Kinder-Medien-Studie 2018 / Kinder in Deutschland: Smart! Mit und ohne Phone (FOTO)

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Kein „entweder oder“, sondern „sowohl als auch“: Kinder in
Deutschland wachsen in die Dualität von analogen und digitalen
Medien- und Freizeitaktivitäten hinein und sind smart genug, beide
Welten exzellent zu managen. Das ist eine der zentralen Erkenntnisse
der Kinder-Medien-Studie 2018 von Blue Ocean Entertainment AG, Egmont
Ehapa Media GmbH, Gruner + Jahr, Panini Verlags GmbH, SPIEGEL-Verlag
und ZEIT Verlag. Die sechs Medienhäuser haben in diesem Jahr zum
zweiten Mal in einer repräsentativen Medienstudie den Medienkonsum
und das -nutzungsverhalten von 7,26 Millionen Kindern in Deutschland
untersucht. Eine weitere Erkenntnis der Studie: Kinder ziehen sich
trotz zunehmender Digitalisierung nicht in die virtuelle Welt zurück,
sondern nehmen das aktuelle Geschehen in ihrer Umwelt mit allen
Sinnen wahr. Sie hören, sehen und lesen von der Welt – und wollen sie
verbessern. Denn hätten sie eine Superkraft zur Auswahl, würden sich
Deutschlands Kinder zwischen vier und 13 Jahren vor allem die
Fähigkeit wünschen, Frieden, Schutz und Gerechtigkeit für alle
Menschen zu erreichen.

Die Schlüsselergebnisse der repräsentativen Untersuchung mit 3.300
Interviews zeigen:

– Kinder in Deutschland gehen mit der Vielzahl an
Freizeitangeboten smart um: Sie entscheiden sich nicht mehr zwischen
digitalen und analogen Aktivitäten – sondern wollen sowohl draußen
spielen als auch digital unterwegs sein.
– Blau, rosa und das „Mehr“: Kinder interessieren sich für
Piraten oder Prinzessinnen, sind aber genauso offen für Themen mit
gesellschaftlicher Relevanz wie Natur, Umwelt und Aktuelles.
– Digitale Nachricht schlägt Papier? Nein! Kinder nutzen alle
Kommunikationswege: vom Telefonat über die SMS bis hin zum
klassischen Brief.
– Gedrucktes Vertrauen: 75% aller deutschen Kinder zwischen vier
und 13 Jahren lesen mindestens mehrmals pro Woche Bücher oder
Zeitschriften. Print ist dabei unersetzlich, elektronische Endgeräte
und Lesemedien spielen in keinem Alter eine besondere Rolle.
– Plüschtier, Puzzle, Fahrrad oder Smartphone – Kinder haben
viele Wünsche. Dabei ist es Vier- bis 13-Jährigen vor allem wichtig,
digital ausgestattet zu sein: Ein Handy oder Smartphone ist
Wunschobjekt Nr. 1.
– Schlemmen und Schmökern: Kinder sind Genießer und geben ihr
Taschengeld am liebsten für Süßes und Zeitschriften aus.
– Kritisch-differenzierte Begeisterung – Kinder haben ein klares
Bild vom Internet: „Das coolste Medium, das es gibt“, aber auch
„schlecht für den Menschen“.

Kinder verbringen ihre Freizeit on- oder offline

Kinder verfügen über eine gute Balance zwischen der analogen und
digitalen Beschäftigung und halten sich bei der Freizeitgestaltung
beide Welten offen. So haben Freizeitaktivitäten wie „mit Freunden
zusammen sein“ (89%) oder „im Freien spielen“ (81%) im Durchschnitt
über alle Altersklassen hinweg eine hohe Bedeutung. Gleichzeitig wird
das digitale Spielerlebnis auf Tablet, Smartphone oder Computer
(mindestens mehrmals pro Woche) mit zunehmendem Alter immer
relevanter (71% der 13-Jährigen gegenüber 7% bei den Vierjährigen).

