Ein Jahr nach Einführung: gravierende Informationsdefizite beim Entlassmanagement

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Ein Jahr nach Einführung des Rahmenvertrags Entlassmanagement (EM)
werden lediglich 35,8 Prozent der Krankenhauspatienten über das
Pflichtangebot des EM ihrer behandelnden Klinik informiert. Das ist
das Ergebnis einer aktuellen hkk Studie unter der Leitung von Dr.
Bernard Braun vom Bremer Institut für Arbeitsschutz und
Gesundheitsförderung (BIAG).

„Rahmenvertrag nicht erfüllt“

Noch weniger, nämlich 26,6 Prozent aller Patienten, wurden
schriftlich über Inhalt und Ziele des EM in Kenntnis gesetzt.
Studienleiter Dr. Braun: „Solange nicht ausnahmslos alle
Krankenhauspatienten mit einem nachstationären Behandlungsbedarf,
also mindestens die 42,1 Prozent schwer und chronisch Erkrankten,
vollumfänglich informiert werden, ist der Rahmenvertrag zum
Entlassmanagement nicht erfüllt. Erst wenn das erreicht ist, sind
eine erfolgreiche Vorbereitung der Krankenhauspatienten auf die Zeit
nach ihrem Klinikaufenthalt und ein optimaler Heilungsverlauf
möglich“, sagt Dr. Braun.

Kaum Entlasspläne

Der mangelhafte Informationsgrad hat somit zur Folge, dass weniger
als ein Fünftel (19,2 Prozent) der Patienten einen Entlassplan zu
ihrem Behandlungsbedarf an die Hand bekommen.

Zu wenig Unterstützung bei Antragsstellung

Von den Studienteilnehmern, die nach ihrer Entlassung
genehmigungspflichtige Leistungen der Krankenkasse benötigten,
erhielten weniger als ein Drittel (29,3 Prozent) Unterstützung bei
der Bearbeitung der dafür notwendigen Antragsunterlagen.
„Unerfreulich ist zudem, dass 37,1 Prozent derer, die eine
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung benötigen, keine bekamen“, sagt Dr.
Braun.

Lichtblicke Beratung, Entlassbrief und Medikationsplan

Besser sieht es bei der Aufklärung der Patienten über Art und
Behandlung ihrer Krankheit aus. 83,7 Prozent der Befragungsteilnehmer
gaben an, ausreichend über ihre Krankheit und Behandlung informiert
worden zu sein. Aber: 40,0 Prozent der Patienten erhielten keine
Erklärung zur Selbsthilfe zur Genesung, obwohl der Bedarf bestand.
Weiterhin wurde mit 45,7 Prozent entgegen der Notwendigkeit nicht
darüber gesprochen, wie sie nach ihrer Entlassung ihre gewohnten
Alltagsaktivitäten wieder aufnehmen könnten. 85,4 Prozent erhielten
einen (vorläufigen) Entlassbrief und 81,8 Prozent der Patienten, die
mindestens drei verordnete Arzneimittel einnehmen mussten, bekamen
einen Medikationsplan mit nach Hause.

Studie

Ein Jahr nach Einführung des Rahmenvertrags Entlassungsmanagement
hat die hkk dazu 1.200 Versicherte, die im April 2018 im Krankenhaus
waren, schriftlich befragt. Das Ziel des am 1. Oktober 2017 in Kraft
getretenen Rahmenvertrags ist es, die bedarfsgerechte,
kontinuierliche Versorgung der Patienten im Anschluss an die
Krankenhausbehandlung zu gewährleisten. Hierzu gehört unter anderem
eine strukturierte und sichere Weitergabe versorgungsrelevanter
Informationen.

Über die hkk Krankenkasse (Handelskrankenkasse): Die hkk zählt mit
mehr als 600.000 Versicherten (davon mehr als 460.000
beitragszahlende Mitglieder), 27 Geschäftsstellen und 2.100
Servicepunkten zu den großen gesetzlichen Krankenkassen. Ihr stabiler
Zusatzbeitrag von 0,59 Prozent (Gesamtbeitrag 15,19 Prozent) macht
sie seit Jahren zur günstigsten deutschlandweit wählbaren
Krankenkasse. hkk Kunden können im Vergleich zum Kassendurchschnitt –
abhängig von ihrem Einkommen – bis zu 271 Euro jährlich sparen;
gegenüber einer Kasse mit 1,7 Prozent Zusatzbeitrag sogar bis zu 589
Euro. Auch die Extraleistungen übertreffen den Branchendurchschnitt:
Unter anderem erstattet die hkk zusätzliche Leistungen im Wert von
über 1.000 Euro je Versicherten und Jahr in den Bereichen
Naturmedizin, Vorsorge und bei Schwangerschaft. Ergänzend fördert das
hkk Bonusprogramm Gesundheitsaktivitäten mit bis zu 250 Euro
jährlich. Für einen weiterführenden Gesundheitsschutz erhalten hkk
Kunden private Zusatzangebote der LVM-Versicherung zu
Sonderkonditionen. Die Verwaltungskosten der hkk liegen etwa 30
Prozent unter dem Branchendurchschnitt. Rund 1.000 Mitarbeiter(innen)
betreuen ein Ausgabenvolumen von mehr als 1,5 Mrd. Euro.

Pressekontakt:
Dr. Bernard Braun, Tel.: 01520.209 8343, Bremer Institut für
Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung (BIAG)

hkk Krankenkasse (Handelskrankenkasse), Martinistr. 26, 28195 Bremen
Holm Ay Tel.: 0421.3655 1000
Ilja Mertens Tel.: 0421.3655 3177
Jacqueline Rettschlag Tel.: 0421.3655 3147
E-Mail: presse@hkk.de; Internet: www.hkk.de

Original-Content von: hkk Krankenkasse, übermittelt durch news aktuell

Beitrag von auf 27. September 2018. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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