Prädikat „besonders wertvoll“ für STRAIGHT OUTTA COMPTON/Kinostart mit Prädikat auch für HITMAN, STAATSDIENER, DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN und die berührende Doku L“CHAIM – AUF DAS LEBEN

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Im Jahr 1986 gründeten die Musiker Dr. Dre, Ice
Cube und Eazy-E in der von Gewalt geprägten kalifornischen Kleinstadt
Compton das Hip-Hop-Kollektiv N.W.A. Schon bald begeistert der harte
Gangsta-Rap der Band nicht nur die Fans, sondern eckt auch bei
Polizei und Staatsgewalt an. In STRAIGHT OUTTA COMPTON (Start: 27.
August) erzählt Regisseur F. Gary Gray die Geschichte von N.W.A. und
bleibt dabei ganz nah bei seinen Protagonisten. Die fünfköpfige
FBW-Jury lobt das Spiel der Darsteller, die sich „die Seele aus dem
Leib spielen“ und die Kamera, die „stets eine distanziert-skeptische
Distanz wahrt“ und schreibt weiter in ihrem Gutachten: „Ein
handwerklich großartiger Film, der den Mythos von N.W.A. beschwört
und nicht nur mit der Musik auch Nicht-Hip-Hop-Begeisterte in seinen
Bann zieht.“ Hierfür vergab sie das höchste Prädikat „besonders
wertvoll“.

In einem Land lange vor unserer Zeit gibt es drei Königreiche.
Jeder der Herrscher ist von etwas besessen. Und jeder der Herrscher
muss einsehen, dass aus dieser Besessenheit nichts Gutes entstehen
kann. Drei Geschichten von Giambattista Basile, des ersten
Märchenerzählers überhaupt, verwebt Regisseur Matteo Garrone in
seinem Film DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN (Start: 27. August). Ob
Riesenflöhe, finstere Seeungeheuer, ein unerklärlicher
Schönheitszauber – all diese Dinge und Geschehnisse werden von
Garrone dank einer hervorragenden Kamera und sensationeller
Ausstattung Teil einer ganz eigenen Fantasiewelt, die, so die Jury
der FBW, „ganz großes Kino“ ist. Sie verlieh dem Film das Prädikat
„besonders wertvoll“ und hebt in ihrer Begründung auch die
„meisterhafte Montage“ und die großartigen darstellerischen
Leistungen von Salma Hayek, Vincent Cassel, Toby Jones und allen
anderen Beteiligten hervor.

In dem Dokumentarfilm L’CHAIM – AUF DAS LEBEN (Start: 27. August)
rückt der Filmemacher Elkan Spiller die Geschichte der Familie seines
Cousins Chaim Lubelski in den Mittelpunkt. Dieser Mann entscheidet
sich, selbst schon über 60 Jahre alt, zu seiner Mutter in ein
Altenwohnheim zu ziehen, um mit ihr zusammen sein zu können. Stück
für Stück legt Lubelski seine eigene Geschichte, aber auch das
Schicksal seiner Mutter und der ganzen Familie, die Opfer des
Holocaust wurde, dar. Die Expertenrunde der FBW sahen hier einen Film
„von großer Integrität, der einen tiefen Einblick in ein singuläres
Schicksal erlaubt, das gleichzeitig ein Massenschicksal ist.“ Sie
vergaben das höchste Prädikat „besonders wertvoll“.

Acht Jahre ist es her, seitdem ein Film die Abenteuer des
Computerspiels „Hitman“ für die Leinwand adaptiert hat. Nun gelingt
Regisseur Aleksander Bach mit der deutsch-amerikanischen Koproduktion
HITMAN: AGENT 47 (Start: 27. August) ein viel versprechendes Reboot
des Franchises. Rupert Friend verkörpert die hochtrainierte
menschliche und doch geklonte Kampfmaschine, die ohne Gefühle agiert
und nur ein Ziel verfolgt: ein skrupelloses Wirtschaftsunternehmen
davon abzuhalten, neue Kampfmaschinen für ihre Zwecke zu klonen. Ein
Auszug aus dem Gutachten der FBW-Jury, die das Prädikat „wertvoll“
vergab: „Der spannende Action-Film besticht durch sein
Rhythmusgefühl, die Musik und hohe Schauwerte.“

Außerdem mit Prädikat im Kino: Der Dokumentarfilm STAATSDIENER. In
der kommenden Woche: Der skandinavische Kinderfilm VILJA UND DIE
RÄUBER.

Mehr Informationen zu aktuellen und kommenden FBW-Empfehlungen
unter www.fbw-filmbewertung.com.

Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) zeichnet
herausragende Filme mit den Prädikaten wertvoll und besonders
wertvoll aus. Über die Auszeichnungen entscheiden unabhängige Jurys
mit jeweils fünf Filmexperten aus ganz Deutschland. Die FBW bewertet
die Filme innerhalb ihres jeweiligen Genres.

Prädikatsfilme vom 27. August 2015

Straight outta Compton

Drama, Musikfilm. Spielfilm. USA 2015.

Kalifornien, 1986. Auf den Straßen ist die Stimmung aufgeladen.
Polizeiliche Gewalt wendet sich willkürlich gegen Schwarze, die
Bandenkriminalität steigt an, Drogen und Waffen erobern nicht nur die
Metropolen, sondern auch Kleinstädte wie Compton in der Nähe von
L.A.. Zu diesem Zeitpunkt beschließen drei Jungs, mit ihrer Musik ein
Statement zu setzen. Sie heißen Eazy-E, Ice-Cube und Dr. Dre und
formieren sich mit Freunden zum Kollektiv N.W.A („Niggaz Wit
Attitudes“). Ihre aggressive Form des Gangsta-Rap wendet sich mit
ihren Texten gegen die Polizeigewalt, das Versagen der Justiz und
verfolgt ein klares Ziel: die schwarze Bevölkerung soll eine Stimme
bekommen, sich auflehnen gegen die Unterdrückung. Mit dem Album
startet die Band voll durch. Es folgen Plattenverträge, Drogen,
Frauen, und jede Menge Partys. Aber auch Streit, Neid und Misstrauen.
Denn in einem Kollektiv von Alpha-Tieren können aus Freunden schnell
Feinde werden. Mit dem Künstlerporträt STRAIGHT OUTTA COMPTON gelingt
Regisseur F. Gary Gray ein authentischer und realistischer Sprung
zurück in das Amerika von vor 30 Jahren. In fast dokumentarischem
Stil wird der Zuschauer in die Welt der Gangs hineingeworfen, die mit
Drogen dealen, während unschuldige Mitbürger willkürlich von
Polizisten schikaniert werden. Mit diesem Hintergrund gelingt es dem
Film, eine Brücke ins Hier und Jetzt zu schlagen, denn an den
Umständen hat sich bis heute nicht viel geändert. Es ist eine Welt
ohne Gerechtigkeit, in die N.W.A. hinein geboren werden. Und es ist
diese Welt, die die Band den ganzen Film über begleitet. Denn selbst
wenn die gut ausgestatteten Szenerien wechseln und kalifornische
Villen mit Pool die schmutzigen Straßen der Vorstadt ersetzen, so
bleibt Compton doch stets präsent. Auch durch die Musik und den
harten unerbittlichen Gangsta-Rap, der sich wie ein rhythmisch
peitschendes und antreibendes Ausrufezeichen über den Film legt. Die
Auftritte von N.W.A. sind atmosphärisch dicht inszeniert, die Dialoge
der Jungs wirken authentisch und ungekünstelt. Jeder der einzelnen
Schauspieler, ob Haupt- oder Nebenrolle, verkörpert seinen Part nicht
nur als Huldigung an das Original, sondern glänzt mit
darstellerischer Tiefe und Wahrhaftigkeit. Eine grandiose Kamera
folgt den Protagonisten auf Schritt und Tritt und lässt den Zuschauer
zum Teil des Kollektivs werden. STRAIGHT OUTTA COMPTON ist ein
ehrliches Künstlerporträt und eine authentische Milieustudie einer
Zeit, in der sich drei stolze schwarze Musiker erlaubten, eine
Meinung zu haben. Und sie der Welt zu verkünden. Ein außergewöhnlich
starker Film über ein starkes Stück Musik- und Zeitgeschichte. Nicht
nur für Fans ein Muss.

http://www.fbw-filmbewertung.com/film/straight_outta_compton

Das Märchen der Märchen

Fantasy, Spielfilm. Frankreich, Italien 2015.

