Merkels ehemalige Lehrerin: Sie hat sich Mühe gegeben

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Merkels ehemalige Lehrerin: Sie hat sich Mühe gegeben

Erika Benn bewertet die Kanzlerschaft ihrer früheren Russisch-Schülerin – Kanzlerin war in der Schule „unglaublich fleißig und hat nie widersprochen“ – „Freundlichkeit habe ich ihr erst beibringen müssen“

Osnabrück. Erika Benn (83), frühere Russisch-Lehrerin von Angela Merkel, hat ihrer ehemaligen Schülerin zum Ende der Kanzlerschaft die letzten Noten gegeben: „Schlecht hat sie es nicht gemacht, das zu sagen wäre unverschämt“, sagte die heute noch in Merkels früherer Heimatstadt Templin lebende Rentnerin im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) und fügte hinzu: „Sie hat sich Mühe gegeben, das liegt auch stark an ihrem Charakter. Sie hatte keinerlei materielle Interessen, das war bei ihr schon so, als sie ein junges Mädchen war.“

Besonders schätze sie, dass Merkel sich nichts habe gefallen lassen: „Auch nicht von Merz, den sie ganz schön abgebürstet hat. Gemessen an ihren geistigen Fähigkeiten, hätte sie durchaus Anlass gehabt, mal ein bisschen überheblich zu sein. Aber auch das war sie nicht, auf keinen Fall. Da ist sie ganz ihre Mutter, die auch eine sehr kluge Frau war.“ Sehr bedauert habe sie allerdings, „dass Angela nie Mutter geworden ist“. Merkels Mutter habe drei Kinder gehabt und nicht ein einziges Enkelkind. „Das hat sie sehr traurig gemacht“, sagte Benn.

Von vielen Menschen in ihrer alten Heimat werde die Kanzlerin nicht besonders geschätzt, berichtete Erika Benn weiter: „Die Menschen hier in Templin identifizieren sich nicht mit ihr. Wenn ich gefragt werde, was die Leute hier auf der Straße von ihr denken, sage ich immer: Gehen Sie doch mal raus und fragen Sie – ich gehe nicht mit, weil ich mich nicht beleidigen lassen will.“ Auch Merkels Ex-Lehrerin, die selbst 13 Jahre für die PDS und die Linke im Kreistag saß und zeitweise dessen stellvertretende Vorsitzende war, wahrt politische Distanz zur Kanzlerin: „So weit ging die Liebe dann doch nicht, dass ich CDU wähle.“

Als Schülerin hatte Erika Benn die spätere Bundeskanzlerin in einem sogenannten Russisch-Club kennengelernt: „Das war eine Förderung besonders guter Schüler. Die kamen zu mir nach Hause ins Wohnzimmer, haben zusätzlichen Unterricht bekommen und wurden auf die Russisch-Olympiaden vorbereitet. Das waren mindestens zwei Stunden pro Woche, und die Schüler bekamen sehr viele Aufgaben, die sie machen mussten. Für Angela war das kein Problem – sie war unglaublich fleißig und hat auch nie widersprochen.“ Dabei sei Angela Kasner, wie Merkel damals noch hieß, keine Streberin gewesen: „Es hat ihr einfach Spaß gemacht zu lernen.“

Ein fröhliches Kind sei Merkel allerdings nicht gewesen, berichtete Erika Benn weiter: „Nein, auch wenn es manchmal kolportiert wird, weil es niedliche Kinderbilder von ihr gibt. Auch die Freundlichkeit habe ich ihr erst beibringen müssen.“

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Beitrag von auf 27. August 2021. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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