Südwest Presse: Kommentar: Literaturnobelpreis

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The Times They Are A-Changin'”: Man könnte tatsächlich
die Entscheidung der schwedischen Jury, den Literaturnobelpreis in
diesem Jahr an den Musikpoeten Bob Dylan zu vergeben, komplett mit
Textzeilen aus diesem einen Lied kommentieren. 52 Jahre ist der Song
alt, ein Protestsänger und Anführer der Jugendbewegung war Dylan
damals. Er fasste den Aufruhr, den Wandel in Worte und Töne, er
warnte das Establishment: Die Generation der Eltern solle nicht
kritisieren, was sie nicht verstehen könne. Nun, mit 75, gehört Bob
Dylan selbst auf seine Weise längst zum Establishment und
mittlerweile zur Großelterngeneration. Der Nobelpreis mutet da an wie
ein Adelsschlag für die Rockpop-Welt – ach, Sir Paul McCartney und
Sir Elton John gibt’s ja schon. Wer kritisiert, wer nicht versteht,
dass nun kein konventioneller Schriftsteller den ehrwürdigen Preis
bekommt, sollte doch anerkennen, dass viele von Dylans Zeilen enorme
poetische Kraft haben. Er hat damit mehr Menschen erreicht und bewegt
als fast alle anderen Lyriker.Mit Bob Dylan wird ein herausragender
Songwriter geehrt. Aber die wahre Aussage dieser Preisvergabe geht
darüber hinaus: Ein Text kann auch literarische Qualität besitzen,
wenn er nicht zwischen Buchdeckel gepresst oder auf einer
Theaterbühne gesprochen wird. Und damit haben die Juroren eine
erfreuliche Entscheidung getroffen.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: S?dwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Beitrag von auf 13. Oktober 2016. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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