Beim Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) 2016 präsentierte Daten zeigen antitumorale Wirkung von Lenvatinib bei mehreren soliden Tumorerkrankungen

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SCHWEIZ

In explorativen Subgruppenanalysen der zulassungsrelevanten
Phase-III-SELECT-Studie, die beim ESMO-Kongress 2016 präsentiert
wurden, wiesen Patienten mit Radiojod-refraktärem differenziertem
Schilddrüsenkarzinom, die mit Lenvatinib behandelt wurden im
Vergleich zu plazebobehandelten Patienten, eine stärkere
Tumorverkleinerung an den untersuchten Metastasierungsorten (Lunge,
Leber, Lymphknoten und Knochen) auf.[1],[2] Lenvatinib (Lenvima®) ist
in der Europäischen Union indiziert für die Behandlung erwachsener
Patienten mit progressivem, lokal fortgeschrittenem oder
metastasiertem, differenziertem (papillärem, follikulärem
Hürthle-Zell-) Schilddrüsenkarzinom (DTC), das nicht auf eine
Radiojodtherapie (RAI) angesprochen hat.[3]

In diesen Subgruppenanalysen wiesen die Patienten in allen
Zielbereichen nach der Behandlung mit Lenvatinib eine im Vergleich zu
Placebo stärkere Tumorverkleinerung auf.[1] Die mittlere maximale
Änderung von Zielläsionen ab Studienbeginn bei mit Lenvatinib
behandelten Patienten betrug im Vergleich zu Placebo: Lunge -15,1 mm
zu 1,4 mm, Leber -17,7 mm zu 2,5 mm, Lymphknoten

-17,4 mm zu -0.8 mm und Knochen -6,7 mm zu 3,4 mm.[1] Die Tumoren
wurden durch unabhängige radiologische Überprüfung zu Studienbeginn
und in Abständen von acht Wochen bewertet.[1]

“Diese Daten erlauben einen Einblick in die Wirkung von Lenvatinib
an bestimmten Metastasierungsorten bei Radiojod-refraktärem
differenziertem Schilddrüsenkarzinom. Es zeigte sich, dass die
Studienpopulation durch die Behandlung mit Lenvatinib
Tumorverkleinerungen aller untersuchten Metastasen aufwies”,
erläutert Martin Schlumberger, Erstautor der SELECT-Studie und
Professor für Onkologie am Institut Gustave Roussy der Universität
Paris-Süd, Paris (Frankreich).

In einer experimentellen Phase-II-Studie zeigte Lenvatinib
Wirksamkeit bei Patienten mit Lungen-Adenokarzinomen, die ein
RET-Fusionsgen aufwiesen.[4] Adenokarzinome sind eine Form von
nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom, eine der häufigsten Arten von
Lungenkrebs.[4] RET-Fusionsgene führen bei nur 1-2% der Patienten zu
einer Aktivierung der RET Kinase.[4] Lenvatinib ist ein
Multi-Kinase-Hemmer, der unter anderem auf RET wirkt. Fünfundzwanzig
Patienten mit einem RET-Fusionsgen-positivem Lungen-Adenokarzinom
erhielten bis zur Progression oder unannehmbarer Toxizität in
28-Tage-Zyklen 24 mg Lenvatinib pro Tag.[4] Der primäre Endpunkt der
Studie war die objektive Ansprechrate (ORR), die für die mit
Lenvatinib behandelten Patienten 16 % betrug.[4]

Dreiundzwanzig Patienten (92 %) hatten während der Therapie
auftretende unerwünschte Ereignisse (TEAEs) mit Schweregrad 3 oder
höher. Zu den häufigsten TEAEs gehörten Hypertonie (68 %), Übelkeit
(60 %), verminderter Appetit (52 %), Diarrhö (52 %), Proteinurie (48
%) und Erbrechen (44 %). Eine von drei tödlichen unerwünschten
Ereignissen stand möglicherweise in Zusammenhang mit Lenvatinib
(Pneumonie).[4]

