Die Mobilität ist im Alter weit mehr als nur eine Frage des Komforts. Vielmehr wird sie zu einem wichtigen Faktor, wenn es um die Selbstständigkeit im Alltag geht. Insbesondere vor dem Hintergrund der spürbaren Alterung innerhalb der deutschen Bevölkerung gewinnt das Thema derzeit immer mehr an Relevanz. So zeigt ein Blick auf die aktuellen Zahlen, dass beinahe jeder vierte Bürger mindestens 65 Jahre alt ist. Somit steigt einerseits zwar das Angebot an Fortbewegungsmitteln, doch wird der Markt zugleich immer komplexer, weshalb es gar nicht so einfach ist, ein passendes Elektromobil zu finden.
Nicht jedes Elektromobil passt zu jedem Alltag
Durch den vielfältigen Markt ist es wichtig, dass sich Interessierte nicht vorschnell aufgrund der Optik oder der reinen Prospektdaten für ein Modell entscheiden. Stattdessen sollte stets der tägliche Einsatzzweck im Mittelpunkt der Überlegungen stehen. Wer vor allem kurze Strecken zum Supermarkt, zur Apotheke oder zum Arzt fährt, hat in jedem Fall einen anderen Bedarf als jemand, der regelmäßig längere Wege zurücklegen möchte oder muss. Diesbezüglich verweist auch der ADAC auf die deutlichen Unterschiede mit Blick auf die Reichweite von Elektromobilen, die zwischen 30 und 120 Kilometer betragen kann.
Zudem gilt es zu bedenken, ob das Fahrzeug später lediglich im Inneren, oder auch im Außenbereich zum Einsatz kommen soll, da sich die Ansprüche damit ändern. Hierzu weist auch die Verbraucherzentrale darauf hin, dass Elektromobile als Hilfsmittel für Menschen gesehen werden sollten, die nicht vollständig auf einen Rollstuhl angewiesen sind, aber längere Strecken nicht mehr gut zu Fuß bewältigen können.
Auf diese Punkte sollte man vor dem Kauf achten
Wer einen E Scooter für Senioren benötigt und diesen kaufen möchte, sollte beim Kauf selbst auf einige wesentliche Aspekte achten. Dabei empfiehlt es sich, sich an drei unterschiedlichen Fragen zu orientieren:
– Wie weit sind die üblichen Wege, die mit dem Elektromobil zurückgelegt werden sollen, tatsächlich?
– Wird das Elektromobil täglich transportiert oder im Haus abgestellt?
– Sind Einstieg, Sitzposition und Bedienung auch nach einer längeren Fahrt von etwa 20 Minuten noch immer komfortabel?
Darüber hinaus ist es ratsam, auch beim Akku nicht zu knapp zu kalkulieren. So raten gleich mehrere Institute dazu, die Reichweite mit einem gewissen Puffer zu wählen – auch, weil Akkus insbesondere bei Kälte an Leistung verlieren und somit die Reichweite beschränken können.
Regeln, Kosten und Krankenkasse
Parallel zu den wesentlichen Parametern ist es wichtig, auch auf rechtliche sowie finanzielle Punkte zu achten, die mit der Anschaffung eines Elektromobils verbunden sein könnten. Verfügt das Modell beispielsweise über eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 6 km/h, ist eine Kfz-Haftpflicht notwendig. Hinzu kommt, dass die Kostenübernahme mit den Krankenkassen vorher abgesprochen werden sollte. Allgemein wird es derzeit so gehandhabt, dass eine Kostenübernahme beinahe ausnahmslos nur dann möglich ist, wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt. Wer eigenmächtig ein Elektromobil kauft, muss möglicherweise die kompletten Kosten tragen.