
Prof. Dr. Jan Sonntag (Medical School Hamburg), Musiktherapeut und Beauftragter für Musik und Demenz der DMTG: „Menschen mit Demenz brauchen Musik mehr als anderes und mehr als andere. Musik trägt zu mehr Lebensqualität bei, ermöglicht Teilhabe und ist für nicht wenige überhaupt die letzte verbleibende Möglichkeit des Ausdrucks und der Kommunikation. Begleitsymptome der Demenz wie depressive Verstimmungen, Unruhe oder Ängste, denen häufig mit Medikamenten begegnet wird, lassen sich nachweislich durch Musiktherapie mindern. Für viele Menschen mit Demenz ist es deshalb wichtig, von qualifizierten Musiktherapeut:innen behandelt zu werden. Für die Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Demenz ist der an einem gemeinsamen Ziel ausgerichtete Zusammenschluss in der Nationalen Demenzstrategie wichtig“.
Innerhalb der Musikberufe ist der Schulterschluss bereits gelungen. Die DMTG ist Mitbegründerin der Bundesinitiative Musik und Demenz (BIMuD), die das gesamte Spektrum musikbasierter Angebote – vom Klavierunterricht über den Chor bis zur Musiktherapie – repräsentiert. Bei einem Parlamentarischen Frühstück im Bundestag konnte die BIMuD bereits im November für ein Konzept zur Entwicklung eines bundesweiten Förderprogramms Musik und Demenz eintreten. Unter der Leitung der geschäftsführenden Vorsitzenden des Bundestagsausschusses für Gesundheit, Dr. Kirsten Kappert-Gonther (Bündnis 90/Die Grünen) bot die Zusammenkunft einen perfekten Rahmen für fruchtbaren Austausch mit den teilnehmenden Abgeordneten.
Die DMTG freut sich sehr über die deutlichen Signale der Unterstützung, die mit dem Parlamentarischen Frühstück und der Aufnahme in das Netzwerk der Nationalen Demenzstrategie einhergehen. Sie wird sich engagiert für die berufsrechtliche Regelung der Musiktherapie und deren Etablierung in der Versorgungslandschaft einsetzen – in erprobtem Zusammenspiel mit allen Musikberufen, die für die Belange von Menschen mit Demenz eintreten.
Foto in druckfähiger Auflösung über die DMTG abrufbar, Credit: Michael Hagedorn 2023