Krankenstand in Bayern leicht rückläufig / Große regionale Unterschiede im Freistaat / Vier Diagnosegruppen sind für zwei Drittel der Krankheitstage verantwortlich

An durchschnittlich 19,2 Kalendertagen meldeten sich die erwerbstätigen Mitglieder der Betriebskrankenkassen (BKK) Bayerns im Jahr 2025 arbeitsunfähig. Das sind rund 3 Tage weniger als im Bundesdurschnitt (22,1 Tage). Im Vergleich zum Vorjahr mit 19,5 Kalendertagen ging der Krankenstand in Bayern leicht zurück. Stabil bleibt aber das starke Nord-Süd-Gefälle mit regional bis zu 12 Krankentagen Unterschied nach Bezirken und Kreisen. Weiterhin verteilen sich zwei Drittel der Krankentage auf nur vier Diagnosegruppen. Der BKK Landesverband Bayern hat die aktuelle Arbeitsunfähigkeitsstatistik 2025 des BKK Dachverbandes analysiert und mit regionalem Fokus aufbereitet.

Ganz Franken mit Krankentagen über Bundesdurchschnitt

Die Spannweite der Krankentage nach Bezirken liegt in Bayern bei 5,5 Tagen. Darunter führt der Regierungsbezirk Oberfranken die Arbeitsunfähigkeitsstatistik mit 22,5 Tagen erneut an. Fast gleichauf liegt Unterfranken mit 22,3 Tagen. Leicht über dem bundesweiten Durchschnitt liegt zudem Mittelfranken mit 20,3 Tagen. Danach folgen Schwaben mit 19,8 Tagen, die Oberpfalz mit 19,5 Tagen und Niederbayern mit 19,1 Tagen. Im deutlichen Abstand dazu steht Oberbayern mit 17 Tagen. Als bevölkerungsreichster Bezirk trägt Oberbayern somit wesentlich dazu bei, dass Bayern bundesweit nach Baden-Württemberg auf Platz zwei rangiert.

Zwischen Hof und Landkreis München liegen 12 Tage

Auf Kreisebene ist die Varianz deutlich größer: Mit 26,7 Krankheitstagen führen die beschäftigten BKK-Mitglieder in der Stadt Hof die bayerische Statistik an, gefolgt von Kronach (25,6 Tage) und Weiden in der Oberpfalz (25,1 Tage). Den niedrigsten Krankenstand in Bayern verbuchen die BKK-Mitglieder im Landkreis München mit 14,8 Tagen, dicht gefolgt von der Landeshauptstadt München mit rund 15 Tagen und Starnberg mit 15,2 Tagen. Im bayernweiten Mittelfeld liegen Neumarkt in der Oberpfalz (19,1 Tage) und Dingolfing-Landau (19,2 Tage).

Vier Diagnosegruppen prägen die Arbeitsunfähigkeitsstatistik

Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems stehen in Bayern für 22 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage. Dahinter folgen Krankheiten des Atmungssystems mit einem Anteil von 19 Prozent. Psychische Erkrankungen haben einen Anteil von 17 Prozent am gesamten Krankenstand, Verletzungen und Vergiftungen prägen 11 Prozent aller Krankheitstage in Bayern. Insgesamt machen diese vier Diagnosegruppen 69 Prozent von 19,2 Krankheitstagen aus, die je beschäftigtes BKK-Mitglied in Bayern gezählt werden.

Psychische Erkrankungen werden öfter diagnostiziert

Psychische Erkrankungen sind mit einem Anteil von 4,9 Prozent der Krankheitsfälle weniger häufig, aber in der Krankheitsdauer besonders langwierig. Je Krankheitsfall wird eine psychische Erkrankung in Bayern mit 38 Tagen dokumentiert. Sie sind damit auch deutlich langwieriger als Neubildungen (Krebserkrankungen), die an zweiter Stelle mit durchschnittlich 31 Krankheitstagen je Fall liegen.

Auch nach den Geschlechtsgruppen unterscheiden sich die Krankheitslasten: Während Männer die Diagnosegruppe der Muskel-Skelettkrankheiten anführen, sind es bei Frauen psychische Erkrankungen. Psychische Erkrankungen werden immer häufiger diagnostiziert und gesellschaftlich weniger tabuisiert. Expertinnen und Experten vermuten, dass Frauen der Umgang mit diesem Krankheitsbild leichter fällt als Männern.

Betriebskrankenkassen fördern Gesundheit

Die Betriebskrankenkassen in Bayern unterstützen ihre Versicherten ergänzt um Zusatzangebote dabei, gesund zu bleiben und im Krankheitsfall wieder gesund zu werden. Informationen zur betrieblichen Gesundheitsförderung, zu Präventionsangeboten in Lebenswelten und zu innovativen Versorgungsangeboten unter www.bkk-bayern.de, www.bkk-gesundheit.de und www.bkk-familyplus.de.

Hintergrund zu den Daten:

Seit über vierzig Jahren analysieren die Betriebskrankenkassen den Krankenstand in Deutschland. In die repräsentative Auswertung für das Jahr 2025 flossen die Daten von rund 44 Prozent der über 2,7 Millionen in Bayern lebenden BKK Versicherten ein. Grundlage der Arbeitsunfähigkeitsstatistik sind jeweils Kalendertage. Bei der Berechnung des Krankenstands werden deshalb 365 Tage zugrunde gelegt. Eine Detailübersicht der regionalen Fehlzeitenstatistik der beschäftigten BKK-Mitglieder 2025 findet sich hier: http://ots.de/NHVX62.

Der BKK Landesverband Bayern vertritt als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Interessen der Betriebskrankenkassen und ihrer Versicherten in Bayern. Aktuell zählt der BKK Landesverband Bayern 14 Betriebskrankenkassen als Mitglieder mit rund 3,3 Millionen Versicherten (Kassensitz). In Bayern selbst leben rund 2,7 Millionen Menschen, die bei einer Betriebskrankenkasse (BKK) versichert sind. Damit verfügen die Betriebskrankenkassen im Freistaat über einen GKV-Marktanteil von 23 Prozent.

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