Mit 65 noch rund 20 Jahre vor sich: Warum altersgerechtes Wohnen nicht erst mit Pflege beginnt

Düsseldorf – Mit 65 über altersgerechtes Wohnen nachdenken?

Für viele klingt das zu früh.

Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, warum diese Sichtweise täuschen kann.

Eine 65-jährige Frau hatte 2025 statistisch noch 21,2 Lebensjahre vor sich. Bei einem 65-jährigen Mann waren es 18,2 Jahre.

Wer mit 65 über sein Zuhause nachdenkt, plant also nicht für die letzten Monate seines Lebens.

Er plant möglicherweise für die nächsten zwei Jahrzehnte.

Altersvorsorge fürs Haus

Finanzielle Altersvorsorge ist selbstverständlich.

Versicherungen werden überprüft. Rücklagen gebildet. Vollmachten erstellt.

Doch eine andere Frage wird häufig vertagt:

Kann ich in diesem Zuhause noch leben, wenn meine Beweglichkeit irgendwann nachlässt?

„Altersgerechtes Wohnen wird häufig erst mit Pflegebedürftigkeit verbunden“, sagt ProLift-Geschäftsführer Jörg Kutta. „Dabei muss der erste Schritt überhaupt kein Umbau sein. Es reicht zunächst, das eigene Haus einmal aus der Perspektive des älteren Ichs anzusehen.“

Wo befindet sich das Schlafzimmer?

Wie komme ich ins Haus?

Ist das Badezimmer auch mit eingeschränkter Beweglichkeit nutzbar?

Welche Räume erreiche ich nur über eine Treppe?

Und könnte ich das Haus nach einer Operation vorübergehend überhaupt vollständig nutzen?

Nicht alles muss sofort verändert werden

Wer dabei mögliche Schwierigkeiten entdeckt, muss nicht unmittelbar handeln.

„Die beste Entscheidung kann mit 65 durchaus lauten: Wir verändern heute gar nichts“, sagt Kutta. „Der Unterschied ist, dass man die möglichen Probleme kennt und später nicht völlig unvorbereitet entscheiden muss.“

Auch unter Sicherheitsaspekten ist das relevant: Schätzungen zufolge stürzen rund 30 von 100 zuhause lebenden Menschen über 65 einmal jährlich. Gesundheitsportal

Die entscheidende Frage lautet deshalb vielleicht nicht:

„Bin ich schon alt genug, um darüber nachzudenken?“

Sondern:

„Ist mein Zuhause bereit für die nächsten 20 Jahre?“

Quellen: Statistisches Bundesamt, Lebenserwartung 2025; gesund.bund.de. Statistisches Bundesamt