SWR-Recherche: Oft zu wenig Amtsärzte in den Gesundheitsämtern im Land

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In den meisten Gesundheitsämtern in Rheinland-Pfalz gibt es weniger Ärzte, als das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium für nötig hält. Das ist das Ergebnis einer SWR-Umfrage bei den insgesamt 24 Gesundheitsämtern im Land. Damit liegt erstmals ein Überblick über die Personalsituation in den Ämtern vor. Eine offizielle Statistik gibt es nicht.

Mainz. Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium sagt, in einem Gesundheitsamt sollten mindestens vier Ärzte pro 100.000 Einwohner sein. Das schafft aber nur ein Drittel der Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz. Dies oft auch nur, wenn man die Zahlen aufrundet. Der Großteil kommt auf zwei oder drei Ärzte pro 100.000 Einwohner. Am schlechtesten schneiden die Gesundheitsämter im Vulkaneifelkreis, im Rhein-Pfalz-Kreis und im Kreis Alzey-Worms ab. In diesen Ämtern gibt es rechnerisch noch nicht einmal zwei Amtsärzte pro 100.000 Einwohner. Im Rhein-Pfalz-Kreis kommt hinzu, dass es dort auch insgesamt sehr wenig Mitarbeiter gibt – nur sieben für 100.000 Einwohner. Damit ist das Gesundheitsamt des Rhein-Pfalz-Kreises rechnerisch das personell am schlechtesten ausgestattete im Land. Am besten schneidet das Gesundheitsamt in Trier ab. Für 100.000 Einwohner stehen dort 21 Mitarbeiter zur Verfügung, vier davon sind Ärzte.

Kommunen: Pauschale des Landes sei seit Jahren zu niedrig Der Landkreistag Rheinland-Pfalz reagiert auf die SWR-Recherche und sieht die Landesregierung mitverantwortlich für die Personallage in den Gesundheitsämtern. Zuständig für die Ausstattung der Gesundheitsämter sind die Landkreise. Für die Finanzierung kommt aber das Land auf. Es zahlt den Kreisen jährlich eine Pauschale. Der Geschäftsführende Direktor des Landkreistages, Burkhard Müller, sagte, diese Pauschale sei seit Jahren zu niedrig. Deshalb sei es oft gar nicht möglich, dringend benötigte Stellen zu schaffen.

Dreyer: Schlüsselrolle der Gesundheitsämter bei Eindämmung der Corona-Pandemie Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium weist die Kritik des Landkreistages zurück. Dem SWR teilte das Ministerium mit, es sei derzeit nicht geplant die Pauschale aufzustocken. In der schriftlichen Stellungnahme des Gesundheitsministerium klingen Zweifel an, dass die Kommunen das Geld des Landes in voller Höhe für die Gesundheitsämter ausgeben: “Es ist im Interesse des Landes, dass die für die Unterstützung der Gesundheitsämter gezahlten Mittel auch dort ankommen”. Erst in der vergangenen Woche hatte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer betont, dass den Gesundheitsämtern bei der Eindämmung der Corona-Pandemie eine Schlüsselrolle zukomme.

Bei Fragen können Sie sich an das landespolitische Korrespondentenbüro des SWR wenden, Tel: 06131 929 34568.

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/7169/4630080 OTS: SWR – Südwestrundfunk

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Beitrag von auf 22. Juni 2020. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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