Cities Changing Diabetes: Berlin Marzahn-Hellersdorf und Novo Nordisk starten gemeinsame Aktionen zur Diabetesprävention

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Rund zwei Drittel der Menschen mit Diabetes leben momentan in Städten.1 Aktuellen Untersuchungen zufolge liegt die Diabetesprävalenz in Berlin bei rund 10 Prozent, mit großen regionalen Unterschieden.2 So verzeichnet der Bezirk Marzahn-Hellersdorf im Gegensatz zu den anderen Berliner Bezirken eine überdurchschnittliche Diabeteshäufigkeit. Gründe dafür sind unter anderem ein stark steigender Altersdurchschnitt der Bevölkerung und ein geringes Einkommen, z.B. durch Langzeitarbeitslosigkeit. Seit Oktober 2020 ist der Stadtbezirk offiziell erste deutsche Cities Changing Diabetes (CCD) Partnerstadt. Im Rahmen der Initiative möchte der Bezirk aktiv gegen die ansteigenden Diabeteszahlen vorgehen und startet gemeinsam mit dem dänischen Pharmaunternehmen Novo Nordisk jetzt erste Präventionsmaßnahmen, die beide Partner auf einer virtuellen Presseveranstaltung vorstellten.*

Diabetes und seine Begleit- und Folgekrankheiten, wie z.B. Adipositas und Herzkreislauferkrankungen, stellen eine enorme globale Herausforderung dar. Aktuell sind weltweit 463 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 79 Jahren an Diabetes erkrankt – mit steigender Tendenz: Ohne vorbeugende Maßnahmen werden bis 2045 schätzungsweise 700 Millionen der Erwachsenen mit Diabetes leben, das sind 51 Prozent mehr als heute.1 Auch in Deutschland sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: Rund 8 Prozent der deutschen Bevölkerung haben einen diagnostizierten Diabetes3, 24 Prozent der Männer und 23 Prozent der Frauen sind adipös, d.h. stark übergewichtig, und haben damit ein erhöhtes Diabetesrisiko.4 Die Ursachen sind vielseitig: Soziale und kulturelle Faktoren wie etwa Einsamkeit, Armut, der Zugang zu Sportmöglichkeiten im Wohnviertel oder die Verfügbarkeit von gesunden Ernährungsangeboten beeinflussen die Gesundheit der Menschen. Die spezifischen Lebensgewohnheiten in Städten spielen hierbei eine besondere Rolle. In urbanen Umgebungen mangelt es beispielsweise an Grünflächen in unmittelbarer Nachbarschaft, und städtische Bevölkerungen sind stärker Luftschadstoffen wie Feinstaub und Stickoxiden ausgesetzt.3 Die steigende Anzahl an Menschen mit Diabetes in Städten ist ein globales Phänomen, das auch hierzulande deutlich erkennbar ist. In Berlin ist aktuellen Untersuchungen zufolge circa jede/r zehnte Einwohner/in** von Diabetes betroffen.2 Im innerstädtischen Vergleich sind allerdings große Unterschiede erkennbar: So liegt die durchschnittliche Diabetesprävalenz z.B. in Friedrichshain-Kreuzberg bei circa 7 Prozent, wohingegen Marzahn-Hellersdorf mit rund 11 Prozent eher im oberen Bereich für Berlin angesiedelt ist.2

Zielgerichtete Konzepte als Schlüssel zum Erfolg

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig: „Zum einen spielt natürlich die Altersstruktur eine große Rolle“, erklärt Dagmar Pohle, Bezirksbürgermeisterin Berlin Marzahn-Hellersdorf. „Je nachdem auf welchen Bezirksbereich man schaut, findet man weitere Erklärungsansätze: Prekäre Einkommensverhältnisse, Familienarmut, schlechte Essgewohnheiten und wenig Bewegung beeinflussen die Gesundheit und das individuelle Diabetesrisiko.“ Das untermauern auch die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchung des Bezirks, nach der rund 11 Prozent der untersuchten Kinder an Übergewicht oder Adipositas, d.h. starkem Übergewicht, leiden.2 Erschwerend hinzu kommt die sinkende Anzahl an Hausärzten im Bezirk, so dass mit einem Versorgungsgrad von 90,3 %, eine Unterversorgung klar erkennbar ist.2 Das Risiko, an Diabetes zu erkranken, kann jedoch verringert werden: „Wir brauchen zielgerichtete Konzepte zur Diabetesprävention, die bereits im Kindesalter greifen müssen. Es muss uns gelingen, die Familien schon frühzeitig zu erreichen, insbesondere in denen Elternteile bereits an Diabetes erkrankt sind“, erklärt Dr. Christian Toussaint, niedergelassener Internist und Diabetologe in Berlin Marzahn-Hellersdorf. „Nur so können wir es schaffen, das Diabetesrisiko langfristig zu verringern.“

Cities Changing Diabetes: Städte verändern, Prävention fördern

Im Rahmen des CDD Partnerprogramms werden genau solche integrierten Präventionskonzepte entwickelt. Mit dem dänischen Diabetesspezialisten Novo Nordisk hat der Bezirk nun einen Partner an der Seite, der sich einerseits sehr genau mit der Erkrankung auskennt und außerdem über ein umfassendes wissenschaftliches Netzwerk verfügt. Zusammen mit dem Institut für Gesundheitsökonomik (IfG) aus München, unter der Leitung von Prof. Dr. Günter Neubauer, hat Novo Nordisk im Rahmen der CDD Initiative eine detaillierte Datenanalyse der Diabetessituation in fünf deutschen Großstädten durchgeführt, darunter auch in Berlin. Ziel war es, herauszufinden, wie sich die Lage in den jeweiligen Städten darstellt und wo genau angesetzt werden muss, um die Gesundheit der Bevölkerung langfristig zu verbessern. Im Bezirk Marzahn-Hellersdorf sind dafür beste Grundvoraussetzungen gegeben: „Wir haben bereits seit einigen Jahren eine Gesundheitsstrategie, auf die wir aufsetzen können“, so Pohle. „Es geht vor allem darum, den Präventionsgedanken zu stärken, indem wir Familien in ihren Bildungs- und Erziehungskompetenzen unterstützen und mit entsprechenden Angeboten verknüpfen.“

