Besser Hören im Beruf / Interview mit Ingo Kedziora (57)

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In Deutschland gibt es rund 5,4 Millionen Menschen mit einer indizierten Schwerhörigkeit, 3,7 Millionen von ihnen sind bereits mit Hörsystemen versorgt. Und etwa 90 Prozent aller Versorgten sind zufrieden mit ihrem Hörgerät. Das zeigt die bundesweit größte Befragung der gesetzlichen Krankenversicherungen.

Hörakustiker passen Hörsysteme ganz individuell auf den persönlichen Hörverlust sowie die Bedürfnisse und Wünsche des Hörgeschädigten an und geben ihm somit ein großes Stück Lebensqualität und Teilhabe zurück. Dabei lässt sich Schwerhörigkeit sehr gut mit einer individuellen Hörsystemversorgung ausgleichen.

Wie wichtig gutes Hören für das alltägliche Leben ist, berichtet der 57-jährige Ingo Kedziora. Er bemerkte seine Schwerhörigkeit, als er beruflich eine Besprechung moderierte. Die Fragen, die gestellt wurden, verstand er kaum. Das war ihm unangenehm. Was er nicht wusste: Er hört schwer – nur rund 30 Prozent auf jedem Ohr und das seit seiner Kindheit. Dank der Anpassung des Hörsystems durch einen Hörakustiker kann er wieder richtig hören.

biha: Herr Kedziora, wann haben Sie gemerkt, dass Sie schwerhörig sind?

Kedziora: Ich musste eine Besprechung moderieren und die Antworten passten plötzlich nicht mehr zu den Fragen. Da wurde mir empfohlen, mein Gehör durchchecken zu lassen.

biha: Wie lange sind Sie bereits schwerhörig?

Kedziora: Zum HNO-Arzt bin ich vor neun Jahren gegangen. Er stellte fest, dass ich bereits von Geburt an unter einer Innenohrschwerhörigkeit leide und nur 30 Prozent je Ohr höre.

biha: Wie ging es weiter?

Kedziora: Zuerst war ich geschockt. Ich war erst Mitte 40 und dachte mir, wenn ich jetzt schon ein Hörsystem brauche, wo führt das hin? Aber ich bin trotzdem zu einem Hörakustiker gegangen. Die beste Entscheidung überhaupt. Ich bekam sehr schnell einen Termin und der Hörakustiker hat mir wirklich die Angst genommen und mir Möglichkeiten aufgezeigt.

biha: Wie lief die Beratung beim Akustiker ab?

Kedziora: Ich konnte mehrere Hörsysteme beim Hörakustiker testen und erleben, wie alles funktioniert. Nachdem ich mich für ein Hörgerät entschieden hatte, kam die Feineinstellung. Aber damit war es noch längst nicht getan, denn ich musste mich wieder schrittweise an die Lautstärke des Alltagslebens gewöhnen.

biha: Konnten Sie sofort wieder gut hören?

Kedziora: Nicht sofort, es hat etwa drei Monate gedauert, bis ich mich an die Alltagssituationen beim Hören gewöhnt hatte. Das war alles andere als einfach, weil mein Gehirn lernen musste, diese vielen Geräusche zu verarbeiten, die ich bis dahin ja gar nicht mehr kannte. Man verlernt tatsächlich das Hören und muss erst wieder verstehen, was man hört.

biha: Waren Sie nach der Anpassung noch einmal beim Hörakustiker?

Kedziora: Ich gehe etwa alle drei Monate zu meinem Hörakustiker, um mein Hörsystem warten und professionell reinigen zu lassen. Das könnte ich selbst nicht.

biha: Hätten Sie gern zusätzliche Funktionen an Ihrem Hörsystem?

Kedziora: Habe ich schon, bei meinem mittlerweile zweiten Hörsystem. Dafür musste ich aus eigener Tasche dazuzahlen, aber trage nun ein Gerät, das eingehende Mobiltelefongespräche direkt an das Hörsystem weiterleitet.

biha: Würden Sie anderen Schwerhörigen empfehlen zum Hörakustiker zu gehen?

Kedziora: Unbedingt! Jeder, der Hörprobleme hat, sollte zum Hörakustiker gehen. Mein Hörakustiker hat mir zu neuer Lebensqualität verholfen. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Hörsystem, werde hervorragend beraten, höre gut und kann wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Gesprächssituationen sind für mich nun völlig entspannt, weil ich genau weiß: Ich höre – und zwar das Richtige.

Wissenswertes zur Hörsystemversorgung:

– 6.700 Hörakustiker-Betriebe und mehr als 15.000 Hörakustiker versorgen deutschlandweit wohnortnah und bieten umfangreiche Beratung, Versorgung und Nachbetreuung (Nachjustierungen, Wartung, Pflege oder Reparatur). – Hörakustiker bieten den Hörtest in der Regel kostenfrei und unverbindlich an. – Jeder gesetzlich Versicherte hat in Deutschland einen Anspruch auf eine zuzahlungsfreie Versorgung mit einem qualitativ hochwertigen Hörsystem. Er muss dafür lediglich die gesetzlich vorgeschriebenen 10 Euro bezahlen. – Bei Wunsch nach zusätzlichen Funktionen, mehr Komfort oder besonderer Ästhetik können private Zuzahlungen nötig werden. – Alle sechs Jahre kann ein neues Hörgerät beantragt werden. – Informationen rund um die Themen Hören, Hörbeeinträchtigung und Hörsystemversorgung stehen auf der Verbraucherplattform – http://www.richtig-gut-hoeren.de zur Verfügung.

Hintergrund zum Hörakustiker-Handwerk

In Deutschland gibt es etwa 5,4 Millionen Menschen mit einer indizierten Schwerhörigkeit. Schwerhörigkeit zählt zu den zehn häufigsten gesundheitlichen Problemen. Mit über 6.700 Hörakustiker-Betrieben und ca. 15.000 Hörakustikern versorgt das Hörakustiker-Handwerk bereits ca. 3,7 Millionen Menschen in Deutschland mit modernsten Hörsystemen. Die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) KdöR vertritt die Interessen der Hörakustiker in Deutschland.

Neben der Erstversorgung des Kunden ist der Hörakustiker auch für die begleitende Feinanpassung mit wiederholten Überprüfungen und Nachstellungen der Hörsystemfunktionen u.v.m. zuständig. Er berät zu Gehörschutz, Tinnitus und allem rund ums Hören.

Pressekontakt:

Michael Skwarciak, M.A. (biha), skwarciak@biha.de
Ina Raatz (Hoschke & Consorten PR GmbH), i.raatz@hoschke.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/70547/4628462
OTS: Bundesinnung der Hörakustiker KdöR

Original-Content von: Bundesinnung der Hörakustiker KdöR, übermittelt durch news aktuell

Beitrag von auf 19. Juni 2020. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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