Das Goldgräbertal im Nationalpark Hohe Tauern

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Mann bei Greifvogelschau Falkner mit Adler (c) David Innerhofer (Tourismusverband Rauris)
 

Gold und Geier, Urquellen und Urwälder: Das 30 Kilometer lange Raurisertal mit seinen fünf Seitentälern ist die größte Gemeinde im Nationalpark Hohe Tauern und eines der ursprünglichsten Hochtäler der Alpen.

Im Salzburger Raurisertal mit seinen fünf Seitentälern steckt nahezu alles, was den 1.800 km² großen Nationalpark Hohe Tauern einzigartig macht. Das Seidlwinkltal war einst eine Hauptroute für den Saumhandel über die Alpen in den Süden. Im Krumltal leben Steinadler, Bart- und Gänsegeier in freier Wildbahn. Das Hüttwinkltal dreht das Rad zurück in die legendäre Goldgräberzeit. Das Gaisbachtal und Forsterbachtal, in denen einst „Wildfrauen“ und Kräuterweiblein gelebt haben sollen, sind bekannt für ihre unberührte Natur, ihre Blumenvielfalt und die vielen Wanderwege.

Alles, was glänzt ist Tauerngold

Die Suche nach dem Tauerngold prägte über 1.000 Jahre die Geschichte des Raurisertales – und den Reichtum der Salzburger Erzbischöfe. Zur Hochblüte des Bergbaus um 1550 wurden zehn Prozent des weltweiten Goldvorkommens aus den Goldbergen in Kolm Saigurn am Fuße des Hohen Sonnblicks geholt. Die Goldgräber-Ära endete erst 1929 und hinterließ ihre Spuren: Stollen und Ruinen von Bremser- und Radhäusern in Kolm Saigurn, Knappenhäuser und heute noch bewohnte Gewerkenhäuser im Markt. Das Talmuseum räumt dem letzten Gewerken im Raurisertal, Erfinder und Pionier Ignaz Rojacher (1844–1891), einen eigenen Platz ein. Er brachte Europas höchstes ganzjährig betriebenes Wetterobservatorium auf den Hohen Sonnblick (3.106 m). Große und kleine Schatzsucher können auch im 21. Jahrhundert im Raurisertal an zwei Goldwaschplätzen „steinreich“ werden: beim Original Goldwaschplatz Bodenhaus werden die Golfflitter aus der Hüttwinklache gewaschen. Die Goldwaschanlage Heimalm, mit zwei Meter hohem Wasserrad und Mineralienwelt, ist an der Mittelstation der Rauriser Hochalmbahn angelegt.

An der Quelle des Lebens

Im Raurisertal gibt es 300 natürliche Quellen, 60 Brunnen und -tröge, Kneipp- und Wasserspielplätze. Es sprudelt am Wasserinformationsweg im Seidlwinkltal, es glitzert und gluckert bei Exkursionen mit Nationalpark-Rangern in den Rauriser Urwald mit seinen über 80 dunklen Moortümpeln, Sturzfichten, Zirben und Moosen. Besonders sehenswert ist das Biotop „Rauriser Urquell“ mit dem „Waldgeheimnis“, einem kleinen Waldsee, der von einem Tag auf den anderen verschwindet und wiederkommt. Der 2,8 Kilometer lange Wasserfallweg in Kolm Saigurn führt in einer Runde an fünf imposanten Wasserfällen vorbei. Ein geradezu überschäumendes Naturschauspiel ist die Kitzlochklamm bei Taxenbach. Dort gräbt sich die Rauriser Ache seit Jahrtausenden in den schimmernden Kalkschieferstein ein und eine der schönsten Schluchten in den österreichischen Alpen gebildet. Von Mai bis in den Oktober kann man durch die Kitzlochklamm bis zur Embacher Wallfahrtskirche Maria Elend wandern.

Was machen die Geier im wilden Krumltal

Bis zu 30 Bartgeier richten im Sommer in der Moosen- und der Rotwand im ursprünglichen Krumltal ihre Schlafplätze ein. Die majestätischen Tiere mit bis 2,9 Meter Flügelspannweite zählen zu den größten Greifvögeln Europas und zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt. Einmal pro Woche werden im Sommer geführte Wanderungen mit einem Nationalpark Ranger auf dem Lehrweg „Könige der Lüfte“ organisiert. Dabei können mit etwas Glück auch Steinadler, Murmeltiere oder Gämsen in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden. Noch näher heran an die Könige der Lüfte – an Adler, Eulen und Falken – kommen Besucher an der Greifvogelwarte auf der Hochalm. Zu den spektakulären Flugvorführungen gelangt man ganz einfach mit den klimaneutralen Rauriser Hochalmbahnen.

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Beitrag von auf 4. Februar 2021. Abgelegt unter Urlaub & Reisen, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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