Verena Altenberger will die Buhlschaft mit extremem Kurzhaar spielen

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Verena Altenberger will die Buhlschaft mit extremem Kurzhaar spielen

Schauspielerin hatte sich für die Rolle einer Krebskranken eine Glatze rasiert und möchte bei den Salzburger Festspielen auf eine Perücke verzichten – Erschütternde Erfahrungen bei Dreharbeiten auf Lesbos

Osnabrück. Verena Altenberger (33), österreichische Schauspielerin, will die Buhlschaft im „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen in diesem Jahr als erste Darstellerin mit extremem Kurzhaar spielen. Sie habe bis vor wenigen Tagen in einem Liebesdrama die Rolle einer Krebskranken gespielt und sich dafür eine Glatze rasieren lassen, sagte Altenberger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Bis zur Premiere des „Jedermann“ am 17. Juli wird daraus allenfalls eine Kurzhaarfrisur. Mit Regisseur Michael Sturminger sei sie sich einig, die Buhlschaft mit Stoppelhaar zu spielen.

„Ich musste mir natürlich von den Festspielen bescheinigen lassen, dass ich mir für den Film die Haare abrasieren darf“, sagte Altenberger der NOZ. „Die habe ich bekommen, und dann hieß es auch: Ist ja Theater, da können wir mit Perücke arbeiten. Aber eigentlich finde ich: Ist es nicht egal, welche Frisur die Buhlschaft hat? Die Rolle kann sich heute doch nicht mehr darüber definieren, was da auf dem Kopf wächst. Die erste Buhlschaft ohne Wallemähne würde mir jedenfalls mehr bedeuten, als die erste Salzburgerin in dieser Rolle zu sein. Das hätte für mich eine Aussagekraft.“

Intensive Erfahrungen machte Altenberger auch, als sie für ihre Rolle einer Flüchtlingshelferin im Kinofilm „Me We“ auf der griechischen Insel Lesbos war und das mittlerweile abgebrannte Lager Moria besuchte: „Ich bin immer davon ausgegangen, dass ich ,woke‘ bin – man kennt sich aus, ist eher links, hat viel gelesen und gesehen. Und dann war ich vor Ort und musste feststellen: Wir wissen nichts. Man kann nicht aus den Fernsehnachrichten oder einem Zeitungsartikel verstehen, wie viel Leid und Panik da herrschen. In diesem Lager wird die Hoffnungslosigkeit gezüchtet.“

Als besonders schlimm habe sie das Nachstellen der Anlandung eines Flüchtlingsbootes empfunden, sagte Altenberger: „Das Meer war total ruhig, ein griechischer Strand, 100 Meter weiter liegen die Touristen. Die Boote sind so voll, dass man darin auf Holzplatten knien muss, und jede noch so kleine Welle lässt das Boot total schaukeln, geht durch den ganzen Körper und ist wie ein Folterinstrument. In so einem Boot sind weit über 50 Menschen, es ist so eng, dass man die Knie nicht mal anders belasten kann, da sind Babys, und da sind Tote, die auch noch eingequetscht sind. Ich brauchte nur einmal bei dieser Übung im Boot zu knien, um zu verstehen, warum man da Panik bekommt. Man kann sich nicht vorstellen, wie unfassbar schlimm das ist, mit so einem Schlauchboot in der Nacht übers Mittelmeer zu kommen.“

Am kommenden Sonntag ist Verena Altenberger zum dritten Mal in der Rolle der Streifenpolizistin Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff im Polizeiruf 110 aus München zu sehen.

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Beitrag von auf 18. Juni 2021. Abgelegt unter Kunst & Kultur. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Nachricht hinterlassen oder Trackback

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