NOZ: Interview Medien mit Thees Uhlmann, Musiker

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Thees Uhlmann: Ohne Facebook gäbe es kein Pegida

„Die Spinner haben jetzt einen Internetanschluss“ – Musiker ist
skeptisch gegenüber der „plappernden Blase des Internets“
-Tomte-Comeback nicht in Sicht

Osnabrück. Der Musiker und ehemalige „Tomte“-Frontmann Thees
Uhlmann ist kein Fan von sozialen Netzwerken: „Ich schreibe nur, und
das war es. Auf meiner Facebook-Seite drängeln sich sehr nette Leute
herum, aber ich möchte das nicht zu nah an mich heranlassen. In
dieser ewig plappernden Blase des Internets zu viel Zeit zu
verbringen ist nichts für mich“, sagte er der „Neuen Osnabrücker
Zeitung“ (Samstag). Uhlmann sieht in sozialen Netzwerke sogar eine
Gefahr: „Ich glaube einfach, dass Pegida ohne das deutsche Facebook
nicht möglich wäre. Früher war Pegida, dass sich fünf alkoholische
Spinner in der Eckkneipe einig waren in ihrer Meinung. Inzwischen
haben diese fünf Spinner aber einen Internetanschluss und können sich
mit den anderen 50 000 Spinnern zusammentun. Dann gibt es da noch
einen idiotischen Koksdealer, der den Chef macht, und schon laufen
die in Dresden durch die Gegend und machen einen auf Welle“, sagt
Uhlmann, dessen erster Roman „Sophia, der Tod und ich“ am 8. Oktober
erschienen ist. Um das Internet, soziale Netzwerke, Smartphones,
Marken und Orte hat er in seinem Buch einen Bogen gemacht, weil „ich
auf keinen Fall in diese Popliteraturschiene geraten wollte“. Obwohl
er seit Jahren Songtexte schreibt und vor 15 Jahren bereits ein Buch
veröffentlicht hat, ist Uhlmann das Schreiben seines ersten Romans
nicht leicht gefallen: „Auf Seite 72 habe ich mich gefragt, wie soll
ich jemals dieses Buch fertig bekommen? Was soll denn jetzt noch
passieren? Es war teilweise wirklich heftig, und ich hatte noch nie
so viel Angst zu versagen. Aber dadurch, dass es so eine krasse
Erfahrung war, macht es das Buch für mich auch so wertig. Es ist
schön, das geschafft zu haben“, sagt Uhlmann. Hoffnungen auf ein
baldiges Comeback der Band Tomte wollte der 41-Jährige nicht machen:
„Tomte ist nicht tot, weil ich der Sänger von Tomte bin und es mich
noch gibt. Ich habe ja 2010 gesagt, dass ich meine Solo-Platte mache.
Nun ist es aber so, dass ich mich mit meinen Kollegen von ,Thees
Uhlmann und Band‘ im pursten Sinne des Wortes bandmäßig fühle. Das
ist ein Gefühl, das ich lange nicht mehr hatte. Da ich der festen
Überzeugung bin, dass eine positive Energie in den meisten Fällen zu
guter Kunst führt, möchte ich diese Thees-Sache einfach weitermachen.
Die anderen Mitglieder von Tomte haben auch ihre eigenen Sachen,
deshalb wird es in näherer Zukunft nichts geben.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Beitrag von auf 31. Oktober 2015. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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