NOZ: Désirée Nick: Alice Schwarzer galt bei uns als durchgedrehte Oma

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Désirée Nick: Alice Schwarzer galt bei uns als
durchgedrehte Oma

„#MeToo? – Die Frau kann doch Nein sagen“ – Entertainerin wünscht
sich Rollen in „Tatort“ und „Pilcher“

Osnabrück. Entertainerin Désirée Nick zweifelt an der #MeToo-These
vom Machtmissbrauch in ihrer Branche: „Es ist doch kein
Machtmissbrauch, ein Angebot zu machen. Die Frau hat doch die
Möglichkeit, Nein zu sagen“, sagte die 62-Jährige der „Neuen
Osnabrücker Zeitung“. „Sie glauben doch nicht im Ernst, dass ich
jemals in meinem Leben in ein Hotelzimmer gegangen wäre, um mit einem
Regisseur über ein Stück zu sprechen. Wenn ich Geschäfte mache, sitze
ich am Schreibtisch. Ich betrete doch kein Hotelzimmer oder verabrede
mich um 23 Uhr, um übers Geschäft zu sprechen.“ Die Frage nach
vergleichbaren Erfahrungen beantwortete Nick mit den Worten: „Wenn
überhaupt, habe ich mich runtergeschlafen, weil ich immer Beziehungen
mit Leuten hatte, die mit meiner Branche gar nichts zu tun hatten.
Natürlich kann man seine Karriere darauf aufbauen, aber dann würde
ich lieber gleich als Prostituierte arbeiten. Das ist ein anständiger
Beruf mit ganz klaren Regeln.“

Auch eine Veteranin der Frauenbewegung sieht Nick kritisch: „Alice
Schwarzer galt in unserem Frauenhaushalt als alte, durchgedrehte Oma.
Mehr nicht. Was die gepredigt hat, war für uns eine
Selbstverständlichkeit“, sagte die Entertainerin. „Ich komme aus
einer Familie von Alleinerziehenden in der vierten Generation. Wir
waren Frauenrechtlerinnen, als es das Wort noch gar nicht gab.“

Dass in England auch die Dusche im Dschungelcamp als sexistisch
kritisiert wurde, kommentierte Nick so: „Wenn das #MeToo ist, müssen
Sie alles schreddern, angefangen bei der antiken Bildhauerei. Das ist
doch alles ein Schwachsinn sondergleichen. Jesus am Kreuz – ein
Nackter! Ich amüsiere mich über die Versuche, mit aller Gewalt das
Natürlichste der Welt zu skandalisieren. Das sind die Auswüchse einer
Generation, die nichts anderes kennt, als auf dem iPhone von rechts
nach links zu wischen. Wenn man seine Bildung aus den sozialen Medien
bezieht, kommt man natürlich zu bizarren Schlussfolgerungen.“

Ihre eigene Nähe zum Reality-Fernsehen begründete Nick mit einem
Mangel an Angeboten: „Das ist doch meine einzige Möglichkeit, mich
Leuten zu zeigen, die nicht ins Theater gehen. Jeder hat ein Recht
auf Désirée Nick“, sagte sie. „Und auf die Idee, für Frau Nick mal
eine eigene Serie zu schreiben oder ein eigenes Fernsehformat, auf
die kommt ja keiner. Oder Frau Nick mal ins Traumschiff einzubauen.
Oder bei Rosamunde Pilcher. Oder als Kommissarin, das ist ja schon zu
viel verlangt. Was soll ich denn machen? Ich kann nur die Chancen
nutzen, die ich kriege. Wenn einer sagen würde: Wir suchen eine
Berliner ‚Tatort‘-Kommissarin, wollen Sie? – dann würde ich mir die
Haare abschneiden, mich nie mehr schminken und sagen: Sofort, und
zwar spiele ich eine Lesbe.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Beitrag von auf 19. Januar 2019. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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