Dr. Wald macht gesund: Therapie und Prävention im Wald lernen

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Waldprävention hilft, Stress durch Entspannung und Bewegung zu reduzieren. (Landesforst MV/Schuldt)
 

Der Wald wirkt positiv auf die Gesundheit – und das nachweislich. „Im Wald herrscht ein gesundheitsförderndes Klima. Die waldtypischen Sinnesreize wirken insgesamt stressdämpfend, und die Bewegungsanreize fördern die Motorik“, sagt Prof. Dr. Karin Kraft von der Universitätsmedizin Rostock.

Der Aufenthalt im Wald wirkt günstig auf das vegetative Nervensystem, auf das Immunsystem und Herz-Kreislaufsystem, auf Stimmung, Kognition und Aufmerksamkeit sowie auf Schlafqualität und Schlafdauer. Diese positiven Effekte können sowohl für die Behandlung von Krankheiten als auch für die präventive Gesunderhaltung genutzt werden.

Und genau dies wird in der Waldtherapie und in der Waldprävention umgesetzt. Die Landesforst Mecklenburg-Vorpommern bietet zu beiden Themen eine Weiterbildung an, in denen Prof. Dr. Karin Kraft die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem besonderen Gesundheitspotenzial des Waldes vertraut macht. Sowohl in der Waldtherapie als auch in der Waldprävention lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, den Wald zielgerichtet und umsichtig für die Gesundheit zu nutzen und andere dafür zu sensibilisieren. Die Kurse unterscheiden sich in den Zielgruppen und Anwendungsgebieten. Der Kurs Waldtherapie macht Heilberufe mit der Behandlung spezifischer Krankheitsbilder im Wald vertraut. Der Kurs Waldprävention ist offen für alle Berufsgruppen und erschließt den Wald für eine zielgerichtete gesundheitliche Prävention.

Der nächste Waldtherapiekurs startet am 1. April 2021 und der nächste Kurs in Waldprävention am 1. Mai 2021. Beide Kurse kombinieren Selbststudienphasen mit Praxisseminaren in Waren an der Müritz und im Wald. Ein Großteil der Lernzeit kann individuell nach eigenem Plan gestaltet werden.

„Die Waldtherapie ist ein gezieltes Behandlungsverfahren von Krankheiten im Wald, möglichst in dafür ausgewiesenen Wäldern und unter therapeutischer Begleitung“, erklärt Prof. Dr. Karin Kraft. „Wichtig ist, dass die Behandlung auf die Krankheit und die individuelle Belastbarkeit des Patienten abgestimmt ist.“ Waldtherapie eigne sich beispielsweise für Patientinnen und Patienten mit entzündlichen und degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „In beiden Fällen wird im Wald das Bewegungssystem trainiert und die direkte und indirekte günstige Wirkung des Geländes und des Klimas genutzt. Gleiches gilt für Lungenerkrankungen, hier spielt vor allem das Waldklima eine positive Rolle“, erläutert die Medizinerin. Zudem könne die stressreduzierende Waldumgebung bei leichteren Depressionen, Angsterkrankungen und psychosomatischen Erkrankungen eingesetzt werden, die sich oft mit den schon genannten Erkrankungen überlagern.

Absolventinnen und Absolventen des Kurses Waldtherapie sind u.a. ein Physiotherapeut, der waldtherapeutische Behandlungen für Patientinnen mit Multipler Sklerose entwickelt hat, eine Allgemeinmedizinerin, die mittels waldtherapeutischer Einheiten chronische Kopfschmerzen behandelt und eine Krankenschwester, die waldtherapeutisch mit Patientinnen und Patienten mit depressiven Störungen arbeitet.

Die Waldprävention nutzt die gleichen positiven Effekte des Waldes wie die Waldtherapie, allerdings nicht für die Behandlung von Krankheit, sondern für die präventive Gesunderhaltung. Waldprävention wird auch Shinrin Yoku genannt, was im Japanischen so viel wie „Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes“ bedeutet und auch mit „Waldbaden“ übersetzt werden kann. Waldprävention eignet sich u.a. für Klientinnen und Klienten, die Stress reduzieren, ihr Immunsystem stärken, Bewegungsmangel ausgleichen sowie Risikofaktoren für lebensstilbedingte Erkrankungen reduzieren wollen.

Das Besondere am Kurskonzept der Waldprävention ist die interdisziplinäre Ausrichtung. Angesprochen werden u.a. „grüne“ Berufe wie Försterinnen und Förster, Pädagoginnen und Pädagogen aus der Umweltbildung und der Waldpädagogik, Gesundheitsberufe sowie Berufsgruppen im Wellness- und Freizeitbereich. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen gemeinsam und voneinander. Jede Profession bringt spezifische Sichtweisen auf Wald und Gesundheit ein, von denen die Gruppe profitiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwickeln im Rahmen des Kurses eigene Programme zur waldgestützten Gesundheitsförderung, die sie erproben und anschließend professionell in die Praxis umsetzen können.

Nähere Informationen zu den Weiterbildungskursen finden Sie auf der Internetseite der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern: gesundheit.wald-mv.de

Beitrag von auf 3. März 2021. Abgelegt unter Gesundheit, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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