Mit Kolja Blacher in die Saison 2020/21 des Symphonieorchester Vorarlberg

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Solist Kolja Blacher leitet das SOV im „Play -Lead“-Format.
 

Die Pandemie ist noch nicht vorbei und spielt auch bei den ersten Konzerten der neuen Abo-Saison eine Rolle. Um die hohe Nachfrage zu bedienen und gleichzeitig die vorgeschriebenen Abstände zu wahren, gibt es je zwei Termine in Feldkirch und Bregenz. Der Garderobenservice und die Pausen entfallen – so werden größere Menschensammlungen vermieden.

Blick nach vorn
Bei Geschäftsführer Sebastian Hazod dominiert die Vorfreude auf den Start: „Ausgangspunkt bei der Konzeption dieser Konzerte war die Bernstein-Serenade. Wir sind sehr glücklich, sie Kolja Blacher aufführen zu können, einem Künstler, der sich gerade mit diesem Werk in zahlreichen Konzerten und Aufnahmen ausgezeichnet hat.“

Hazod schätzt die Genauigkeit und Konsequenz des Berliner Violinisten. „Diese Eigenschaften kommen besonders im ‚Play-Lead‘-Format zum Tragen“, erklärt Hazod. Dabei übernimmt der Solist auch die Rolle des Dirigenten. Vorteile sieht Hazod zum einen im direkteren Draht zwischen Orchester und Solist. Zum anderen habe das Ensemble mehr Eigenverantwortung. Mit „Play-Lead“ hat das SOV bereits gute Erfahrungen gemacht – beispielsweise bei der Eröffnung der vergangenen Spielzeit.

Gefragter Künstler
Kolja Blacher, Jahrgang 1963, hat mit bedeutenden Orchestern und Dirigenten zusammengearbeitet. Dazu zählen unter anderen die Berliner Philharmoniker, das Baltimore Symphony Orchestra sowie Claudio Abbado, Kirill Petrenko und Mariss Jansons. In den vergangenen fünf Jahren hat er mit „Play-Lead“-Konzerten einen neuen Schwerpunkt in seiner künstlerischen Arbeit gesetzt. Dieses immer stärker nachgefragte Format hat er beispielsweise mit dem Melbourne Symphony Orchestra, dem Orchestra Sinfonica di Milano und der Camerata Bern umgesetzt.

Fokus auf den Solopart
Im Zentrum der Konzerte steht Leonard Bernstein (1918 – 1990) mit seiner „Serenade für Solo-Violine, Harfe, Schlagwerk und Streichorchester“. Ihre Uraufführung fand 1954 in Venedig statt, der Solist war Isaac Stern. In Violinkonzerten der Klassik und Romantik stellt das Orchester das Hauptthema vor. Bei Bernsteins Serenade ist es anders: In den ersten vier Sätzen übernimmt die Solo-Violine die Rolle des „führenden Sprechers“. Erst im letzten Satz übernimmt das Orchester die Einleitung.

Zum Auftakt erklingt Samuel Barbers „Adagio for Strings op. 11“. Der US-Amerikaner (1910 – 1981) gilt als Vertreter der neuromantischen Musik. Dieses Werk, sein populärstes, geht auf eine Europareise im Jahr 1936 zurück. Es beschäftigte ihn noch in den 1960er-Jahren, als er es wieder bearbeitete: dieses Mal für Chor und mit dem Text des „Agnus Dei“. Die emotionale Intensität des Stücks trug zu seiner Verbreitung bei: Es wurde bei den Beerdigungen von John F. Kennedy und Grace Kelly gespielt und als Filmmusik (Platoon, Die fabelhafte Welt der Amélie) verwendet.

Eine Reise, in diesem Fall nach England, war auch die Grundlage des Abschluss-Stücks. Für Joseph Haydn (1732 – 1809) begann dort eine Zeit, die ihm großen öffentlichen Erfolg brachte. Haydn nahm nicht nur aktiv am Londoner Musikleben teil, sondern lernte auch als Zuhörer viele Werke kennen. Besonderen Eindruck machten Händels Oratorien „Israel in Ägypten“ und „Der Messias“ auf ihn. 1791 entstand seine Symphonie Nr. 95 als dritte der Londoner Symphonien.

Treues Publikum
Herausheben möchte Sebastian Hazod die ungebrochen große Solidarität der Abonnentinnen und Abonnenten: „Die überwältigende Zahl derjenigen, die gekaufte Tickets für die ausgefallenen Abo-5-Konzerte nicht zurückgefordert haben, gibt uns starken Aufwind.“ Nicht zuletzt diese Reaktionen sowie weitere positive Nachrichten seien der Antrieb des gesamten Orchesters.

Beitrag von auf 14. September 2020. Abgelegt unter Klassische Musik, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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