Das Bistum Limburg hat einen neuen Weihbischof – Videos von der Weihe im Internet unter www.bistumlimburg.de

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RG / FRANKFURT. Domkapitular Dr. Thomas Löhr ist am Sonntag (30. August) im Dom zu Limburg an der Lahn zum Bischof geweiht worden. Die Weihe des 57jährigen erfolgte durch Handauflegung und Weihegebet von Diözesanbischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst, Altbischof Dr. Franz Kamphaus und den emeritierten Weihbischof Gerhard Pieschl. Im Weihegottesdienst im rund 2.000 Gläubigen gefüllten Dom wurde auch das Ernennungs-Schreiben von Papst Benedikt XVI. verlesen. An der Bischofsweihe nahmen Kardinal Joachim Meisner (Köln) und Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) sowie die Weihbischöfe Karlheinz Diez (Fulda), Werner Guballa und Ulrich Neymeyr (beide Mainz), Thomas Maria Renz (Rottenburg-Stuttgart), Jörg Michael Peters (Trier) und Hans-Georg Koitz (Hildesheim) teil. Aus dem Ausland waren die Bischöfe Protase Rugambwa (Kigoma / Tansania) und George Nkuo (Kumbo / Kamerun) sowie Erzbischof György Jakubinyi (Alba Iulia / Rumänien) angereist.

Der neue Weihbischof Thomas Löhr sagte in einer Ansprache nach der Weiheliturgie: „Bischofsweihe ist nicht Auszeichnung eines Menschen für seine Fähigkeiten, sondern Gnadengeschenk Gottes an seine Kirche. Sie verleiht sakramental ein geistliches Amt in der Kirche, die selbst Sakrament ist und die in und aus den Sakramenten lebt.“ Sie mache den Amtsträger in besonderer Weise zum Garanten der Apostolizität der Kirche. Löhr sagte wörtlich: „Darin sehe ich meine vornehmste Aufgabe und Verantwortung: Christus zu verkündigen als den Gekreuzigten, wie es der Apostel Paulus sagt, und Zeuge seiner Auferstehung zu sein, wie es die Apostelgeschichte belegt.“

Mitra zeigt: „Da ist noch einer oben drüber“

Als Weihbischof im Bistum Limburg wisse er sich „eng gebunden an den Heiligen Vater Papst Benedikt als den Nachfolger Petri, das Haupt des Bischofskollegiums und den Oberhirten der weltweiten Kirche. In Dankbarkeit für sein Vertrauen, das in der Ernennung zum Ausdruck kommt, und in der beständigen Treue in der Ausübung meines Dienstes.“ Weihbischof Löhr sagte: „Meinem Bistum Limburg, in dem die universale Kirche sich verwirklicht und das ich seit vielen Jahren liebe, und allen Gläubigen und Gemeinden, will ich dienen in treuer Zusammenarbeit mit dem bestellten Hirten Bischof Franz-Peter, dankbar für sein Vertrauen und seine Unterstützung und frohen Herzens seinen Anliegen verpflichtet.“ Ein Freund, Bischof in Brasilien, habe ihm in seinem Glückwunsch die Mitra erklärt: Sie zeige, dass „nicht alles nach meinem Kopp(!) geht. Da ist noch einer oben drüber.“

Zu diesem Vertrauen auf ihn, der „oben drüber“ ist, erklärte der Weihbischof: „Nur wer um die Treue Gottes weiß, kann auch alles Schwere, alles Krisenhafte und Problematische anschauen und ernst nehmen, das es in unserer Zeit und in der Kirche gibt. Wer aber nicht darum weiß, muss alles festhalten, was ist, nur um dann zu erfahren, dass er es doch nicht behalten kann. Im Vertrauen auf die Treue Gottes können wir bereit sein, uns bewegen zu lassen und uns in Bewegung zu setzen.“ Das sei ein langer Weg, der nur gemeinsam gegangen werden könne. Er wolle den bischöflichen Hirtenstab auch als Wanderstab betrachten dürfen, „der mich häufig und immer neu zu Euch und zu Ihnen führt“, sagte der Weihbischof zu den im Dom versammelten Katholiken. Für alle diese Wege bete er um die segnende und schützende Hand Gottes, erklärte Dr. Löhr, der nach seiner Ansprache lang anhaltenden Applaus erhielt.

