zur Coronavirus/NRW/Gangelt/Köln

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Berechtigte Vorsicht

Raimund Neuß zum Kampf gegen das Coronavirus

Geschlossene Kindergärten und Schulen, Absage einer großen Kölner Messe,
intensive Suche nach Kontaktpersonen von Kranken mit erheblichen Auswirkungen
auch in der Kölner Universitätsklinik: Die Corona-Epidemie ist in NRW
angekommen.

Aber wieso erregt der Kampf gegen die neue Krankheit Covid-19 so viel mehr
Aufsehen als die Folgen der jährlichen Grippewelle? Und das, obwohl – wie
Virologen versichern – tödliche Verläufe bei der Virusgrippe häufiger vorkommen?
Würde man wegen zweier Grippefälle alle Kindergärten und Schulen eines Kreises
schließen? Wenn man aber so scharf vorgeht, wie weit ist der Weg bis zum
Abriegeln ganzer Orte wie in Italien?

Notstandsmaßnahmen italienischen Stils werden in Deutschland hoffentlich nie
Realität – und zwar gerade, weil unsere Behörden schon jetzt viel härter
eingreifen als bei Grippefällen. Mit Grippeviren kommen Menschen seit
Jahrhunderten immer wieder in Kontakt. Bei Corona gibt es keine Grundimmunität.
Mediziner sammeln erst allmählich Erfahrungen mit dem Virus. Es gibt keine
Impfung, während die Grippeimpfung zumindest einen begrenzten Schutz für
Risikogruppen bietet.

Da ist es der einzig zielführende Weg, für die Isolierung der Infizierten zu
sorgen und die Ansteckungswege zu rekonstruieren. Wenn Infektionsketten
unterbrochen werden, bestehen gute Aussichten, mit einer insgesamt geringen Zahl
von Fällen das hoffentlich rettende Ufer zu erreichen – die warme Jahreszeit.

In Italien sind die Aussichten nicht mehr so gut. Verzweifelt versuchen Behörden
ihre Handlungsfähigkeit zu demonstrieren – und hätten keinen Anlass dazu, wenn
sie besser aufgepasst hätten. Bis heute hat Italien den “Patienten Null”, mit
dem die Infektionskette begonnen haben muss und der möglicherweise eine
unbekannte Zahl weiterer Menschen angesteckt hat, nicht gefunden.

Um Größenordnungen schlimmer ist das Versagen in China, jenem Land, dessen
Führung gerade zeigen will, wie effizient eine Diktatur angeblich Krankheiten
bekämpft. Dieser Unrechtsstaat schikaniert zwar die Bürger, aber er bekommt das
Problem der Hygiene auf Tiermärkten nicht in den Griff, auf denen immer wieder
Erreger wie jetzt das Coronavirus auf Menschen überspringen. Informationen über
dessen Gefährlichkeit wurden unterdrückt. Wenn Covid-19 eins lehrt, dann dies:
Eine rechtsstaatliche, transparente Verwaltung und eine offene
Informationsgesellschaft sind Diktaturen überlegen – auch im Kampf gegen
Seuchen.

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Pressekontakt:

Kölnische Rundschau
Raimund Neuß
Telefon: 0228-6688-546
print@kr-redaktion.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/70111/4531580
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Beitrag von auf 26. Februar 2020. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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