Der Handel mit Schuppentierschuppen muss als transnationales organisiertes Verbrechen bekämpft werden, so ein neuer Bericht der Wildlife Justice Commission

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Scaling Up: Das rapide Wachstum des
industriellen Handels mit Schuppentierschuppen (2016 – 2019) wurde heute im
Vorfeld des World Pangolin Day veröffentlicht

Die Wildlife Justice Commission (WJC) hat heute im Vorfeld des Pangolin Day den
Bericht Scaling Up: The Rapid Growth in the Trafficking of Pangolin Scales
(2016-2019) (1) veröffentlicht. Der Bericht betont, dass dieser groß angelegte
Handel, der diese Spezies an den Rand des Aussterbens treibt, als
transnationales organisiertes Verbrechen behandelt werden muss und dass wir
fortschrittliche Ermittlungstechniken einsetzen müssen, um wirksam dagegen
vorzugehen.

Der Bericht kombiniert die Analyse der gemeldeten Beschlagnahmedaten zwischen
dem 1. Januar 2016 und dem 31. Dezember 2019 mit den eigenen
Ermittlungsergebnissen der WJC, um ein umfassendes Verständnis der kriminellen
Dynamik und der Trends im transnationalen Handel mit Schuppentierschuppen
aufzubauen. Die WJC konzentriert ihre Ermittlungen und Erkenntnisse auf den
Handel mit Schuppen, da dieser für organisiertes Verbrechen am anfälligsten ist.
Die Schuppen sind als Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin
begehrt, obwohl es dafür keine wissenschaftliche medizinische Basis gibt.

Die Analyse stellt den Handel in den Mittelpunkt, um die produktiven Länder
(darunter eine unverhältnismäßige Beteiligung von Nigeria und Vietnam), die
Schmuggelrouten, die Versandmethoden und den Straßenwert der
Schuppentierschuppen zu ermitteln. Die Analyse zeigt einen signifikanten und
raschen Anstieg des Handelsvolumens, der durch organisierte kriminelle Netzwerke
ermöglicht wird.

Zwischen 2016 und 2019 wurde schätzungsweise 206,4 Tonnen geschmuggelter
Schuppen in 52 Beschlagnahmungen einbehalten. Die Analyse der Beschlagnahmedaten
zeigt einen Anstieg des Handels in einem noch nie dagewesenen Ausmaß: fast zwei
Drittel der beschlagnahmten Tonnage (132,1 Tonnen) wurden in den letzten beiden
Jahren (2018 bis 2019) aufgedeckt. 2019 betrug das durchschnittliche Gewicht
einer einzelnen Lieferung von Schuppentierschuppen 6,2 Tonnen, verglichen mit
2,2 Tonnen drei Jahre zuvor.

“Wir glauben, dass die Gesamtzahl nur einen Bruchteil der gesamten
Schmuggelaktivität darstellt, da wahrscheinlich ein erheblicher Teil des
Schmuggels unentdeckt bleibt”, so Sarah Stoner, WJC Director of Intelligence.
“Unser Ermittlungsansatz fügt eine zusätzliche Dimension bei der Quantifizierung
des Ausmaßes des Schuppenhandels hinzu, aufgrund unserer Erkenntnisse über die
Lagerung von Schuppentierschuppen (über 16 Tonnen in einem Zeitraum von drei
Jahren) allein in Vietnam, und das zusätzlich zu den von uns analysierten
beschlagnahmten Mengen.”

Die Analyse untersucht zudem die Beziehung zwischen Elfenbein- und
Schuppentierschuppenhandel und was dies im Kontext der Kriminalität bedeutet.
Aufgrund des Wertverlusts von Elfenbein haben die organisierten kriminellen
Netzwerke die Warenart gewechselt und müssen riesige Mengen an Schuppen bewegen,
um ihre Gewinnspanne zu halten. Schuppentierschuppen sind weniger wert pro
Kilogramm als Elfenbein (2).

