
Zwölf Präsentationen gleich wie Zeitkapseln schlagen Bogen in die Gegenwart
Zeitkapseln gleich bieten die zwölf Präsentationen im Tanzmuseum den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, durch die Zeit zu reisen, sich gefangen nehmen zu lassen von Dingen, die man in einer historischen Ausstellung über Tanz nicht unbedingt vermuten würde: vom Tageskalender einer Choreographin, der neben den wöchentlichen Lebenshaltungskosten auch kurze tagebuchartige Vermerke enthält über ein Telegramm mit einer Bitte um Teilnahme an einer kurzfristig angesetzten Probe bis hin zum gezeichneten Selbstportrait eines Kindertanzstars oder einem Programmzettel mit handschriftlichen Notizen eines Zuschauers. All diesen Objekten ist eigen, dass sie auf ihre Art einen Bogen in die Gegenwart schlagen, dass sie aus ihrer Existenz heraus Antworten auf die grundlegende Frage geben – Was liegt zwischen Beginn und Ende eines der Tanzkunst gewidmeten Lebens?
Die Erinnerungen und Objekte veranschaulichen, wie sie über Raum und Zeit zusammengefunden haben – aller Flüchtigkeit und Vergänglichkeit zum Trotz. Und so wird der Besucher im Laufe seines Gangs durch die Ausstellung im Tanzmuseum selbst zum Erzählenden, der ausgehend von den Dingen eines Archivs die Fäden einer möglichen Erzählung aufnimmt und weiterspinnt – Möglichkeitsräume erkundend. Um am Ende vielleicht vor dem Diktum des Schriftstellers Thomas Bernhard zu kapitulieren: „Alle leben mindestens drei Leben, ein tatsächliches, ein eingebildetes und ein nicht wahrgenommenes.“
Mehr Infos: https://www.deutsches-tanzarchiv.de/museum/aktuelle-ausstellung/ausstellung