch sie ist nach wie vor nicht gänzlich unumstritten, gilt aber gemeinhin als deutlich weniger gesundheitsschädlich als Zigaretten. Ein großer Vorteil der E-Zigarette ist, dass sie bei der Rauchentwöhnung nicht nur den körperlichen Entzug vom Nikotin erleichtern kann. Die Gewohnheit des Rauchens abzulegen, fällt vielen Rauchern noch deutlich schwerer und hier kann die E-Zigarette durchaus hilfreich sein. Wahlweise kann die E-Zigarette mit Tabakaroma und Nikotinzusatz genutzt werden, was langjährigen Rauchern den Umstieg oft zusätzlich erleichtert.
Es gibt noch weitere Hilfen, die für die Rauchentwöhnung Erleichterung versprechen. Gegen den körperlichen Nikotinentzug können beispielsweise Nikotinkaugummis oder -pflaster helfen. Auch alternative Methoden wie Hypnose oder Akupunktur werden gern eingesetzt. Einige Maßnahmen können sogar von der Krankenkasse bezuschusst werden.
Bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt es ausführliche Informationen zu Unterstützungsangeboten.