neues deutschland: Kabarettist Thomas Freitag erhält den EDDI

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Am 7. Oktober erhält der Kabarettist Thomas Freitag
in Berlin den Kabarettpreis EDDI. In den 1980er Jahren zählte er mit
seinen Parodien bundesdeutscher Politgrößen zu den Dauergästen im
Fernsehen. Politikerparodien reizen ihn heute nicht mehr, sagt der
66-Jährige im Interview mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung
“neues deutschland” (Mittwochausgabe). “Wer sich mit Brandt, Wehner
und Strauß auseinandersetzte, was soll der mit all diesen heutigen
Kleingrößen anfangen?! Heute könnte Merkel die SPD übernehmen und
Gabriel die CDU. Alles austauschbar.” Im Kabarett über nicht
anwesende Politiker Witze zu machen, sei für ihn “nicht mehr sehr
politisch”, so Freitag weiter. “Ross und Reiter zu nennen ist mehr,
als nur mit Namen zu jonglieren. In der politischen Realität gibt es
im Moment leider keine Intelligenz, die wirklich so gestaltet und
verändert, dass die Demokratie wieder überzeugt.”

Von der Losung, böse Zeiten seien gut fürs Kabarett, halte er
dennoch nichts. “Dagegen habe ich mich immer gesträubt. Der Satz
verleitet zum Zynismus. Sicher, wir lernen zu wenig aus dem, was wir
tun. Aber Zeiten sind nie immer nur böse, sondern immer auch gut.”
Auch bei der deutschen Vereinigung sei einiges schief gelaufen. Er
hätte sich eine “neue Verfassungsdebatte” gewünscht, betont Freitag.
“Das wäre ein historisches Ereignis gewesen! Aber Westdeutschland hat
sich nicht selber in Frage gestellt. So ist Ostdeutschland ein
Abziehbild der Bundesrepublik geworden, die ein mehr oder weniger
schlechtes Abziehbild der Amerikaner war. Es ist bitter, wenn Sieger
nicht aufhören können zu siegen.”

»Europa – der Kreisverkehr und ein Todesfall« heißt das neue
Programm von Thomas Freitag, mit dem er ab Mitte Oktober auf
Deutschlandtournee gehen wird. Die nach dem Schauspieler und
Kabarettisten Edgar Külow (1925-2012) ) benannte Auszeichnung EDDI
ist ein Satire- und Kabarettpreis, der in der DDR von 1981 bis 1988
an Kabarettisten, Karikaturisten und Musiker vergeben wurde. Seit
2013 wird er wieder verliehen. Die bisherigen neuen Preisträger waren
der Puppenspieler Michael Hatzius (2013), die Kabarettistin Simone
Solga (2014) sowie ihr Kollege Uwe Steimle (2015).

Pressekontakt:
neues deutschland
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Telefon: 030/2978-1722

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Beitrag von auf 4. Oktober 2016. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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