Neue OZ: Kommentar zu geplantes Moses-Drama von Feridun Zaimoglu

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Lessing auf populär

In Festreden macht es sich immer gut, von den Gemeinsamkeiten der
drei großen monotheistischen Religionen zu sprechen. Die Realität
hinkt den sonntäglichen Visionen immer ein bisschen hinterher. Zum
Beispiel gehört der Islam ohne Zweifel zu Deutschland – aber ins
alltägliche Leben haben ihn präsidiale Reden noch lange nicht
integriert.

Ein Theaterstück wie das geplante Moses-Drama von Feridun Zaimoglu
kann da Wirkungsvolles leisten: Moses ist ein zentraler Stoff für die
drei monotheistischen Weltreligionen, und Zaimoglu hat das Zeug, den
gemeinsamen Kern anschaulich auf die Bühne zu bringen.

Denn Oberammergau ist nicht die hochintellektuelle
Regietheaterbühne, die in aller Tiefe die Gemeinsamkeiten im Sinne
Lessings auslotet. Nein, Oberammergau bietet Theater für ein
Publikum, das anregende Unterhaltung sucht. Damit wird die
Passionsstadt zum populären Forum für die Idee des „abrahamitischen
Trialogs“, des Diskurses von Juden, Christen und Muslimen auf der
gemeinsamen alttestamentarischen Basis. Toi, toi, toi.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Beitrag von auf 30. November 2012. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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