„Nachtcafé: Bewusst vom Leben lassen“ (FOTO)

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Michael Steinbrecher spricht u. a. mit Schauspieler Winfried
Glatzeder, der sich intensiv mit dem Thema Tod auseinandersetzt /
Freitag, 1. Februar 2019, 22 Uhr, SWR Fernsehen

Alle Menschen wissen, dass sie eines Tages sterben werden –
dennoch verdrängen sie den Tod oftmals im Alltag. Ob durch schwere
Krankheit oder einen unerwarteten Todesfall: Eine Konfrontation mit
dem Thema Tod löst nicht selten Sprachlosigkeit aus. Wer als
Krebspatient medizinisch austherapiert gilt, wünscht sich
Schmerzfreiheit und ein würdevolles Loslassen vom Leben. Müssen
Menschen so lange ausharren, bis das Leben verglimmt? Soll jemand,
der unter Depressionen leidet und seit Jahren nur noch Leere
verspürt, den Zeitpunkt des Todes frei wählen dürfen? Befürworter und
Gegner der Sterbehilfe stehen sich seit Jahren unversöhnlich
gegenüber. So individuell wie die Lebensentwürfe selbst, so
unterschiedlich setzt sich jeder Mensch mit seinem letzten Weg
auseinander. Ist der Wunsch zu sterben ebenso natürlich wie der
Wunsch, leben zu wollen? Wie weit darf Autonomie und Selbstbestimmung
gehen? Darüber spricht Michael Steinbrecher mit seinen Gästen im
„Nachtcafé: Bewusst vom Leben lassen“ am Freitag, 1. Februar, 22 Uhr,
im SWR Fernsehen.

Die Gäste im „Nachtcafé“:

Winfried Glatzeder setzt sich intensiv mit dem Thema Tod
auseinander Schauspieler Winfried Glatzeder setzt sich ständig mit
dem Sterben und dem Tod auseinander. Auch wenn die letzte Reise
unvermeidlich ist, versucht der 73-Jährige, ihr mit Humor zu
begegnen. Er hat bereits seinen Grabplatz ausgesucht und war auch
schon zum Probeliegen in einem Sarg. Das Schlimmste wäre für ihn,
wenn seine Frau vor ihm ginge. Aber diesen Gedanken schiebt er weit
weg. Auch für sich selbst hat der bekennende Hypochonder ein hohes
Ziel gesteckt: „Ich will 103 werden. Natürlich bei blendender
Gesundheit.“

Gisela Getty spricht über den Tod ihrer Schwester Jutta Winkelmann
Gisela Getty und ihre Schwester Jutta Winkelmann gelten als
Deutschlands berühmteste Hippie-Zwillinge. Schon immer ging ihnen der
Freiheitsgedanke und ein selbstbestimmtes Leben über alles. Als Jutta
Winkelmann die Diagnose Knochenkrebs bekam, ging sie auch hier ihren
eigenen Weg. Trotz furchtbarer Schmerzen und langem Leiden
verzichtete sie bis zuletzt auf Schmerzmittel: „Es war ein unheimlich
intensiver Prozess. Jutta hat am Schluss 26 Kilo gewogen.“

Muri Miyanyedi ist schwer krank und möchte den Zeitpunkt ihres
Todes selbst bestimmen Muri Miyanyedi möchte selbst bestimmen, wann
die Qualen ein Ende haben: Seit 16 Jahren leidet die Stuttgarterin an
Multipler Sklerose. Die Krankheit hat ihr die Beweglichkeit, ihre
Selbstständigkeit und viel Lebensqualität genommen: „Ich brauche in
allem Unterstützung, alles ist anstrengend, mühsam und oft auch
beschämend.“ Sie hat bereits Kontakt zu Sterbehilfeorganisationen im
Ausland aufgenommen und fordert in Deutschland ein Recht auf
Sterbehilfe.

Elisabeth Kunze-Wünsch lehnt als ehemalige Pfarrerin
selbstbestimmtes Sterben ab „Wir haben kein Recht auf einen
selbstbestimmten Tod“, davon ist die ehemalige Gemeindepfarrerin
Elisabeth Kunze-Wünsch überzeugt. Menschliches Leben sei ein
Geschenk, das wir annehmen müssten, so die Haltung der Christin. Als
Leiterin des Stuttgarter Hospizes erlebt sie täglich, dass aus dem
Wissen um Zuneigung und Gottes Liebe auch die letzte Phase des Lebens
erträglich gestaltet werden kann.

Rolf Mayer verlor seine Frau und seine Tochter Rolf Mayer war
frisch gebackener Familienvater, als sich bei ihm ein furchtbares
Familiendrama ereignete. Nachdem seine Frau nach der Geburt eine
Wochenbettpsychose bekam, wurde sie in eine Klinik eingewiesen. Kurz
nach ihrer Entlassung kam es zu einer folgenschweren Situation: Die
junge Mutter löschte nicht nur ihr eigenes Leben aus, sondern auch
das ihrer fünf Monate alten Tochter: „Ich habe meiner Frau nie einen
Vorwurf gemacht, sie war schwer krank.“

Mark Castens erfüllt schwer kranken Menschen ihre letzten Wünsche
Eine letzte Fahrt mit der Harley, noch einmal den Lieblingsverein im
Fußballstadion sehen oder ein persönliches Treffen mit einem Idol –
wenn Menschen nicht mehr lange zu leben haben, bekommen Wünsche eine
andere Dimension. Mark Castens hat einen Verein gegründet, der diese
ermöglicht: „Es ist schön, miterleben zu dürfen, wie ein erfüllter
Wunsch das Strahlen in die Augen von Sterbenskranken zurückbringt.“

Prof. Dr. Sven Gottschling ist als Palliativmediziner tätig Prof.
Dr. Sven Gottschling begleitet schwer kranke Menschen bis in den Tod:
„Ich sehe mich als Spezialist für mehr Lebensqualität und will meinen
Patienten die noch verbleibende Zeit so angenehm wie möglich
gestalten.“ Der Palliativmediziner begleitet die letzte Phase nicht
nur mit einer schmerzmildernden Versorgung, sondern versucht
gleichzeitig, dem Tod die Sprachlosigkeit und das Bedrohliche zu
nehmen.

„Nachtcafé“ – anspruchsvoller Talk auf Augenhöhe Das „Nachtcafé“
ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Talkshows im deutschen
Fernsehen. Jeden Freitagabend begrüßt Moderator Michael Steinbrecher
Menschen mit besonderen Lebensgeschichten, darunter auch Prominente
und Experten, um sich gemeinsam mit ihnen mit einem Thema
auseinanderzusetzen.

„Nachtcafé: Bewusst vom Leben lassen“ am Freitag, 1. Februar 2019,
22 Uhr im SWR Fernsehen

Weitere Informationen unter:
http://swr.li/nachtcafe-bewusst-vom-leben-lassen

Fotos über www.ARD-Foto.de

Pressekontakt: Grit Krüger, Tel. 07221 929 22285,
grit.krueger@SWR.de

Original-Content von: SWR – Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

Beitrag von auf 29. Januar 2019. Abgelegt unter Gesundheit, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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