Neue OZ: Kommentar zu Kommunen / Theater

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Theaterfreie Zone

Mehr Entgegenkommen ist kaum vorstellbar: Das Land
Schleswig-Holstein und die kommunalen Landesverbände haben sich sehr
ins Zeug gelegt, um der Stadt Schleswig einen Theaterneubau zu
ermöglichen. Freilich aus eigenem Interesse: Der hohe Norden als
weißer Fleck auf der deutschen Theaterlandkarte – das kann nicht im
Sinne einer verantwortlichen Kulturpolitik sein. Schleswig wäre
Theaterstandort mit einem Neubau geblieben, die dem Landestheater
angeschlossenen Kommunen wären versorgt gewesen – so etwas nennt man
im heutigen Sprachgebrauch eine Win-win-Situation.

Umso verwunderlicher sind die Winkelzüge einiger städtischer
Politiker. Sie treten plötzlich für eine teurere Lösung ein –
deutlicher können sie gar nicht sagen, dass sie das Theater nicht
wollen, und man muss nicht allzu böswillig sein, um den Politikern
Borniertheit zu unterstellen. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser
nordische Weg einzigartig in Deutschland bleibt. Zumal diese
Entscheidung das Konstrukt des Landestheaters insgesamt gefährdet und
einen ganzen Landstrich zur theaterfreien Zone erklärt.

Ralf Döring

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Beitrag von auf 28. Februar 2014. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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