Bischof Prof. Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst hatte zuvor in seiner Predigt hervorgehoben: „Der Blick auf Christus, zu dem uns unser neuer Weihbischof bewegen will, zeigt den Auferstandenen in der Herrlichkeit des Himmels, mit dem Evangelium in der einen Hand und die andere zum Segen erhoben. Es ist der Blick auf Christus als den, der lehrt und leitet, der sich hingibt und heiligt, damit wir heil werden.“ In dieser Perspektive habe sich Thomas Löhr für den Vers aus dem Epheserbrief (Eph 4,15) als Wahlspruch entschieden: „Veritatem facientes in caritate ? Die Wahrheit in Liebe tun.“ Bischöflicher Dienst hat nach den Worten des Bischofs „dieses dreifache Amt Christi abzubilden. Zu lehren, zu leiten, zu heiligen, das bedeutet, der Wahrheit in der Liebe ein Gesicht zu geben und die Liebe in der Wahrheit als den eigentlichen Antrieb für die Entwicklung eines jeden Menschen und der ganzen Menschheit zu erfahren“. Papst Benedikt habe diesen Zusammenhang in seiner jüngsten Enzyklika eindruckvoll herausgestellt: „Liebe in der Wahrheit ist eine außerordentliche Kraft, die die Menschheit drängt, sich mutig auf dem Gebiet der Gerechtigkeit und des Friedens einzusetzen.“ (CIV, 1)

Die vielen muttersprachlichen Gemeinden und die partnerschaftlichen Verbindungen in die Weltkirche sind für die Kirche von Limburg nach den Worten des Bischofs eine große Bereicherung: „Wir begreifen, wie unser Glaube sich vertieft, wo er in die Weite geht. Diese Horizonterweiterung ist aber nicht zuerst geographisch oder kulturell zu verstehen. Sie hat mit dem Wesen der Kirche zu tun. Weite ohne Tiefe verflacht. Tiefe ohne Weite verengt. Beides zusammen zu bringen, gehört zum Amt der Leitung.“ Bischöflicher Dienst sei immer Spannungen ausgesetzt. Darin habe er sich zu bewähren. Darin bezeuge der Apostel Paulus den Ephesern einen Weg der Gelassenheit: „Wir wollen uns von der Liebe geleitet an die Wahrheit halten und in allem wachsen, bis wir ihn erreicht haben. Er, Christus, ist das Haupt.“ (Eph 4,15-16). Wo Christus leite, gebe es „im Namen des Evangeliums den Mut zum klaren Wort, die Kraft zum Widerspruch und die tragende Geste der Liebe“.

Der neue Weihbischof in Limburg übernimmt einen Hirtenstab, den Weihbischof Walter Kampe in seinen Händen hielt, als er Thomas Löhr 1962 das Sakrament der Firmung spendete. „Die Menschen mit der Liebe Christi in Berührung zu bringen, ist Hirtendienst“, sagte Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist seiner Predigt. So, wie der Schäfer vorangehe, wenn er die Herde von Weide zu Weide führe, bestehe bischöflicher Dienst darin, „in der Kraft des Hl. Geistes der Herde voranzugehen. So entsteht Orientierung. Diese Schritte voraus brauchen zugleich den Blick zurück, um in Liebe denen nachzugehen, die Geleit erwarten.“ Der Hirtenstab werde zur „Gehhilfe des Glaubens“, wo Christus selbst als das Lamm Gottes in den Blick komme.

Die letzte Bischofsweihe im Hohen Dom zu Limburg lag mehr als 27 Jahre zurück: Kardinal Joseph Höffner hatte am 13. Juni 1982 hier dem Münsteraner Theologen Dr. Franz Kamphaus die Bischofsweihe gespendet.

Beitrag von auf 31. August 2009. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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