Kinder wachsen mit der Digitalisierung

Die Kinderzimmer in Deutschland sind gefüllt mit klassischem
Spielzeug. So besitzen 96% der vier- bis 13-jährigen Mädchen
Kuscheltiere, während die Jungen stärker auf Spielkästen Wert legen
(88%). Bei beiden Geschlechtern steht das Fahrrad weiterhin hoch im
Kurs (Mädchen 93%, Jungen 92%). Auch sind Kinder Sammler: Figuren und
Karten gehören ebenso zu ihren Schätzen wie Zeitschriften. 84% aller
befragten Kinder geben an, Magazine aufzubewahren, um immer wieder in
ihnen lesen zu können. Gleichzeitig entwickelt sich das
Online-Interesse der Kinder: Mit zunehmendem Alter werden auch die
Kinderzimmer zunehmend digitaler, Hard- und Software ergänzen die
Ausstattung und ab 13 Jahren ersetzen elektronische Endgeräte eine
Vielzahl an traditionellem Spielzeug: So besitzen 92% der 13-jährigen
Mädchen und Jungen bereits ein Smartphone, 55% einen Computer und 26%
ein Tablet.

Kinder nutzen Medien nach Bedarf – aber am liebsten klassisch

2017 schon war das Ergebnis der Kinder-Medien-Studie: Kinder lesen
am liebsten von Papier. Auch in diesem Jahr bleiben Kinder
Printmedien treu: 70% der Kinder lesen Bücher oder Zeitschriften
mindestens mehrmals pro Woche von Papier. Beim Lesevergnügen spielen
elektronische Endgeräte und Lesemedien in der Zielgruppe der Vier-
bis 13-Jährigen keine Rolle. Anders ist es bei Radio und TV: Die
Nutzung von kostenpflichtigen Streaming- oder kostenlosen
Videodiensten wird mit zunehmendem Alter interessanter. So greifen
zum Beispiel 35% der 13-Jährigen mindestens mehrmals pro Woche auf
YouTube, Vimeo oder andere kostenlose Videodienste zurück, wenn es um
Filme, Serien oder Fernsehsendungen geht. Dennoch bleiben 87% der
Kinder auch hier den klassischen Medien treu und schauen Filme,
Serien oder Fernsehsendungen mindestens mehrmals pro Woche linear.
Vor allem bei den ganz jungen Kindern stehen beim Zuhören klassische
Medien hoch im Kurs: 60% der Vierjährigen hören Musik, Hörspiele oder
Hörbücher mindestens mehrmals pro Woche auf CD.

Kinder haben viele Wünsche

Vier- bis 13-Jährigen ist es wichtig, digital ausgestattet zu
sein, weshalb digitale Endgeräte ganz oben auf der Wunschliste
stehen: Für 41% der Kinder ist ein Handy oder Smartphone Wunschobjekt
Nr. 1, gefolgt von Spielen für das Handheld oder die Spielkonsole mit
33% und einem Tablet mit 32%. Ergänzt wird die Liste durch eine große
Bandbreite an klassischen Wunschobjekten, die von Puppen und Puzzeln
über Plüschtiere und Fahrräder bis hin zu Gesellschaftsspielen
reicht. Digitale und klassische Wünsche halten sich in Summe die
Waage: So wünschen sich 25% der Vier-bis 13-Jährigen
Gesellschaftsspiele. Ebenso viele hätten gern eine Spielekonsole.
Inliner bzw. ein Skate- oder Longboard stehen mit 20% sogar vor einem
Fernseher (18%) auf der Wunschliste.

Kinder kommunizieren auf allen Ebenen

WhatsApp statt Anruf? Nicht bei der Generation Smartphone.
Gleichwohl die App für die älteren Kinder von zehn bis 13 Jahren von
hoher Relevanz ist (74%), nutzen 97% der Kinder ihre
Kommunikationskanäle mindestens ab und zu zum Telefonieren und damit
stärker als die Textnachricht (90%). Bei den Sechs- bis Neunjährigen
ist die Differenz noch deutlich ausgeprägter: Während 88% mindestens
ab und zu telefonieren, schreiben lediglich 42% Textnachrichten.
Lieber schreiben die Jüngeren sogar noch Postkarten oder Briefe
(43%). Danach erst folgen Sprachnachrichten (20%) und das Posten von
Bildern oder Status (16%). Die älteren Kinder dagegen bleiben allen
Kommunikationsformen gegenüber offen, senden fast genauso gerne
Sprachnachrichten wie sie Bilder teilen oder ihren Status posten (70%
und 65%) und nehmen auch weiterhin noch gerne den Stift in die Hand,
um Grüße per Post zu verschicken (49%).

