
Laut des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschland ist die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) die häufigste Ursache für eine schwere Sehbehinderung.
Die Makula – der Bereich des schärfsten Sehens auf der Netzhaut – wird bei dieser Krankheit schrittweise zerstört. Die Betroffenen sehen ihres Blickfeldes einen schwarzen Punkt – ein regelrechtes Loch.
Bei der AMD liegt ausgerechnet das Objekt im Dunkeln, auf das sich das Auge richtet (z.B. ein Gesicht gegenüber oder ein Text). Der Patient kann rundherum allerdings noch klar sehen.
Bis zum heutigen Tage müssen Betroffene lernen, an diesem schwarzen Punkt vorbeizuschauen, um ein Gesicht zu erkennen oder den Text lesen können. Das bedeutet: Damit Gesicht oder Text dorthin „rücken“, wo noch ein Erkennen möglich ist – nämlich an den Rand des Blickfeldes – müssen sie den Kopf schräg halten. Denn der Rest, das sogenannte „Periphere Sehen“, also das Sehen um das geschädigte Areal herum, bleibt in der Regel verschont.
Das „Geheimnis“ der neuen Brillen: Das Objekt, das man erkennen will, wird durch einen speziellen Schliff der Gläser auf eben diesen Teil der Netzhaut umgeleitet der von der AMD nicht betroffen ist.
Der Brillenhersteller führt vor der Anfertigung genaue Tests durch, um diese Netzhautbereiche ausfindig zu machen. Die Gläser werden dann in Abhängigkeit vom Ergebnis individuell angepasst. Dieses wird durch ein im Glas integrierte Vergrößerung zusätzlich verbessert. Der Patient kann dank der Brille mit natürlicher Körperhaltung im optimalsten Fall fast wieder normal sehen.
Augenoptiker Horst Geldmacher in Bad Salzdetfurth ist der Erfinder des neuen, zum Patent angemeldeten Brillensystems. Im „LowVisionCenter“ für Sehbehinderte sind diese Brillen erhältlich. Die Kunden kommen aus ganz Deutschland. Terminvereinbarung unter 05063-95960.
Die Kosten (800 bis 1.100 Euro pro Brille) müssen derzeit noch selbst gezahlt werden. Verhandlungen mit den Krankenkassen finden statt.