“Die Regimentstochter“ von Tacita Dean

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Kulturstaatsministerin Monika Grütters MdB stellt Kunstwerk im Haus der Geschichte vor

Ein Zufallsfund inspirierte Tacita Dean zu ihrem Kunstwerk. Auf einem Berliner Flohmarkt entdeckte sie im Jahr 2000 36 Opernprogrammhefte aus den Jahren 1934 bis 1942. Auffällig waren die Titelblätter: Aus jedem der Hefte war ein Teil herausgeschnitten, darunter auch aus dem Programm der namensgebenden Oper „Die Regimentstochter“ von Gaetano Donizetti (Uraufführung 1840).

Schnell wurde klar, dass jeweils das nationalsozialistische Hakenkreuz entfernt worden war. Welches Motiv dahinter stand und wem die Hefte gehört hatten, bleibt bis heute offen. Tacita Dean hat aus diesen Fundstücken ein Kunstwerk geschaffen, das subtile Fragen nach der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit stellt – jedoch auf eine Art und Weise, die über die rein historische Reflexion hinausgeht und zusätzliche Assoziationen weckt.

Die Vermittlung von Geschichte und die Auseinandersetzung mit ihr wird mit der „Regimentstochter“ auf überraschende Weise möglich.

Im Haus der Geschichte wird das Kunstwerk zunächst im Rahmen der Reihe „Das aktuelle Objekt“ gezeigt. Am Dienstag, 1. September 2015, wird Kulturstaatsministerin Monika Grütters MdB die „Regimentstochter“ der Öffentlichkeit vorstellen.

Pressefotos

Es lässt sich nur mutmaßen, was den ursprünglichen Besitzer dazu bewegte, die Symbole zu entfernen. War es Scham, die Angst sich strafbar zu machen oder vor dem Ende des Nationalsozialismus sogar ein „privater“ Akt des Widerstehens? Die Programmhefte scheinen in jedem Fall für den ehemaligen Besitzer von hohem kulturellem Wert gewesen zu sein. Was sagt dies wiederum über das Verhältnis von Kunst und Politik aus? „Lassen sich die Opernerzählungen trennen von dem politischen Umfeld, in dem sie aufgeführt und gespielt wurden?“, fragt der Präsident der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Prof. Dr Hans Walter Hütter.

Tacita Dean, geb. 1965 in Canterbury, studierte Kunst u.a. in London und erhielt im Jahr 2000 ein Stipendium in Berlin, wo sie seitdem lebt und arbeitet. Seit dem vergangenen Jahr ist sie als Artist in Residence am Getty Research Institute in Los Angeles tätig. In ihrer Kunst widmet sie sich der Malerei, dem Druck und der Fotografie ebenso wie Klanginstallationen und insbesondere Filmen. Ihre Arbeiten waren in Einzelausstellungen u.a. in der Tate Britain, dem Solomon R. Guggenheim Museum und in der Fondazione Nicola Trussardi in Mailand zu sehen.

Zur Präsentation der „Regimentstochter“ erscheint eine bebilderte, 60-seitige Broschüre mit einem einführenden Beitrag von Dr. Friedrich Meschede, Direktor der Kunsthalle Bielefeld, und einem Interview mit Tacita Dean. Sie ist für 9,80 Euro über den Museumsshop des Hauses der Geschichte zu beziehen.

Vorstellung „Die Regimentstochter“ mit
Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters MdB
Dienstag, 1. September 2015, 15.00 Uhr
Informationszentrum,

Um Anmeldung unter hoffmann@hdg.de wird gebeten.

Medienanfragen richten Sie bitte an:

Direktor Kommunikation
Prof. Dr. Harald Biermann

Peter Hoffmann
Pressereferent

Tel.: (02 28) 91 65-109
Fax: (02 28) 91 65-302

Beitrag von auf 27. August 2015. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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