Trendsport Wandern: Hightech-Textilien richtig kombinieren / TÜV Rheinland: Zwiebelprinzip bei Funktionsbekleidung beachten / Socken aus Baumwolle zum Wandern ungeeignet

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Jeder zweite Deutsche über 16 Jahre schnürt dem
Deutschen Wanderverband zufolge regelmäßig die Wanderschuhe, um in
freier Natur Entspannung oder die körperliche Herausforderung zu
suchen. Immer dabei: moderne Funktionskleidung, die sowohl bei
schweißtreibenden Temperaturen als auch bei unverhofften
Regenschauern die Haut trocken halten soll. Die Hightech-Materialien
können ihr Potenzial aber nur bei der richtigen Anwendung entfalten.
„Tragen Outdoor-Sportler unter einer wasserdichten und atmungsaktiven
Membranjacke ein T-Shirt aus Baumwolle, versagt die Atmungsaktivität
der Jacke“, sagt Andres Metzger, Experte für Textilien bei TÜV
Rheinland. Denn die Baumwolle speichert Feuchtigkeit und gibt sie nur
sehr langsam wieder ab. So kann diese nicht schnell genug von der
Hautoberfläche abgeleitet werden und über die Membran in der Jacke
nach außen verdampfen. „Wichtig ist das richtige Zwiebelprinzip. Nur
mit Funktionswäsche oder einem ebensolchen Shirt aus Mikrofaser ist
der Transport der Feuchtigkeit durch alle Schichten gewährleistet“,
so Metzger.

Softshell-Ausrüstung meist ausreichend

Spezielle Wandertextilien sind laut Hersteller meist nicht nur
atmungsaktiv, sondern auch wind- und wasserdicht. Die Kombination der
Funktionen hat aber ihren Preis. „Wer bei schönem Wetter loswandert,
der ist mit Softshelljacke und entsprechender Hose gut ausgerüstet.
Das Material ist relativ günstig, atmungsaktiv und hält auch kleinere
Regenschauer ab“, empfiehlt Metzger. Erst bei längeren Touren und bei
extremen Witterungen sollten die deutlich teureren regenfesten
Membranjacken und -hosen ins Spiel kommen. Über die tatsächliche
Wasserdichtigkeit gibt im Labor die sogenannte Wassersäule Auskunft.
„Eine wenige Zentimeter große Fläche des zu testenden Stoffgewebes
wird unter ein Messrohr gespannt, was langsam mit Wasser gefüllt wird
bis erste Tropfen unter dem Stoff auftauchen“, so Metzger. Wird kein
Druck auf die Kleidung ausgeübt, reicht eine Wassersäule von 1.300
Millimeter. Wer einen Rucksack trägt oder sich auf den feuchten Boden
setzen oder knien möchte, der sollte auf eine Wassersäule von 8.000
Millimeter achten. Die Atmungsaktivität der Jacke sollte stets
bestehen bleiben.

Wandersocken empfehlenswert

Mindestens ebenso wichtig wie gutes, festes Schuhwerk sind
spezielle Wandersocken. „Herkömmliche Socken aus Baumwolle sind nicht
geeignet, da sie beispielsweise keine Feuchtigkeit ableiten können“,
sagt der Textilexperte. Moderne Wandersocken verfügen über
unterschiedliche synthetische Faserstoffe, die an bestimmten Stellen
verstärkt sind. So bleiben die Füße eher trocken und vor
schmerzhaften Druckstellen geschützt. Bei der richtigen Pflege können
die Eigenschaften der Funktionstextilien über viele Wanderjahre
hinweg erhalten bleiben. Vor allem gilt: Hände weg vom Weichspüler.
Dieser zerstört die Funktionalität nachhaltig.

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Beitrag von auf 24. August 2018. Abgelegt unter Freizeit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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