Eine weitere präsentierte Studie untersuchte die Beteiligung der
VEGFR- und FGFR-Signalkaskaden an Tumorwachstum und Angiogenese bei
humanen Nierenzellkarzinom (RCC)-Xenotransplantaten, die mit der
Kombination aus Lenvatinib und Everolimus behandelt wurden.[5]

Die Ergebnisse zeigen, dass die kombinierte Wirkung von Lenvatinib
und Everolimus auf der verstärkten Hemmung der durch VEGF- und
FGF-vermittelten Angiogenese sowie der simultanen Auswirkung der
antiangiogenetischen Aktivität von Lenvatinib und der
antiproliferativen Aktivität von Everolimus beruht.[5] Im August 2016
wurde Lenvatinib (Kisplyx®) in Kombination mit Everolimus in der
Europäischen Union für die Behandlung erwachsener Patienten mit
fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom nach einer vorangegangenen gegen
den VEGF (vaskulärer-endothelialer Wachstumsfaktor) gerichteten
Behandlung zugelassen.[6]

“Diese Daten sagen uns mehr über die Wirkung von Lenvatinib plus
Everolimus bei Nierenzellkarzinomen. Dies ist das erste Mal, dass in
Europa Behandlungen, die Tyrosinkinase und mTOR hemmen, erfolgreich
kombiniert wurden – bei beidem handelt es sich um wichtige Ziele bei
der Behandlung von fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom”, erläutert
Alton Kremer, Chief Clinical Officer und Chief Medical Officer,
Oncology Business Group bei Eisai.

Eine laufende, offene, multizentrische Phase-1b-Studie untersuchte
die maximal verträgliche Dosis von Lenvatinib bei Verwendung in
Kombination mit Pembrolizumab bei ausgewählten soliden Tumoren.[7] Im
Rahmen der Studie erhielten Patienten (ab 18 Jahren) mit
nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (n=2), Nierenzellkarzinom (n=8),
Endometriumkrebs (n=2) und Melanom (n=1) entweder 24 mg oder 20 mg
Lenvatinib täglich plus 200 mg Pembrolizumab alle drei Wochen.[7]
Lenvatinib hatte bei Kombination mit Pembrolizumab eine maximal
verträgliche Dosis von 20 mg/Tag.[7]

Eine präklinische Studie analysierte die Immunreaktion auf
Lenvatinib-Monotherapie und die Therapie mit Lenvatinib in
Kombination mit einer PD-1-Blockade in syngenen
Maus-Tumormodellen.[8] Die Studie prüfte die Wirkung bei
Lungenkarzinom-, Leberzellkarzinom und

CT26-Kolonkarzinommodellen. Die Kombination zeigte in allen drei
untersuchten (syngenen) Maus-Tumormodellen eine stärkere Hemmung des
Tumorwachstums als einer der beiden Wirkstoffen allein.[8] Bei
einigen Mäusen wurden im Leberzellkarzinommodell vollständige
Tumorrückbildungen festgestellt.[8]

Die Entwicklung von Lenvatinib unterstreicht Eisais
Unternehmensphilosophie human health care (hhc), die zum Ziel hat,
innovative Lösungen zur Prävention und Therapie von Krankheiten und
zum Schutz der Gesundheit von Menschen auf der ganzen Welt
bereitzustellen. Eisai engagiert sich im Therapiegebiet der Onkologie
und widmet sich den noch nicht erfüllten medizinischen Bedürfnissen
von Patienten und deren Angehörigen.

Hinweise für die Redaktion

Über das Schilddrüsenkarzinom (Schilddrüsenkrebs)

Schilddrüsenkrebs entsteht in der Schilddrüse, welche am Hals
unterhalb des Kehlkopfs in der Nähe der Luftröhre liegt.[9]
Schilddrüsenkrebs betrifft in Europa jährlich mehr als 52.000
Menschen.[10]

Über das Nierenzellkarzinom (RCC)

Nierenkrebs gehört zu den zehn am häufigsten auftretenden
Krebserkrankungen in den westlichen Ländern. Etwa 270.000 Fälle von
Nierenkrebs werden jährlich weltweit diagnostiziert, 116.000 Menschen
sterben an dieser Erkrankung. Bei rund 90 % aller Nierenmalignome
handelt es sich um Nierenzellkarzinome (RCC).[11]