Prävention umfasst viele Aspekte. Gemeinsam mit Novo Nordisk fokussiert sich der Berliner Bezirk in einem ersten Schritt vor allem auf bewegungsfördernde Maßnahmen. Die App-basierte Bewegungs-Challenge, die Ende letzten Jahres die Bürgerinnen und Bürger zu mehr Bewegung animiert hat, wurde ergänzt um eine 30 Minuten Spaziergangkarte mit spannenden Routen im Bezirk sowie eine Erlebnis-Kiezrallye, die sich speziell an Familien und Kinder richtet. Ziel ist es, gemeinsam mit den lokalen Partnern in Marzahn-Hellersdorf nachhaltige Konzepte zu fördern und diese fest in der Gesundheitsstrategie des Bezirks zu verankern. Das beinhaltet auch die Förderung von Angeboten zur gesunden Ernährung im Alltag, z.B. durch Kooperationen mit lokalen Supermärkten und die Aufklärung zum Nutri-Score.

„Wir freuen uns, mit Berlin Marzahn-Hellersdorf eine Partnerstadt gewonnen zu haben, die sich schon lange und sehr engagiert für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger einsetzt. Das sind die besten Bedingungen, um gemeinsam etwas zu bewegen und eine gesunde Stadtentwicklung aktiv zu fördern“, erklärt Tobias Gemmel, Senior Director External Affairs bei Novo Nordisk Deutschland. „Langfristig muss es uns gelingen, über zielgerichtete Präventionsmaßnahmen die Diabeteskurve im Bezirk abzuflachen. Der Bezirk Berlin Marzahn-Hellersdorf ist Vorreiter und ein gutes Beispiel für andere deutsche Städte.“ Aktuell ist Novo Nordisk bereits mit weiteren Städten im Gespräch, u.a. mit der Stadt Mainz, wo das Unternehmen seit 1958 seinen deutschen Firmensitz hat.

Über Cities Changing Diabetes

Cities Changing Diabetes (CCD) ist ein globales Partnerschaftsprogramm, das 2014 von Novo Nordisk zusammen mit dem University College London und dem Steno Diabetes Center in Kopenhagen gegründet wurde. Das Ziel von CDD ist es, die Lebensbedingungen in Städten zu verändern, um den Menschen dort ein gesünderes Leben zu ermöglichen und auf diese Weise Übergewicht und Typ 2 Diabetes vorzubeugen. Dazu zählen z.B. neue Ansätze bei der Stadtplanung, die die Bedürfnisse der Menschen vor Ort berücksichtigen, oder Maßnahmen zur Stärkung der städtischen Gesundheitsversorgung. Das Programm umfasst aktuell über 35 Partnerstädte weltweit, u.a. Rom, Mexiko-Stadt und Kopenhagen.

Über Novo Nordisk Deutschland

Novo Nordisk ist ein weltweit führendes Unternehmen im Gesundheitswesen, das 1923 gegründet wurde und seinen Hauptsitz in Dänemark hat. Unser Anspruch ist es, Veränderungen voranzutreiben, um Diabetes und andere schwerwiegende chronische Krankheiten wie Adipositas und seltene Blut- und Stoffwechselerkrankungen zu besiegen. Dafür arbeiten wir an wissenschaftlichen Innovationen bis hin zur Heilung von Krankheiten. Wir fördern den Zugang zu unseren Produkten für Patientinnen und Patienten weltweit und engagieren uns aktiv für Prävention. Novo Nordisk beschäftigt circa 45.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 80 Ländern und vermarktet seine Produkte in rund 170 Ländern. Am deutschen Hauptsitz in Mainz sind rund 480 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Weitere Informationen unter www.novonordisk.de.

*Virtuelle Pressekonferenz: „Diabetes-Brennpunkt Stadt: Wie sieht’s aus in Berlin?“, 10.06.2021

**Einwohner Berlin ohne Altersbereinigung gemäß Untersuchung des IfG

Referenzen

1. International Diabetes Federation. IDF Diabetes Atlas. 9 ed Brussels, Belgium: International Diabetes Federation, 2019.
2. Neubauer G., Niedermeier C., Wolfenstetter K.: Analyse der Diabetessituation in fünf deutschen Großstädten – Studie im Rahmen der Initiative Cities Changing Diabetes. Vorläufiger Schlussbericht. Institut für Gesundheitsökonomik (IfG), mit Unterstützung der Firma Novo Nordisk. 2021.
3. Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2021. www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/politik/veroeffentlichungen/gesundheitsbericht (letzter Zugriff am 18.6.2021)
4. Robert Koch Institut Berlin. DEGS-Symposium-Präsentation Übergewicht und Adipositas in Deutschland: Werden wir immer dicker? www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Degs/degs_w1/Symposium/degs_uebergewicht_adipositas.pdf?__blob=publicationFile Juni 2012 (letzter Zugriff 18.6.2021)

Pressekontakt:

Michaela Frank
06131 903 1956
mfzy@novonordisk.com

Original-Content von: Novo Nordisk Pharma GmbH, übermittelt durch news aktuell

Beitrag von auf 25. Juni 2021. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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