Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Kunstaktion Mauerbau

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Wer in der DDR opponierte, wurde bespitzelt oder
inhaftiert oder hingerichtet. Wer sich hinter die Mauer der
künstlichen DDR begibt, die demnächst für vier Wochen in Berlin
errichtet wird, muss sein Smartphone abgeben. Falls Sie nicht zu
jenen gehören, denen ein paar Stunden ohne Handy wie ein Trip in die
Hölle vorkommen, werden Sie den Unterschied zwischen Stasi-Staat und
Kunstaktion erkennen. Dennoch verwahren sich die Veranstalter von
»Dau Freiheit«, die ein DDR-ähnliches Ambiente schaffen wollen,
dagegen, sie errichteten eine »Disney-DDR«. Tun sie aber doch. Die
Reaktion darauf fällt zwiespältig aus. Hinterbliebene der Terroropfer
von einst müssen sich verhöhnt fühlen. Andere goutieren sicherlich
den Grusel – die Mitwirkenden des ukrainischen Originalprojekts
sollen von stalinistisch angehauchten Straßenszenen und dünner
Kohlsuppe ganz angetan gewesen sein. Junge Künstler agieren in dem
Glauben, ihre Kunst müsse widerständig sein, besser: provozieren. Das
tut »Dau« ganz gewiss. Aber man kann ja mal gucken. Immer nur
Achterbahn im Europapark Rust ist auf Dauer auch öde.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

Beitrag von auf 28. August 2018. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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