Es war einmal, in einem Land lange vor unserer Zeit. Da gab es
drei Königreiche, in denen die jeweiligen Herrscher einer Art der
Besessenheit erliegen. Die Königin von Longtrellis wünscht sich
nichts sehnlicher als einen Erben, für den sie sogar das Leben Ihres
Mannes aufs Spiel setzt. Der König von Strongcliff ist der Herrscher
über alle Frauen in seinem Königreich. Nur zwei Schwestern haben sich
ihm noch nicht „dargeboten“. Beharrlich verfolgt er sein Ziel, das
Herz der einen zu erobern, ohne sie je gesehen zu haben. Dass es
dafür einen Grund gibt, ahnt der König noch nicht. Auf der anderen
Seite des Landes wiederrum herrscht der König von Highhills. Seine
ganze Liebe gilt seiner wunderschönen Tochter Violet. Das ändert sich
jedoch, als er einem Floh begegnet. Und für diesen sogar das Glück
seiner Tochter opfert. Im 17. Jahrhundert galt der italienische
Schriftsteller Giambattista Basile als einer der ersten
Märchenerzähler überhaupt. Seine fantastischen Geschichten sprühten
vor grotesken Ideen und magischen Welten. Der italienische
Filmemacher Matteo Garrone hat nun die Welt Basiles mit spektakulären
und prachtvollen Bildern kaleidoskopartig auf die Leinwand gezaubert.
Er schafft so eine eigene fantastische Welt, in der die Figuren wie
Lichter aufblitzen und in der die Farben regieren. Wundervolle
Landschaftsaufnahmen wechseln sich ab mit kunstvoll arrangierten und
durchkomponierten Szenenbildern. Die Besetzung ist mit Salma Hayek,
Vincent Cassel, Toby Jones, John C. Reilly hochkarätig und verleiht
dem Fantasy-Spektakel zusätzlichen Glanz. Die Musik von Alexandre
Desplat erschafft zudem eine gruselig-märchenhafte Stimmung. DAS
MÄRCHEN DER MÄRCHEN ist Fantasie, Magie und Spektakel in einem. Zum
Träumen, zum Gruseln, zum Genießen.

http://www.fbw-filmbewertung.com/film/das_maerchen_der_maerchen

http://www.fbw-filmbewertung.com/film/staatsdiener

L’Chaim – Auf das Leben! Dokumentarfilm. Deutschland 2014.
Startdatum: Prädikat besonders wertvoll

Chaim Lubelski ist 63 Jahre alt, als er sich entscheidet, mit
seiner Mutter zusammen in ein Ein-Zimmer-Appartment in einem
Altenwohheim zu ziehen. Er will nicht, dass sie allein leben muss,
fühlt sich verantwortlich und will sich um sie kümmern. Er selbst war
Zeit seines Lebens immer in der ganzen Welt unterwegs. Er hat viel
Geld gemacht, mehr noch verloren. Doch immer gingen ihm seine Eltern
über alles. Die Eltern, die das Konzentrationslager überlebt haben
und unter dem Trauma litten. Dieses Trauma hat auch Chaim
verinnerlicht. Und er nimmt es an. So wie alles im Leben. Der
Filmemacher Elkan Spiller ist der Cousin von Chaim und war schon
immer von der Geschichte seines nahen Verwandten fasziniert.
Ausgehend von Chaims ganz besonderer Lebenssituation mit seiner
Mutter gibt er ihm in dem Film den Raum, nicht nur von sich selbst zu
erzählen. Denn es geht Chaim gar nicht so sehr um sich selbst. Er
redet viel über die Eltern, über ihre Einstellung zum Leben, das
Erlebnis der Shoah, die jiddischen Traditionen, die Bürde der
ständigen Sorge. Und über seine Verpflichtung, diese Bürde
anzunehmen. Im Zusammenspiel von Filmemacher und Porträtiertem ist
eine große Vertrautheit spürbar, ohne die ein solch intimer und
hochspannender Dokumentarfilm nicht hätte entstehen können. Die
Kamera nähert sich oft von hinten, hält respektvollen Abstand, der
Film konzentriert sich auf Chaims Worte und lässt dem Zuschauer
anhand einer ruhigen Erzählweise Zeit, diese klugen Aussagen sacken
zu lassen. Nach dem Tod der Mutter reist Chaim noch einmal an die
Cote d’Azur, wo er lange Zeit lebte. Er will sich treiben lassen.
Ziele habe er nicht mehr. Einfach nur leben. Ein bewegender
Dokumentarfilm über eine faszinierende charismatische Persönlichkeit,
deren Name auch einen Wunsch beinhaltet: L’Chaim! Ein Film als ein
Hoch auf das Leben.

http://www.fbw-filmbewertung.com/film/l_chaim_auf_das_leben

http://www.fbw-filmbewertung.com/film/hitman_agent_47

Pressekontakt:
Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
Schloss Biebrich Rheingaustraße 140
65203 Wiesbaden

Tel: 0611/ 96 60 04 -18
Fax: 0611/ 96 60 04 -11
info@fbw-filmbewertung.com
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Beitrag von auf 26. August 2015. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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