Über das Adenokarzinom der Lunge

Adenokarzinome sind nicht-kleinzellige Lungenkarzinome. Es handelt
sich um eine der häufigsten Formen von Lungenkrebs. RET (rearranged
during transfection)-Fusionen aktivieren die RET-Kinase und treten
bei 1 bis 2 % dieser Patienten auf.[4]

Über Lenvatinib

Lenvatinib ist ein oraler Multikinase-Inhibitor der vaskulären
endothelialen Wachstumsfaktor-Rezeptoren 1-3, der
Fibroblastenwachstumsfaktor-Rezeptoren 1-4, des Platelet-derived
growth factor Rezeptors-alpha sowie der Proto-Onkogene RET und
KIT.[12],[13]

Lenvatinib (Lenvima®) ist in der Europäischen Union indiziert für
die Behandlung erwachsener Patienten mit progressivem, lokal
fortgeschrittenem oder metastasiertem, differenziertem (papillärem,
follikulärem Hürthle-Zell-) Schilddrüsenkarzinom (DTC), das gegenüber
radioaktivem Jod refraktär ist (RAI).[3] Lenvatinib ist in folgenden
Ländern zur Behandlung von Radiojod-refraktärem

Schilddrüsenkarzinom zugelassen: USA, Schweiz, Europäische Union,
Kanada, Russland, Australien, Südkorea, Israel, Singapur, Japan und
Brasilien.[3]

Im August 2016 erteilte die Europäische Kommission die Zulassung
für Lenvatinib (Kisplyx®) in Kombination mit Everolimus zur
Behandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem
Nierenzellkarzinom (RCC) nach einer vorhergehenden gegen den VEGF
(vaskulärer-endothelialer Wachstumsfaktor) gerichteten Behandlung.[6]

Über die SELECT-Studie[2]

Bei der SELECT-Studie (Study of (E7080) LEnvatinib in
Differentiated Cancer of the Thyroid) handelt es sich um eine
multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte
Phase-III-Studie an Patienten mit Radiojod-refraktärem
differenziertem Schilddrüsenkarzinom, bei einmal täglicher peroraler
Anwendung von Lenvatinib (24 mg). In die Studie wurden 392 Patienten
an mehr als 100 Studienzentren in Europa, Nord- und Südamerika, Asien
und Australien aufgenommen.

Über die Studie 205[14]

Die Studie 205 ist eine Phase-II-Studie mit dem Wirkstoff
Lenvatinib, der in Kombination mit Everolimus das progressionsfreie
Überleben bei Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom (mRCC)
gegenüber einer Everolimus-Monotherapie signifikant verlängerte. Bei
Patienten, die mit der Kombinationstherapie behandelt wurden, lag das
mediane progressionsfreie Überleben bei 14,6 Monaten. Im Vergleich
dazu betrug dieser Wert bei Patienten, die mit der
Everolimus-Monotherapie behandelt wurden, 5,5 Monate (HR: 0,40;
95%-KI: 0,24-0,68; p=0.0005).[14] Bei der Behandlung mit Lenvatinib
plus Everolimus waren die häufigsten therapiebedingten unerwünschten
Ereignisse (aller Schweregrade) Diarrhö, verminderter Appetit und
Fatigue oder Asthenie.[14] Die häufigsten unerwünschten Ereignisse
mit Schweregrad 3 oder höher waren Diarrhö, Fatigue oder Asthenie und
Hypertonie.[14]

Über Eisai Co., Ltd.

