Auch die Vagina braucht Pflege

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Schon lange bevor die Menschen einen Zusammenhang zwischen mangelnder Hygiene und Erkrankungen festgestellt haben, galt das Baden als kultureller Ritus zum Alltag dazu. In der Antike spielte die Sexualhygiene bereits eine besonders bedeutende Rolle. So legte man bei Prostituierten sehr hohen Wert auf Reinlichkeit. Die ersten Erkenntnisse über sexuell übertragbare Krankheiten gehen bis in das 7. Jahrhundert n.Chr. zurück und die mittelalterliche Medizin wusste schon Rat für viele Frauenbeschwerden.

Heutzutage spielt Intimpflege nicht mehr nur im gesellschaftlich-kulturellen Kontext eine wichtige Rolle. Für die tägliche Pflege finden Frauen verschiedenste Produkte in Drogerien und Apotheken, die aber nicht immer sinnvoll sind. Dies liegt daran, dass die Scheidenflora mit einem ph-Wert von 4 bis 4,5 milchsauer ist und viele Pflegeprodukte durch ihre alkalischen Eigenschaften hier störend wirken können, bisweilen auch die Scheidenflora angreifen und zerstören können und so Beschwerden verursachen oder die Bildung von Pilzen begünstigen. Daher sollten Frauen keine übertriebene Scheidenhygiene betreiben. In der Regel genügt das Waschen mit Wasser und allenfalls einer ph-neutralen Seife. Auf Waschlappen sollte man verzichten. Grundsätzlich besitzt die Scheide eine selbstreinigende Funktion. Daher auch ihr milchsaures Milieu, das diese Funktion unterstützt.

Dem entgegen gibt es auch Möglichkeiten, die Scheide besonders zu pflegen und die Scheidenflora zu stärken. Ein traditionelles, einfaches Mittel macht sich die milchsaure Flora zu Nutze. So wirkt es heilend und stärkend, die Scheide gelegentlich mit neutralem Joghurt zu behandeln. Diesem können ein paar Tropfen Teebaumöl zugesetzt werden. Auf andere Zusätze oder Duftstoffe sollte dringend verzichtet werden, da diese schädlich sein können.

Im Alltag können Frauen die Gesundheit ihrer Scheide auch durch ihre Kleidungswahl beeinflussen. Slips aus Baumwolle sind atmungsaktiv und verursachen keine Ansammlung von Schweiß in der Scheidenregion. Außerdem können die meisten Baumwollhöschen auf 60 Grad gewaschen werden. Nur so kann garantiert werden, dass Keime und Bakterien in der Wäsche vollständig entfernt werden.

Auch für Männer ist die regelmäßige Intimpflege von großer Bedeutung, da es sonst zu Ausschlägen und Entzündungen kommen kann. Auch die tückischen HPV-Viren haben dann bessere Chancen, sich zu vermehren, was wiederum auch eine Gefahr für die Partnerin oder den Partner darstellt.

Dr. Sonnhild Zwetkow berät in ihrer gynäkologischen Praxis in allen medizinischen Belangen Mädchen und Frauen betreffen und steht gerne jederzeit für Rückfragen zur Verfügung.

Beitrag von auf 3. Mai 2011. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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