“Organisiertes Verbrechen in der Wildnis ist nicht artenspezifisch: Es geht um
hochwertige Waren und Gewinne. Die Netzwerke verlagern sich auf eine andere
Spezies, wenn dies gute Gewinnspannen verspricht. Um wirksam dagegen vorzugehen,
muss die organisierte Wildtierkriminalität nicht nur aus der kriminellen
Perspektive, sondern auch aus ihrer transnationalen Dimension heraus bekämpft
werden, anstatt sich ausschließlich auf nationaler Ebene darauf zu
konzentrieren”, so Frau Stoner.

In ihrem Bericht stellt die WJC fest, dass die regelmäßige Durchführung von
Methoden wie solcher kontrollierter Lieferungen zu bemerkenswerten Ergebnissen
führen kann, um die Organisatoren des Schuppentierhandels vor Gericht zu
bringen.

“Die einjährige, vor kurzem in China durchgeführte Untersuchung des Handels mit
Schuppentieren und die kürzliche Beschlagnahmung durch die nigerianischen
Behörden (3) sind großartige Beispiele dafür, wie transnationale
Wildtierverbrechen untersucht werden sollten und welche greifbaren Ergebnisse
sie bei einer sinnvollen Unterbindung des organisierten Verbrechens erzielen
können. Ohne diesen Ansatz verbleiben die Schuppentiere in einer unglaublich
wehrlosen und existenzbedrohenden Lage”, fügte Frau Stoner hinzu.

Die Wildlife Justice Commission ist weltweit tätig, um organisierte
transnationale kriminelle Netzwerke, die mit Wildtieren, Holz und Fisch handeln,
zu zerschlagen. Wir tun dies, indem wir Beweise sammeln und diese in
Verantwortlichkeit umsetzen.

Hinweise an die Redaktion:

(1) Der vollständige Bericht kann auf der WJC-Website www.wildlifejustice.org
eingesehen werden.

(2) Die Ivory Snapshot Analysis der WJC, die im September 2019 veröffentlicht
wurde, vermittelte einen umfassenden Überblick über Trends und Veränderungen der
kriminellen Dynamik des transnationalen Elfenbeinhandels und wies auf die
Zunahme der aufgedeckten Lieferungen, darunter Elfenbein mit einem Gewicht von
über 500 kg, sowie auf den beunruhigenden Trend großer Mengen
Schuppentiereschuppen hin, die zunehmend in Kombination mit Elfenbein
geschmuggelt werden.

(3) Im Dezember 2019 gelang den chinesischen Behörden ein Durchbruch, als sie
während einer einjährigen Ermittlung 10,65 Tonnen Schuppentierschuppen
beschlagnahmten, die als kontrollierte Lieferung markiert und von Nigeria über
Südkorea nach China geschmuggelt worden waren. Vor kurzem, im Januar 2020,
beschlagnahmte der nigerianische Zoll Schuppentierschuppen neben anderer
Schmuggelware, die über die Grenze zwischen Nigeria und Kamerun geschmuggelt
wurde. Diese Art von hochrangigen und eng koordinierten Interventionen zur
Störung der kriminellen Netzwerke, die hinter dem weltweiten Handel mit
Schuppentierschuppen stehen, sind von größter Bedeutung, um die afrikanischen
Schuppentiere vor der anhaltenden Nachfrage nach ihren Schuppen und ihrem
Fleisch zu schützen.

Foto – https://mma.prnewswire.com/media/1087660/Wildlife_Justice_Commision.jpg

Pressekontakt:

Für Medienanfragen
Film- und Fotomaterial wenden Sie sich bitte an Isabel Leal
WJC Communication Director
unter media@wildlifejustice.org
Tel. +31 6 15 67 02 01.

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/141246/4516085
OTS: Wildlife Justice Commision

Original-Content von: Wildlife Justice Commision, übermittelt durch news aktuell

Beitrag von auf 10. Februar 2020. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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