MDR-Magazin „Hauptsache gesund“: Experten kritisieren bürokratische Hürden beim Zugang zu medizinischem Cannabis

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Um Patienten mit chronischen Schmerzen den Zugang
zu Cannabis zu erleichtern, fordern verschiedene Experten, das
bisherige Verfahren kritisch zu prüfen. „Der Arbeitsaufwand für den
behandelnden Arzt bei einem Kostenübernahmeantrag ist nicht
vertretbar angesichts der Tatsache, dass man erst nach einem etwa
dreimonatigen Testlauf sagen kann, ob der Schmerzpatient überhaupt
von einem Cannabis-Medikament profitiert“, sagt Professor Matthias
Karst am Rande des Deutschen Anästhesiecongresses in Leipzig. Er ist
Facharzt für Spezielle Schmerztherapie und Leiter der Schmerzambulanz
der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin in Hannover. Karst
plädiert dafür, Anträge auf Kostenübernahme, wenn überhaupt, erst
dann anzufordern, wenn feststeht, dass eine Behandlung auch
fortgeführt wird.

Seit März 2017 ist die Verordnung von medizinischem Cannabis auf
Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung nach Genehmigung durch
den Medizinischen Dienst der Krankenkasse möglich. Viele Anträge auf
Kostenübernahme werden jedoch abgelehnt. „Oft liegt es daran, dass
aus den Anträgen kein Grund für die Behandlung mit Cannabis
hervorgeht und auch Unsicherheit über die Angemessenheit dieser
Behandlung bei einem bestimmten Patienten besteht. Allerdings mache
ich die Erfahrung, dass auch sehr gut begründete Anträge abgelehnt
werden“, berichtet Professor Frank Petzke. Er arbeitet als
Geschäftsfeldleiter Schmerzmedizin an der Klinik für Anästhesiologie
in Göttingen.

Was die Wirksamkeit von medizinischem Cannabis betrifft, ist die
Forschung bisher nur in einigen Anwendungsbereichen aussagefähig.
„Eine Metaauswertung von Studien zu neuropathischen Schmerzen zeigt,
dass von zehn behandelten Patienten einer eine gute Schmerzlinderung
erlebt“, sagt Petzke. Dies sei aber ohnehin kein sinnvolles
Prüfkriterium, wenn es darum ginge, geeigneten Patienten einen
Behandlungsversuch zu ermöglichen. Hier müsse eine Initiative des
Gesetzgebers alle Interessengruppen zusammenbringen, um
Verbesserungen zu überlegen. Entsprechende Vorstöße gab es bereits
von den Bundestagsfraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen.

Über das Thema Schmerzbekämpfung berichtet das MDR-Magazin
„Hauptsache gesund“ heute um 21.00 Uhr im MDR-Fernsehen.

Hauptsache gesund | donnerstags, 21 Uhr, MDR-Fernsehen |
http://mdr.de/hauptsache-gesund

Pressekontakt:
MDR, Achim Schöbel, Tel.: (0341) 3 00 45 49

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Beitrag von auf 9. Mai 2019. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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