Kinder haben ein breites Interessenspektrum

Im Durchschnitt begeistern sich Mädchen über alle Altersklassen
hinweg für Pferde (83%), Haustiere (83%) und Prinzessinnen oder Feen
(79%), während sich Jungen vor allem für Sport (83%), Autos (83%) und
Superhelden (79%) interessieren. Dennoch beschränken sich Kinder
nicht auf typische „Mädchen“- oder „Jungs“-Themen. Bei den Mädchen
und Jungen gewinnen aktuelle Themen mit zunehmendem Alter stark an
Bedeutung: 75% der 13-jährigen Mädchen und 68% der 13-jährigen Jungen
interessieren sich dafür. Auch die Themenfelder „Natur und Umwelt“
(64% Mädchen und 63% Jungen) oder „Reisen und andere Länder“ (56%
Mädchen und 55% Jungen) sind für Vier- bis 13-Jährige beider
Geschlechter relevant.

Kinder entscheiden bewusst

Insgesamt dürfen 75% aller befragten Kinder ihr Taschengeld
(durchschnittlich 22,99EUR pro Monat) eigenverantwortlich ausgeben.
94% der Zehn- bis 13-Jährigen dürfen selbst über die Ausgabe ihres
Geldes entscheiden – und wählen dabei bevorzugt Süßes oder Lesestoff
statt Spiele oder Apps. Zusammengefasst bevorzugen Kinder aller
Altersklassen es, ihr Geld in etwas zum Schlemmen (68%) oder zum
Schmökern (50%) zu investieren.

Kinder haben ein klares Bild vom Internet

Die Digital Natives wissen genau, was sie in der Online-Welt
erwartet und kennen die Kehrseite des Internets. So ist es laut
Aussagen der Kinder einerseits „das coolste Medium, das es gibt. Es
kennt alle Geheimnisse, weiß Antwort auf jede Frage und stellt alle
Musik der Welt bereit.“ Auch ist das Internet für die Kinder „wie ein
Buch, wo alles drinsteht, nur dass es eben auf einem Bildschirm ist“.
Gleichzeitig sind sie sich um die Gefahr, „immer unselbstständiger zu
werden“ oder des Zeitraubs bewusst, denn der „Papa sitzt stundenlang
drin und redet nicht mit uns“. Dann beurteilen Kinder das Internet
als „doof“ und „schlecht für die Menschen“.

Kinder nehmen die Probleme in der Welt wahr – und wollen helfen

Die Kinder-Medien-Studie stellte in diesem Jahr Kindern die Frage
„Wenn Du eine Superkraft hättest, welche wäre das und was würdest Du
damit in der Welt verändern wollen?“. Kinder hatten dabei die
Möglichkeit, die Antworten offen und ohne Vorgaben selbst zu
formulieren – und gaben dabei Antworten, die zeigen wie weitsichtig
und aufmerksam die Kinder sind. So nehmen sie das aktuelle Geschehen
wahr, anstatt sich in eine eigene, digitale Spielewelt
zurückzuziehen, ohne Interesse an ihrem Umfeld zu zeigen. Denn hätten
Kinder eine Superkraft, würden sie „andere Kinder vor Kindern
beschützen, die stark sind und bloß ärgern“. Sie würden „die Welt
gerechter machen, dass es keine Kriege und Zerstörung und keinen
Hunger mehr gibt“ und am liebsten „die Politik abschaffen, denn
darüber ärgern sich meine Eltern immer“.

HINWEIS: Bitte beim Zitieren dieser Ergebnisse als Quelle immer
„Kinder-Medien-Studie 2018“ angeben.

Pressekontakt:
Kinder-Medien-Studie,
Presse-Team – Violetta Ertmann
Seidenstraße 19, 70174 Stuttgart

Telefon: 0711-220299-256
E-Mail: presse@kinder-medien-studie.de

Alle Informationen finden Sie außerdem ab 7. August 2018, 12 Uhr
auf unserer Homepage www.kinder-medien-studie.de

Original-Content von: Blue Ocean Entertainment AG, übermittelt durch news aktuell

Beitrag von auf 8. August 2018. Abgelegt unter Freizeit, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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