Dr. Martina Lukas im Apotheken Umschau-Podcast „Klartext Corona“über Parallelen zwischen Long Covid und dem Chronischen Fatigue-Syndrom (CFS): „Long Covid kann tendenziell jeden betreffen“ (FOTO)

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Dr. Martina Lukas ist Fachärztin für Kardiologie an der DKD Helios Klinik Wiesbaden und leitet seit diesem Winter eine Ambulanz für Long Covid-Patient:innen, die nach der zweiten Corona-Welle vermehrt über Luftnot und Leistungsabfall nach einer überwundenen Covid-19-Infektion klagen. Rund zehn Prozent der genesenen Covid-19-Patienten haben noch Monate danach mit gesundheitlichen Einschränkungen zu kämpfen. In der aktuellen Folge des „Klartext Corona“-Podcasts (https://www.apotheken-umschau.de/Coronavirus/-Podcast-Klartext-Corona–557647.html) der Apotheken Umschau beschreibt Dr. Lukas, dass Long Covid nicht selten vormals kerngesunde Menschen heimsucht. „Ich glaube, es kann tendenziell jeden betreffen. Die Patienten, die wir hier sehen, das sind meist Patienten, die einen harmlosen Verlauf zuhause hatten, und die Altersgruppe ist eher jünger, zwischen 25 bis 55 Jahre“, so Dr. Lukas. Ihr zufolge sind rund zwei Drittel der Patient:innen weiblich, vieler diese Patient:innen waren vor Covid-19 sportlich, liefen etwa Marathon. Und: Nicht nur die im Krankenhaus behandelten schweren Verläufe waren betroffen, sondern auch solche Patient:innen, die einen vermeintlich harmlosen Verlauf zuhause durchlebt hatten. Bei manchen Patient:innen verschwindet der Erschöpfungszustand jedoch wieder.

Sind Long COVID und Chronisches Fatigue-Syndrom identisch?

Long Covid-Patient:innen haben mit einer Mischung aus Erschöpfung, Luftnot, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen zu kämpfen, Muskelschmerzen spielen eine Rolle, Haarausfall, eine Störung des Geruchssinns. Auch kann die Erschöpfung in einer depressiven Störung münden. Manche dieser Patient:innen litten seit drei bis sechs Monaten unter diesen Symptomen, andere bereits seit der ersten Welle im März 2020, so Dr. Lukas.

Im Zusammenhang mit Long Covid wird auch immer wieder das Chronische Fatigue-Syndrom (CFS) genannt; ein wenig erforschtes Krankheitsbild mit ähnlicher Symptomatik, das im Verdacht steht, etwa vom Pfeiffer’schen Drüsenfieber (Epstein-Barr-Virus) ausgelöst zu werden. Patient:innen erleben einen lähmenden Erschöpfungszustand, der u.a. von permanenten Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen begleitet wird. Dennoch stellt Dr. Lukas klar: „Wir betrachten Post-Covid erst einmal als eigenständiges Erschöpfungssyndrom und versuchen, das mit den Möglichkeiten, die wir haben, zu erfassen und zu behandeln.“

Stellt Long Covid eine Chance für die Forschung an CFS dar?

Die Frage Anja Kopfs, ob die CFS-Patienten von einer verstärkten Forschung bezüglich Long Covid profitieren könnten, bejaht die Expertin allerdings. „Die Post-Covid-Patienten erzeugen letztendlich einen anderen Blickwinkel. Man sieht Erschöpfung anders und geht anders damit um. Insofern glaube ich, dass natürlich auch das Bewusstsein für Chronic Fatigue größer werden wird und vielleicht führen die Forschungsstränge, die Post-Covid und die Chronic Fatigue untersuchen, ja auch zusammen und am Ende gibt es vielleicht auch eine Lösung.“

Grenzen erkennen und sich innerhalb derer bewegen

Die mit Long COVID einhergehende Erschöpfung kann viele Gründe haben. Daher gelte es, diese kardiologisch, pulmologisch, neurologisch oder auch psychologisch abzuklären. Doch was Betroffene selbst konkret tun, um ihren Zustand zu verbessern? Nicht übertreiben, rät die Medizinerin. Wichtig sei es, die eigenen Grenzen zu erkennen und anzuerkennen, wobei auch geistige Belastung Energie koste. Mittelbar kann diese Strategie aufgehen: „Unsere Erfahrung ist, dass, wenn die Patienten innerhalb ihrer Grenzen bleiben, diese Grenzen immer größer werden und sich das Ganze schrittweise bessert.“

Die vollständige „Klartext Corona“-Podcastfolge mit Dr. Martina Lukas gibt es hier: https://www.apotheken-umschau.de/Coronavirus/-Podcast-Klartext-Corona–557647.html

„Klartext Corona“ auf einen Blick

Die Moderatoren Peter Glück, Anja Kopf und Dr. Dennis Ballwieser, Arzt, Geschäftsführer und Chefredakteur der Apotheken Umschau, nehmen die Sorgen der Menschen ernst. Sie informieren auf sachliche und gut verständliche Weise, interviewen Expert:innen aus unterschiedlichen Fachgebieten und geben den Zuhörenden nach dem Motto „Infos – Hilfe – Zusammenhalt“ praktische Tipps in dieser außergewöhnlichen Zeit. Alle Menschen sind eingeladen, sich mit Fragen (redaktion@gesundheithoeren.de) an das Podcast-Team zu wenden. Diese werden im Podcast beantwortet.

„Klartext Corona“ ist bei Apple Podcasts, Deezer, Google Podcasts, Spotify und allen weiteren bekannten Podcast-Plattformen zu finden und auch als Alexa Skill verfügbar. Zu allen Folgen: https://ots.de/xLiyga

Pressekontakt:

Dr. Judith Pöverlein
Tel. 089 / 744 33 343
E-Mail: presse@wortundbildverlag.de
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Beitrag von auf 14. Mai 2021. Abgelegt unter Gesundheit, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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