Der Jagdschein: Wer und wie kann man ihn erwerben?

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Gesundes Fleisch genießen, wilde Tiere beobachten und aktiv in der Natur unterwegs sein – all das bietet die Jagd. Somit ist es kaum verwunderlich, dass sich immer mehr Menschen für dieses Thema interessieren.

Allerdings stellt die Jagd weit mehr als bloß ein neues Hobby dar. Vielmehr handelt es sich bei ihr um eine Lebenseinstellung, von der das tägliche Handeln und Denken in hohem Maße beeinflusst wird. Jäger haben zahlreiche Daten und Fakten in ihrem Kopf, ob zu den unterschiedlichen Wildtieren, den Wäldern und Wiesen oder den Details ihrer Waffen, wie die Ladedaten für .308 Win.

Bereits seit einigen Jahren wächst die Zahl der Jäger in Deutschland kontinuierlich an. Ein besonders ausschlaggebender Grund dafür stellt die nachhaltige Fleischbeschaffung bei der Jagd dar. Die Jäger haben Zugang zu gesundem Fleisch, das vollkommen ohne schlechtes Gewissen verzehrt werden kann. Dieser Beweggrund wird lediglich durch die Liebe zur Natur übertroffen.

Die vielfältigen Aufgaben der Jäger

Durch ihre Tätigkeit sind die Jäger mit der Natur eng verbunden. Sie sind auf umfangreiche Kenntnisse über den Lebensraum der Wildtiere und die Lebewesen selbst angewiesen und nehmen die Umgebung dadurch mit ganz anderen Augen wahr. Im Bereich des Naturschutzes kommt der Jägerschaft durch ihr Fachwissen eine besonders große Verantwortung zu.

Auf die Jagd zu gehen, bedeutet keinesfalls nur auf Wildtiere zu schießen. Aus rechtlicher Sicht ist nämlich auch die Pflicht zur Hege mit dem Jagdrecht verbunden. Diese gibt vor, dass die Jäger die Verantwortung dafür tragen, dass in der hiesigen Kulturlandschaft die Artenvielfalt aufrechterhalten und der heimische Wildtierbestand mitsamt seinen Lebensräumen erhalten bleibt.

Daneben folgen Jäger auch einem gesetzlichen Auftrag. Sie müssen in Wald und Feld dafür sorgen, dass Wildschäden minimiert werden und präventiv bei der Vermeidung von Tierseuchen eingreifen. Im Revier führen Jäger verschiedenste Arbeiten aus, wie das Anlegen von Salzlecken und Wildäckern oder die Anbringung von Reflektoren an gefährlichen Straßen, um Wildunfälle zu vermeiden.

Der Erwerb des Jagdscheins

Die Prüfung zum Jäger wird auch „Grünes Abitur“ genannt. Bei dieser handelt es sich um eine staatlich anerkannte Prüfung, die sich in drei unterschiedliche Teile gliedert, nämlich eine mündliche und eine schriftliche Prüfung sowie eine Schießprüfung. Wie sich der genaue Ablauf gestaltet, wird durch die Prüfungsordnungen der einzelnen Bundesländer vorgegeben.

Den Jagdschein darf grundsätzlich jede Person erwerben, die mindestens 15 Jahre alt ist, eine körperliche und geistige Eignung sowie ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis vorweisen kann. Die Ausbildung für die Jagd wird entweder durch private Jagdschulen oder die Landesjagdverbände durchgeführt. Die Kurse finden in der Regel in Form von Intensiv-, Wochenend- oder Abendkursen statt.

Inhaltlich umfasst die Ausbildung zahlreiche praktische und theoretische Themen rund um das Jagdrecht, die Wildbrethygiene, die Waffenkunde, das Brauchtum, die Jagdpraxis und die Wildbiologie. Daneben wird den angehenden Jägern der sichere Umgang mit der Waffe beigebracht und ihre Schießfähigkeiten trainiert. Sobald die Prüfung erfolgreich abgelegt wurde, kommt es in hohem Maße darauf an, jagdlichen Anschluss zu finden. Dies gelingt besonders einfach, indem eine Mitgliedschaft im zuständigen Landesjagdverband eingegangen wird. Schließlich wird die Jagd erst dann wirklich gelernt, wenn sie auch praktisch ausgeführt wird. Unabhängig von dem tatsächlichen Alter, werden die frischen Jäger dann für die nächsten drei Jahre nach ihrer Prüfung als Jungjäger bezeichnet.

Beitrag von auf 3. August 2021. Abgelegt unter Haus & Garten. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Antworten geschlossen, Trackback ist möglich.



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