Scheller läuten zur Nassereither Fasnacht den Frühling ein

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Traditionelle Stickereien der Fasnachtsgewänder (c) Fasnachtskomitee Nassereith (Imst Tourismus)
 

Man muss nicht nach Afrika oder in die Südsee reisen, um archaisch- mystische Maskenrituale zu erleben, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. In der Ferienregion Imst ist mit der „Nassereither Fasnacht“ ein – bis heute zutiefst tirolerischer und traditioneller – Brauch lebendig.

Nirgendwo im Alpenraum haben Fasnachts-Umzüge eine vergleichbare Bedeutung für die Menschen wie in der Tiroler Ferienregion Imst. Mit ungebrochener Begeisterung verkleiden sich ausschließlich die Männer der Region, um „ihr Ritual“ auszuführen. Mit Tänzen, Sprüngen, Schreien und den geräuschvollen Glocken machen sich die farbenprächtig Maskierten alle drei Jahre im Fasching auf den Weg durch Nassereith. In Kürze ist es nun wieder soweit: Am Sonntag, 17. Februar 2019 ziehen die Scheller – nach dieser jahrhundertealten Tradition und mit streng festgelegten Regeln – durch den Ortskern. Sie werden Sackner, Kehrer, Spritzer und Roller genannt und wirken teilweise wie aus einer fernen Kultur, weil ihre Verkleidungen auf Jahrhunderte alte Formen zurückgehen. Ihre ausdrucksstarken Holzmasken wurden von Künstlern aus der Ferienregion Imst geschaffen und dürfen nur „Lårven“ genannt werden. Sie sind oft seit Generationen in Familienbesitz und verlassen wegen ihrer wertvollen Schnitzereien nur zu besonderen Anlässen wie der Fasnacht das Haus. Sehenswert sind auch die farbenprächtigen Seidenkostüme der Scheller: von Hand gefertigte Unikate, verziert mit kunstvollen Stickereien.

Tradition und Ehrensache

Bei dem Ritual geht es immer um den Sieg des Frühlings über den Winter, dargestellt durch die Figuren des Bären und des Bärentreibers. Die Reihenfolge der auftretenden Figuren ist durch überlieferte Regeln festgelegt. Allen voran schnalzen die Schnöller mit ihren „Goaßln“ den Weg von bösen Geistern frei. Zur Tradition gehört es, dass auch die weiblichen Figuren von Männern dargestellt werden, also Hexen und die typische Kübelemaje. Beim Nassereither Schellerlaufen dabei zu sein ist für alle Nassereither Ehrensache und hingebungsvoll gelebte Tradition. Die älteste urkundliche Erwähnung der Nassereither Fasnacht geht sehr weit zurück, vermutlich bis ins Mittelalter. Schellerlaufen heißt der Brauch, nachdem die maskierten Figuren teilweise riesengroße Glocken tragen, die eine zentrale Bedeutung des Brauchtums darstellen und mit dessen „Schellen“ der Winter verabschiedet wird. Seit 2012 zählt der imposante, farbenprächtige Brauch zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe. www.imst.at; #JedenTagTirol

Wichtiger Termin:
17.02.19: Nassereither Schellerlaufen

www.fasnacht-nassereith.at; www.fasnacht.at; www.imst.at/fasnacht

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Beitrag von auf 20. Dezember 2018. Abgelegt unter Urlaub & Reisen, Vermischtes. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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