Westfalenpost: Westfalenpost zum Literaturnobelpreis für Bob Dylan

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Unter Kollegen hatten wir schon gelästert: Wer wird
es diesmal, den man nicht kennt. Und wieder überrascht die
Literaturnobelpreis-Jury. Denn Bob Dylan ist sicherlich der
populärste Preisträger aller Zeiten. Außerdem stellt sich bei dem
amerikanischen Sänger und Songwriter die Frage gar nicht erst, die
sonst für hitzige Debatten sorgt: ob der Laureat nun aus politischen
Gründen oder wegen der Qualität seines Schaffens ausgewählt wurde.
Denn Bob Dylans Liedtexte vereinen beides. Sie sind hochpolitisch,
sie spiegeln die Träume, die Hoffnungen, aber auch die Krisen und
Anklagen unserer Zeit. Gleichzeitig setzt Dylan Maßstäbe, was das
dichterische Format seiner Lyrik angeht. Er hat zahllose Musiker
und andere Künstler beeinflusst. Und mit seiner immerwährenden
Tournee tritt er in die Nachfolge des romantischen Wanderers a la
Eichendorff, der Freiheit und Ungebundenheit wählt, dafür aber
Einsamkeit, Außenseitertum und Unbehaustheit in Kauf nehmen muss. Zum
ersten Mal erkennt die Stockholmer Literatur-Jury mit Bob Dylan an,
dass die Genres der Populärkultur höchsten künstlerischen Rang
spiegeln können. Damit ist der Literaturnobelpreis endlich in der
Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts angekommen.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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Beitrag von auf 13. Oktober 2016. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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