Die Müll-Sünden Griechenlands

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Solche illegalen Müllhalden kann man auf griechischen Inseln viel zu häufig finden.
 

Müll in der Natur, soweit das Auge reicht – das wollten sich Vera Zingg, Robert Wittmer und Marco Waldner nicht mehr mit anschauen und gründeten vor drei Jahren die Non-Profit-Organisation SegelExpedition. Seitdem sind sie mit dem Segelboot auf Ihre Mission aufgebrochen
und segeln jedes Jahr durch die griechische Ägäis, um gegen die Verschmutzung der Meere zu kämpfen. Mit ihrem Boot steuern sie umweltfreundlich Buchten verschiedener Inseln an, um an deren Stränden den Müll einzusammeln und illegale Müllhalden auf den Inseln zu finden.

Denn Griechenland zahlt weiter Strafgelder in Milliardenhöhe an die EU, anstatt endlich eine funktionierende Strategie zur Entsorgung des Mülls auf die Beine zu stellen. Die Unterstützungsangebote der Europäischen Union haben bisher nur wenige Verbesserungen gebracht. Bis 2020 soll eigentlich jeder EU-Staat 50% seines Mülls wiederaufbereiten. Griechenland verfehlt dieses Ziel um Jahre.
Das spürt auch jeder, der sich in der Natur umsieht. Vor allem die Strände sind von Plastikmüll überflutet. Wer sich ein wenig von den Touristenorten entfernt, stößt leicht auf illegale Müllhalden. Dort entsorgen auch Einheimische mangels besserer Alternativen häufig ihren Abfall. Teilweise findet man diese sogar auf Klippen direkt an der Küste. Es ist daher nicht überraschend, dass diese auch in die Meere gelangt.

Doch wenn der Müll einmal im Wasser ist, sei es kaum möglich, den Müll daraus wieder zu entfernen, so Robert Wittmer, einer der Initiatoren von SegelExpedition. Deswegen arbeitet die Organisation an den Stränden und befreit diese auf ihren Touren von allerlei Abfällen. Dabei kommen bei zehn Stunden Arbeit der Initiatoren und ihrer Crew schon mal über 200 Kilogramm Abfall zusammen. So findet man neben Fischernetzen, alten PET-Flaschen und deren Deckeln auch alte Schuhe, zerborstene Flaschen und sogar Spritzen in einst unberührter Natur. Säckeweise wird der gesammelte Müll dann richtig entsorgt.

Das ist jedoch komplizierter als es erscheint, denn eines Tages wurde klar, dass selbst rechtmäßig entsorgter Abfall am Ende häufig wieder an seinem Ausgangsort endet. Seitdem nutzt das Team GPS-Tracker, um die Wege des Mülls nachzuvollziehen und unbedenkliche Entsorgungsstätten ausfindig zu machen.
Nur die Symptome des Problems zu bekämpfen, reicht jedoch nicht aus. Um den Müll in Zukunft gar nicht in die Natur gelangen zu lassen, wissen die Zürcher auch genau, wo sie ansetzen werden: Zusätzlich zu ihren bisherigen Aktionen werden sie aus ihren Erkenntnissen noch in diesem Jahr ein Informationsblatt über umweltfreundliche Müllentsorgung in Griechenland erstellen, und dieses auf anderen Booten und Schiffen, aber auch in weiteren Bereichen der Tourismusbrache verbreiten. Die Erlebnisse dieses Jahres wollen sie in einem Dokumentarfilm festhalten und veröffentlichen. Zudem ist ein interaktives Lehrbuch für Primarschulen in Planung, um schon die jüngste Generation aktiv an das Problem der Meeresverschmutzung heranzuführen.

Und dank der Abgeschiedenheit eines Segelbootes ist eins klar: Schon im April wird sich die SegelExpedition trotz Corona wieder auf nach Griechenland machen, davon ist Wittmer überzeugt.

Beitrag von auf 10. März 2021. Abgelegt unter Urlaub & Reisen, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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