PulsArt: Experimentell, regional und auf höchstem Niveau

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Dem Vorarlberger Landeskonservatorium ist es wichtig, dass die Studierenden weiterhin Auftrittsmöglichkeiten haben. Kultur im Land soll auch jetzt stattfinden. Deshalb macht das VLK Konzerte weiterhin möglich. Eine kleine Besetzung und strenge Hygienemaßnahmen während der Proben und Aufführungen sorgen für die Sicherheit der Zuhörerinnen und Zuhörer. Zudem wird die Besucherzahl immer an die geforderten Abstandsregelungen angepasst.
Stilistische Bandbreite
Das Ensemble PulsArt hat sich auf Neue Musik spezialisiert. Studierenden möchte es die Möglichkeit bieten, mit Neuer Musik in Berührung zu kommen und sich mit dieser auseinanderzusetzen. Dabei zeigt es die stilistische Bandbreite der Musik aus diesem und dem vergangenen Jahrhundert. „Wir wollen auf höchstem Niveau zentrale Meisterwerke aufführen. Außerdem sollen Komponistinnen und Komponisten aus der Region eine Plattform erhalten“, formuliert Jörg Maria Ortwein.

Dieser Ansatz zeigt sich heuer am Beispiel Francisco Obieta: Der 63 Jahre alte Argentinier leitet seit dem Jahr 1992 eine Klasse für Kontrabass und Kammermusik am VLK. Er musiziert in verschiedenen Tango-Formationen und ist Jurymitglied bei internationalen Wettbewerben. „A Fallout of Nightmares“ aus seiner Feder kommt am 11. Oktober in Feldkirch zur Uraufführung.

Gemeinsam im Labor
Neue Musik ist ein Teil der Philosophie des Konservatoriums. Das Publikum schätzt diesen Ansatz: Die PulsArt-Konzerte sind stark nachgefragt. Als Labor sieht Ortwein die ungewöhnliche Vorgehensweise: „Bei PulsArt machen sich alle Beteiligten gemeinsam auf einen Weg. Das ist bei diesem Ensemble noch viel mehr als bei anderen Projekten der Fall. Lehrende sind verstärkt in die Werkauswahl und in die gemeinsame Arbeit mit den Studierenden eingebunden.“ Häufig verantwortet allein die künstlerische Leitung des Ensembles die Auswahl der Stücke. In diesem Fall wurde eine größere Runde von Kollegen des VLK beteiligt: „So entsteht ein persönlicher Austausch zwischen Komponistinnen und Komponisten, Studierenden und dem Publikum.“

„Piccola musica notturna“, „Waves of Talya“ und „Release“
Ein weiterer Programmpunkt ist Luigi Dallapiccolas Kammerfassung der „Piccola musica notturna“. Er ist der namhafteste Vertreter der italienischen Zwölftontechnik, die auf Arnold Schönberg zurückgeht. Dallapiccolas in den 1940er-Jahren entstandenen Opern gelten heute als Klassiker der Moderne.

Der Komponist Ince Kamran brachte bereits The New Yorker zum Schwärmen. Das renommierte Magazin lobte seine „individuelle, selbstsichere und fesselnde Stimme“. Er kombiniert in seinem Schaffen die Musik des Balkans und der Türkei. Als Kompositionslehrer unterrichtet Kamran an der Universität Memphis und der Technischen Universität Istanbul. Er ist Guggenheim-Stipendiat und wurde mit dem Rome- sowie dem Lili-Boulanger-Preis ausgezeichnet. PulsArt spielt sein Werk „Waves of Talya“.

Der Abschluss des Abends gehört Mark-Anthony Turnage und seinem Stück „Release“. Der Brite ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Musikvermittler und Klangschöpfer. Jazz – insbesondere Miles Davis – hat Turnage geprägt. Im Jahr 2015 ernannte ihn Queen Elizabeth II. zum „Commander of the Order of the British Empire“.

Entspannter Konzertgenuss trotz Covid-19
Das Vorarlberger Landeskonservatorium ermöglicht seinen Gästen einen entspannten und sicheren Konzertgenuss und trifft alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen in Sachen Corona. Details zu den Maßnahmen sind auf www.vlk.ac.at nachzulesen.

Beitrag von auf 1. Oktober 2020. Abgelegt unter Klassische Musik. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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