Üblicherweise Ende Januar, wenn die Tage allmählich wieder milder werden, ist es an der Zeit, die Obstbäume und Sträucher im Garten zu schneiden. Von der Qualität des Schnitts hängt wesentlich der Ertrag der Bäume ab.
Der Oeschbergschnitt wurde 1930 von Hans Spreng in der Schweiz entwickelt und von dem Obstbaumexperten und “Remstalrebellen” Helmut Palmer weiterentwickelt. Beim Oeschberg/Palmer-Schnitt stehen die Kronenerziehung und die Rationalisierung der Schnittmaßnahmen im Vordergrund.
Vereinfacht dargestellt lässt der Baumwart beim Oeschberg/Palmer-Schnitt drei oder mehr Leitäste stehen, Konkurrenzäste werden weggeschnitten, die später tragenden Seitentriebe (”Fruchtäste”) werden waagrecht gebunden. Diese Triebe bilden zwar Knospen, aber keine Fortsätze mehr. Zudem sollten Wasserschosse, totes Holz und von Blattläusen in Mitleidenschaft gezogene Triebe entfernt werden. Zur Pflege jedes Baumes gehört zudem die Behandlung von faulenden oder verletzten Stellen.
Der Oeschberg/Palmer-Schnitt hat eine ganze Reihe von Vorteilen. So garantiert die ausgelichtete Baumkrone den höchstmöglichen Lichteinfall, was sich positiv auf die Qualität der Ernte auswirkt. Zudem halten sich die Folgearbeiten in den Jahren nach erfolgtem Schnitt in Grenzen. Die Baumkrone muss lediglich ausgelichtet werden, was nach entsprechender Anleitung auch Laien leicht selbst übernehmen können. Ohnehin: Der Oeschberg/Palmer-Schnitt unterscheidet sich von vielen anderen Baumschnittvarianten auch dadurch, dass er innerhalb kurzer Zeit erlernbar ist.