Eisai Co., Ltd. ist ein führendes, weltweit agierendes forschungs-
und entwicklungsorientiertes (F&E) Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in
Japan. Eisai hat sein Unternehmensleitbild wie folgt definiert: Im
Mittelpunkt stehen die Patienten und ihre Angehörigen sowie die
Verbesserung der Gesundheitsfürsorge – wir nennen dies unsere “human
health care (hhc)”-Philosophie. Mit mehr als 10.000 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern in unserem weltweiten Netzwerk von Forschungs- und
Entwicklungseinrichtungen, Produktionsstätten und
Vertriebsniederlassungen arbeiten wir an der Verwirklichung unserer
hhc-Philosophie, indem wir innovative Produkte in verschiedenen
therapeutischen Bereichen anbieten, in denen ein hoher ungedeckter
medizinischer Bedarf besteht, wie etwa der Onkologie und der
Neurologie.

Als global tätiges pharmazeutisches Unternehmen engagieren wir uns
gemäß unserem Unternehmensleitbild für Patienten überall auf der Welt
– durch Investitionen und Beteiligungen an partnerschaftlichen
Initiativen zur Verbesserung des Zugangs zu Arzneimitteln in
Entwicklungs- und Schwellenländern.

Weitere Informationen zu Eisai Co., Ltd. finden Sie unter
http://www.eisai.com.

Literaturhinweise

1. Robinson B, et al. Responses in Specific Metastases
Following Treatment with Lenvatinib (LN): Results from the Phase 3
SELECT Trial. European Society for Medical Oncology 2016; Poster:
962P

2. Schlumberger M, et al. Lenvatinib versus placebo in
radioiodine refractory differentiated thyroid cancer. NEJM 2015; 372:
621-30. Available at
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1406470 .

Accessed October 2016

3. Fachinformation Lenvima (Stand Mai 2015)

4. Velcheti V, et al. Phase 2 study of lenvatinib (LN) in
patients (Pts) with RET fusion-positive adenocarcinoma of the lung.
European Society for Medical Oncology 2016; Abstract #1608

5. Kimura T, et al. The Antitumor Activity of Lenvatinib (LEN)
in combination with Everolimus (EVE) in Human Renal Cell Carcinoma
(RCC) Xenograft Models Is Dependent on VEGFR and FGFR Signaling.
European Society for Medical Oncology 2016; Poster: 6P

6. Fachinformation Kisplyx (Stand August 2016).

7. Taylor M, et al. A Phase 1b Trial of Lenvatinib (LEN) plus
Pembrolizumab (PEM) in Patients with Selected Solid Tumors. European
Society for Medical Oncology 2016; Poster: 776PD

8. Kato Y, et al. Lenvatinib Mesilate (LEN) Enhanced Antitumor
Activity of a PD-1 Blockade Agent by Potentiating Th1 Immune
Response. European Society for Medical Oncology 2016; Abstract #2008

9. National Cancer Institute at the National Institute of
Health. Thyroid Cancer. Available at: http://www.cancer.gov/cancertop
ics/pdq/treatment/thyroid/Patient/page1/AllPages#1 . Accessed October
2016

10. EUCAN 2015. Thyroid Cancer. Available at:
http://eu-cancer.iarc.fr/EUCAN/Cancer.aspx?Cancer=35. Accessed
October 2016

11. Ljungberg B, et al. The Epidemiology of Renal Cell
Carcinoma. European Association of Urology, 2011; 60 (4); 615-21

12. Matsui J, et al. E7080, a novel inhibitor that targets
multiple kinases, has potent antitumor activities against stem cell
factor producing human small cell lung cancer H146, based on
angiogenesis inhibition. International Journal of Cancer
2008;122:664-671

13. Okamoto K, et al. Distinct Binding Mode of Multikinase
Inhibitor Lenvatinib Revealed by Biochemical Characterization. ACS
Medicinal Chemistry Letter. 2010

14. Motzer, R, et al. “Lenvatinib, everolimus, and the
combination in patients with metastatic renal cell carcinoma: a
randomised, phase 2, open-label, multicentre trial.” Lancet
Oncology, 2015;16:1473-82

Pressekontakt:
Anfragen von Medien
Eisai
Cressida Robson / Ben Speller
+44-7908-314-155 / +44-7908-409-416
Cressida_Robson@eisai.net
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+44-7720-496-472 / +44-7867-429-637
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Beitrag von auf 7. Oktober 2016. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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