Ergotherapeuten machen sich für Gelenke stark: Arthrose muss nicht (unnötig früh) eintreten

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Der Alltag der meisten Menschen ist geprägt vom
vielen Sitzen und einseitigen, belastenden oder sich wiederholenden
Bewegungen. Auch tragen oder heben viele im Beruf, zuhause und in der
Freizeit schwere Gegenstände. “Und das leider meist falsch.”,
kommentiert Sabine Haas-Schinzel, Ergotherapeutin und
Handspezialistin im DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.)
dieses weit verbreitete, aber leider sehr gelenkschädliche Verhalten,
das auf Dauer Arthrose begünstigt und Schmerzen hervorruft. Doch sie
macht auch Hoffnung, verdeutlicht, dass sich jeder gelenkfreundliche
Bewegungen leicht angewöhnen und in den Tagesablauf integrieren kann.

“Arthrose tritt nicht nur bei alten Menschen auf, die Patienten
werden immer jünger.”, stellt die Ergotherapeutin Haas-Schinzel fest
und führt dies auf die Dinge des täglichen Lebens zurück. Und die
lieben Gewohnheiten. Denn die hat eigentlich jeder. Meist, ohne sich
bewusst zu sein, wie sehr sie den Gelenken schaden.

Alltagsanalyse: woher kommen Schmerz und Arthrose?

Die Patienten, die in die ergotherapeutische Praxis von Sabine
Haas-Schinzel kommen, arbeiten häufig im Büro oder verbringen ihren
Tag an der Uni und anderen Einrichtungen, wo Sitzen groß geschrieben
wird. Genauso betroffen sind beispielsweise Montagearbeiter,
Berufsfahrer oder Kassiererinnen. Ebenso wie Menschen, die sich Ihre
Arhtrosein der Freizeit zugelegt haben, etwa beim Stricken oder bei
stundenlanger Haus- und Gartenarbeit in wenig veränderten Positionen
wie langem Knien und ähnlich ungünstigen Körperhaltungen. Da heißt es
zunächst, herausfinden, was im Einzelnen die Beschwerden und
Schmerzen im Gelenk verursacht und forciert. Ergotherapeuten wenden
daher im ersten Schritt einer Arthrose-Behandlung den Blick auf den
Alltag ihrer Patienten. Nur wer genau eruiert, woher etwas kommt,
kann zielgerichtet behandeln beziehungsweise für die Zukunft
Änderungen und Verbesserungen herbeiführen. Gemeinsam mit ihren
Patienten gehen sie zuerst alle Tätigkeiten in deren Tages- und
Wochenablauf durch.

Mit Empathie: was stört den Arthrosepatienten?

Zur weiteren Analyse setzen Ergotherapeuten Assessments ein. Im
handtherapeutischen Bereich sind diese tiefgründigen Fragenkataloge
auf Beweglichkeit, Schmerz, Schmerzstatus und oft auch auf
Sensibilität ausgerichtet. Mithilfe von Gelenkmessungen,
neurologischen Untersuchungen und der persönlichen Einschätzung des
Patienten mit Arthrose stellen Ergotherapeuten fest, wie es ihm geht
und vor allem: wie es ihm im Alltag ergeht. Das ist einer der großen
Unterschiede zu anderen Berufsgruppen. Ergotherapeuten prüfen, wie
beeinträchtigend das Schmerzempfinden ist oder ob der Patient wegen
seiner Schmerzen Probleme hat, die Haare zu waschen und zu föhnen,
einen Schlüssel umzudrehen. Ausschließlich bei den Ergotherapeuten
steht im Vordergrund, ob der Patient es schafft, all seine
beruflichen Anforderungen zu erfüllen oder seinen Freizeitaktivitäten
nachzugehen. Und noch wichtiger: Das Ziel einer ergotherapeutischen
Behandlung bei Arthrose ist, Lösungen zu finden, um diese
Betätigungen wieder – möglichst schmerzfrei – auszuführen.

Zur Auswahl: Methodenvielfalt der Ergotherapeuten

Die Methodenvielfalt, mit der Ergotherapeuten ihren Patienten mit
Arthrose zu einem besseren Befinden verhelfen, begeistert Sabine
Haas-Schinzel immer wieder aufs Neue. “Viele Ergotherapeuten
beherrschen manuelle Mobilisationstechniken. Oder wir bieten
Faszienbehandlung an, denn beim Gelenkschutz spielt die Faszie eine
übergeordnete Rolle.”, verdeutlicht sie und berichtet, so manches
vermeintliche Gelenkproblem und die damit verbundenen Schmerzen
seien, nachdem sie faszial gearbeitet habe, auf einmal verschwunden.
Bei den vielen Fällen, bei denen es sich tatsächlich um eine Arthrose
handelt, hat sie eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten in petto.
Nur wer selbst einmal betroffen war, weiß zu schätzen, wie wohltuend
und schmerzlindernd thermische Behandlungen sind: Kalte Linsen, warme
Kirschkerne, Wickel und Auflagen oder Paraffinbäder – das Repertoire
ist groß und für jeden ist etwas dabei, das die Bewegungen der
betroffenen Gelenke erleichtert und so den Schmerz reduziert. Oft
stellen Ergotherapeuten für ihre Patienten mit Arthrose zusätzlich
spezielle Schienen her, die die betroffenen Gelenke schützen und nur
“richtige” Bewegungen zulassen, also Schmerzen verursachende
Bewegungen verhindern.

Zum Mitnehmen: gelenkfreundliches Verhalten lernen

Ihr Fachwissen behalten Ergotherapeuten nicht für sich. “Das Ziel
ist, den Arthrosepatienten zu schulen, so dass er selbst
beispielsweise mit dem Triggerholz die Daumenmuskeln entspannen kann.
Und weiß, wie er die Gelenke schont.”, plädiert Haas-Schinzel für
mündige Patienten und richtet einen Appell an Menschen, die
insbesondere morgens etwas steifere, schmerzhaftere Gelenke spüren:
“Eine Arthrose beginnt in aller Regel in den Weichteilen. Und zwar
Jahre bevor sie zum Beispiel durch Röntgen diagnostiziert wird.
Lassen Sie sich zum Gelenkschutz präventive Verhaltensweisen zeigen.”
Alles spricht dafür, in einem möglichst frühen Stadium aktiv zu
werden, denn Ergotherapeuten schaffen es zwar, die Folgen einer
Arthrose zu mildern und die Gleitfähigkeit des Knorpels zu
verbessern. Die Abnutzung können sie allerdings auch nicht rückgängig
machen. Also gar nicht erst so weit kommen lassen, den Schmerz als
Warnsignal erkennen. Und Tipps von Ergotherapeuten beherzigen wie
alle paar Minuten die Körperhaltung ändern, immer mal wieder im
Stehen etwas erledigen und sich gelenkfreundlich bewegen.

Informationsmaterial zur Ergotherapie erhalten Interessierte bei
den Ergotherapeuten vor Ort; diese sind über die Therapeutensuche im
Navigationspunkt “Service” des DVE (Deutscher Verband der
Ergotherapeuten e.V.) auf www.dve.info zu finden. Zur Kampagne der
Ergotherapie geht es hier entlang: www.volle-kraft-im-leben.de

Pressekontakt:
Angelika Reinecke, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit des DVE e.V.
Telefon: 033203 – 80026, E-Mail: a.reinecke@dve.info

Original-Content von: Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V., übermittelt durch news aktuell

Beitrag von auf 19. Oktober 2016. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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