NOZ: Dirk Steffens: Artensterben ist wie Angriff von Außerirdischen

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Dirk Steffens: Artensterben ist wie Angriff von
Außerirdischen

Naturfilmer sieht dramatische Folgen für die Menschheit –
Tatenlosigkeit macht ihn fassungslos – “Chinesen bei Umweltschutz
teilweise weiter als wir”

Osnabrück. Der Naturfilmer und Artenschützer Dirk Steffens (51,
“Terra X”) prophezeit dramatische Folgen des Artensterbens. Laut
Weltartenschutzbericht seien von weltweit acht Millionen Arten eine
Million bedroht. “Eine Katastrophenmeldung! Ungefähr so, als würde
die Nasa vermelden, dass wir demnächst von Außerirdischen angegriffen
werden. Oder dass ein riesiger Meteorit direkt auf die Erde zurast”,
sagte Steffens der “Neuen Osnabrücker Zeitung”. Das für ihn
Unfassbare aber sei: “Die Nachricht ist da – und es tut sich nichts.
Das macht mich absolut fassungslos.” Die Folgen wären laut Steffens
bei anhaltender Tatenlosigkeit fatal: “Im Prinzip könnten wir unser
Leben so fortsetzen, wie wir es kennen. Wenn wir aber noch 20 Jahre
warten, reden wir über eine globale Katastrophe mit
Verteilungskriegen, Rohstoffmangel, Hungersnöten und
Flüchtlingsströmen. Das ist wie bei einer Krankheit: Gehen Sie früh
zum Arzt, reicht vielleicht eine Pille – gehen Sie sehr viel später,
brauchen Sie womöglich eine Amputation.” Der Leidensdruck werde mit
jedem Jahr größer, das sei unvermeidlich, prophezeite Steffens: “Und
je höher der Leidensdruck, desto größer der Druck auf die Politik.
Wenn es mal so weit ist, dass unsere Atemluftprobleme noch
gravierender werden, sind Eltern, deren Kind einen Tumor in der Lunge
hat, wenig kompromissbereit bei Umweltschutzbestimmungen. Das sieht
man an China, wo sich gerade einiges ändert. Das Land hat extrem
strenge Klimaziele für die kommenden Jahre und Jahrzehnte. Die
Chinesen sind teilweise jetzt schon weiter als wir, und unsere alte
Sichtweise ,Das da sind die Umweltschweine’ funktioniert nicht mehr.”
Der Naturfilmer erneuerte seine Forderung nach Aufnahme des
Artenschutzes in das Grundgesetz: “Unser Grundgesetz ist dafür da,
das Grundsätzliche zu regeln, also die wirklich wichtigen Sachen.
Wenn wir glauben, dass Freiheit, Demokratie und Menschenrechte da
reingehören, dann müssen wir uns auch fragen: Sind diese Dinge
überhaupt möglich ohne eine Umwelt, auf deren Funktionsfähigkeit
diese menschliche Zivilisation basiert? Armut, eine vergiftete Umwelt
und Umweltkrankheiten gehören doch zu den schlimmsten Formen von
Unfreiheit und Menschenrechtsverletzungen, die man sich vorstellen
kann. Und deshalb ist es absurd, dass wir das wichtigste Thema von
allen nicht im Grundgesetz regeln.”

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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Beitrag von auf 15. Juli 2019. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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