Köln, 23. Juni 2026 – Die Gesundheitsversorgung steht unter Druck: steigende Kosten, politische Sparvorgaben und Fachkräftemangel sorgen für lange Wartezeiten, auch bei Physiopraxen. Für Patient:innen entsteht dadurch eine Versorgungslücke: Selbst wenn eine ärztliche Heilmittelverordnung vorliegt, dauert es vielerorts drei bis sechs Wochen bis zum nächsten freien Termin.
Abhilfe schaffen soll nun ein Modellprojekt von FPZ, Physiofit und der R+V BKK, das diese zentrale Versorgungslücke adressiert: Patient:innen werden bereits während der Wartezeit auf ihren Vor-Ort-Termin digital begleitet. Teilnehmende Praxen weisen über die Physiofit-App passende Übungen zu, individuell orientiert am Beschwerdebild und als strukturierte Unterstützung bis zum Start der Behandlung in der Praxis. Die Kosten übernimmt die R+V BKK für ihre Versicherten, während FPZ die Versorgungsstruktur über sein Netzwerk mit aufbaut.
_“Wenn ein Rezept ausgestellt wird, besteht ein konkreter Versorgungsbedarf. Dann darf Unterstützung nicht erst Wochen später beginnen“_, sagt Dr. Frank Schifferdecker-Hoch, Geschäftsführer von FPZ._ „Mit dem Modellprojekt wollen wir zeigen, wie digitale Begleitung Praxen entlasten und Patientinnen und Patienten_ _früher erreichen kann, ohne die Behandlung vor Ort zu ersetzen. Dass die R+V BKK hier echte Pionierarbeit leistet, ist ein wichtiges Signal: Versorgung muss dort ansetzen, wo Menschen Unterstützung brauchen – und zwar möglichst früh.“_
Digitale Brücke bis zum Praxistermin
Mit Physiofit können Physiopraxen ihren Patient:innen ausgewählte Heimübungen per App zuweisen, die Durchführung begleiten und Fortschritte nachvollziehen.
Im Modellprojekt mit der R+V BKK wird Physiofit gezielt für Versicherte eingesetzt, die bereits eine Verordnung erhalten haben, aber noch auf ihren ersten Termin in der Physiopraxis warten. So wird aus passiver Wartezeit eine aktiv begleitete Phase.
_“Therapie endet nicht an der Praxistür. Gleichzeitig wissen wir, wie eng der Alltag in Physiopraxen getaktet ist“_, sagt Manuel Mandl, Gründer und Geschäftsführer der Physiofit Digital GmbH. _“Mit Physiofit möchten wir Praxen ein Werkzeug an die Hand geben, das Patientinnen und Patienten weiterhilft und Praxen im Alltag unterstützt. Besonders wertvoll für uns ist die Umsetzung mit FPZ: Über das große Netzwerk an Leistungserbringern kann die digitale Begleitung schnell in die Versorgungspraxis gebracht werden.“_
Versorgung früher ermöglichen und Folgekosten vermeiden
Die R+V BKK sieht in dem Modellprojekt einen Ansatz, von dem Versicherte, Praxen und das Gesundheitssystem gleichermaßen profitieren können.
_“Lange Wartezeiten können dazu führen, dass sich gesundheitliche Belastungen verfestigen oder verschlimmern. Das ist für die Betroffenen belastend und kann zugleich höhere Folgekosten für das Gesundheitssystem verursachen“,_ sagt Roland Rogge, verantwortlich im Bereich Versorgungsmanagement bei der R+V BKK. _“Deshalb ist es sinnvoll, Wartezeiten aktiv zu überbrücken und frühzeitig Hilfe anzubieten. Von diesem Modellprojekt können am Ende alle profitieren: Versicherte, Leistungserbringer und die Solidargemeinschaft.“_
Für Physiopraxen ist der Einsatz niedrigschwellig angelegt. Übungen können digital zugewiesen und gesteuert werden. Zusätzlich erhalten teilnehmende Praxen pro abgeschlossenem Kurs eine Vergütung von der R+V BKK. Damit soll digitale Patientenbegleitung nicht nur versorgungsrelevant, sondern auch wirtschaftlich praktikabel für Leistungserbringer werden.
Modellprojekt mit gesundheitspolitischer Relevanz
Das Projekt greift eine aktuelle gesundheitspolitische Frage auf: Wie lassen sich begrenzte Ressourcen besser nutzen, ohne die Versorgungsqualität zu schwächen?
_“Wir brauchen Versorgungslösungen, die pragmatisch, wirksam und anschlussfähig an den Praxisalltag sind“_, so Dr. Frank Schifferdecker-Hoch.
FPZ, Physiofit und die R+V BKK verstehen die digitale Überbrückung ausdrücklich nicht als Ersatz für physiotherapeutische Behandlung. Vielmehr soll sie eine ergänzende Lösung sein, um Versicherte früher zu aktivieren, Praxen zu entlasten und die Zeit bis zum Therapiebeginn sinnvoll zu nutzen.
Interessierte Physiopraxen und Therapieanbieter können sich unverbindlich für das Modellprojekt anmelden unter: https://go.Physiofit.app/z6dG