Kurzzeitpflege wird erstes Opfer der NRW-Pflegepolitik / bpa warnt: Kapazitäten für 100.000 pflegebedürftige Menschen werden in naher Zukunft verschwunden sein

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“Wenn pflegende Angehörige vielerorts in NRW
künftig keine Kurzzeitpflegeplätze mehr finden, haben dies Landtag
und Landesregierung mit ihrer Pflegepolitik direkt zu verantworten.”
Der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende des Bundesverbandes
privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), Christof Beckmann,
warnt vor einem weiteren Abbau der Kurzzeitpflegeplätze in
stationären Pflegeeinrichtungen. “Fast die Hälfte der 7.500
sogenannten eingestreuten Kurzzeitpflegeplätze in Nordrhein-Westfalen
ist bereits in den letzten Jahren verschwunden und durch dringend
benötigte Dauerpflegeplätze in den Pflegeheimen ersetzt worden.”

Dieser Trend werde anhalten und sich weiter verschärfen, weil
überall vollstationäre Pflegeangebote spürbar fehlen werden. “Damit
gehen den Familien, die ihre Verwandten zu Hause versorgen, wichtige
Entlastungsmöglichkeiten verloren. Die NRW-Landesregierung schadet
damit genau den ambulanten Strukturen, die sie angeblich stärken
will.” Kurzzeitpflege wird zum Beispiel in Anspruch genommen, wenn
pflegende Angehörige selbst krank werden, einen Urlaub planen oder
beruflich besonders eingespannt sind. Für bis zu sechs Wochen im Jahr
können zu Hause versorgte Pflegebedürftige dann vorübergehend in eine
stationäre Pflegeeinrichtung einziehen.

“Diese Plätze befinden sich aber fast alle in genau den
Pflegeheimen, denen die Landesregierung gerade den Saft abdreht”,
erklärt Beckmann. Die stationäre Pflege in NRW leidet unter einem
Bettenabbau aufgrund einer vorgeschriebenen Quote von Einzelzimmern,
unter unsicheren Finanzierungsbedingungen und zunehmender Behinderung
durch kommunale Bedarfssteuerung. Gleichzeitig komme die politisch
gewollte Einrichtung ambulant betreuter Wohngemeinschaften mit
weniger als 6.000 bisher geschaffenen Plätzen nicht richtig in Gang,
und auch die Tagespflegeeinrichtungen decken nicht annähernd den
flächendeckenden Bedarf.

“Damit entwickelt sich der rigide Kurs der Landesregierung
zulasten der stationären Pflege zunehmend zu einem Desaster auch für
die Unterstützungsstrukturen von ambulant versorgten
Pflegebedürftigen und deren Angehörigen”, so der
bpa-Landesvorsitzende Beckmann. “Das muss Pflegeministerin Steffens
den Betroffenen erklären, wenn nicht schnell gegengesteuert wird.”

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 9.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über
1.300 in Nordrhein-Westfalen) die größte Interessenvertretung
privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland.
Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der
Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater
Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen
die Verantwortung für rund 290.000 Arbeitsplätze und circa 22.000
Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch
www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei
etwa 23 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Norbert Grote, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle,
Tel.: 0211/311 39 30, www.bpa.de

Original-Content von: bpa – Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., übermittelt durch news aktuell

Beitrag von auf 24. Oktober 2016. Abgelegt unter Gesundheit. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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