Vorstellung der neuen DIA-50plus-Studie „Einzigartigkeit des Alterns“ am 22. August 2018 im Bundesministerium für Gesundheit (FOTO)

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Die neue DIA-50plus-Studie „Einzigartigkeit des Alterns“
präsentierten das Meinungsforschungsinstitut INSA-CONSULERE und das
Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) am 22. August 2018 im
Bundesministerium für Gesundheit. Bundesgesundheitsminister Jens
Spahn bedankte sich bei den Autoren der Studie für ihre wegweisende
Arbeit, die mit ihren vielfältigen Erkenntnissen zu ganz
unterschiedlichen Lebensbereichen und Themenfeldern Politik und auch
Wissenschaft wichtige Hinweise gibt. Spahn weiter: „Die Ergebnisse
der INSA-Studie zeigen, dass ältere Menschen nicht weniger
leistungsfähig sind als jüngere, sondern dass sie anders
leistungsfähig sind.“

DIA-Sprecher Klaus Morgenstern stellte fest, dass es bei der
50plus-Studie darum gehe, eine Kultur des aktiven Alterns zu
unterstützen. Älteren Menschen müsse, wenn sie es wünschen, die
Chance gegeben werden, sich länger auf dem Arbeitsmarkt zu halten und
so lange wie möglich gesund, aktiv und unabhängig leben zu können.
INSA-Geschäftsführer Hermann Binkert, wies darauf hin, dass die
Altersgruppen der zweiten Lebenshälfte weiter an Bedeutung gewinnen.
So sind 51 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland über 50
Jahre alt. Gleichzeitig entspricht dies 56 Prozent der
Wahlberechtigten und ca. 60 Prozent der Wähler. Die INSA-Studien
50plus (Studie 2011 „Vielfalt des Alterns“, Studie 2014 „Bewusster
Leben“) nehmen ganz bewusst die Altersgruppe der zweiten Lebenshälfte
in den Blick und vergleichen deren Sicht der Dinge mit der der unter
50-Jährigen. Das Markt- und Sozialforschungsinstitut INSA-CONSULERE
befragt dazu im Drei-Jahres-Rhythmus eine repräsentative Gruppe von
rund 3.000 erwachsenen Personen*.

Ergebnisse

Man fühlt sich im Schnitt 10 Jahre jünger – mehrheitlich werden
erst über 70-Jährige als „alt“ angesehen

Der Unterschied zwischen dem gefühlten und dem tatsächlichen Alter
beträgt ein Jahrzehnt, die unter 40-Jährigen finden, dass man ab 60
Jahren zu den „Alten“ zählt. Bei den über 40-Jährigen zählt man erst
nach dem 70. Lebensjahr zu den „Alten“.

Die Einschätzung, wann das „Alter“ beginnt, variiert zwischen den
einzelnen Berufsgruppen.

Angestellte, Beamte und Selbstständige/Freiberufler geben am
häufigsten an, dass das „Alter“ ab 70 Jahren beginnt. Ungelernte
Arbeiter geben am häufigsten an, dass das „Alter“ schon ab 60 Jahren
beginnt. Interessant ist, dass für knapp jeden fünften (17 %)
Freiberufler das „Alter“ sogar erst ab 80 Jahren beginnt. Bei
Angestellten und Beamten gilt dies für nur acht bzw. sieben Prozent
der Befragten.

Die Lebensqualität der mittleren Altersgruppen wird am häufigsten
als gut eingeschätzt

Vier von fünf Befragten (79 %) und damit mehr als für jeden
anderen Lebensabschnitt schätzen die Lebensqualität der Erwachsenen
mittleren Alters als gut ein. Deutlich schlechter wird die
Lebensqualität der Älteren, Senioren und Rentner eingeschätzt. Gerade
einmal jeder zweite Befragte (52 %) schätzt die Lebensqualität dieser
Altersgruppe als gut ein. Interessant: Die Befragten über 70-Jährigen
schätzen ihre Lebensqualität zu 60 Prozent gut ein. Bei den Befragten
unter 30-Jährigen denken nur 46 Prozent, dass die Lebensqualität der
Senioren gut sei.

Je älter die Befragten, desto häufiger möchten sie so lange
arbeiten, wie sie gesundheitlich dazu in der Lange sind.

Die unter 60-Jährigen wollen im Schnitt nicht länger arbeiten als
bis zum 63. Lebensjahr. Ab dem 60. Lebensjahr steigt die
Bereitschaft, bis zum 67. Lebensjahr zu arbeiten.

Altersunterschiede zeigen sich auch bei der Größe des zur
Verfügung stehenden Wohnraums.

Bis zur Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen steigt der Anteil
derer, die mehr als 101 Quadratmeter haben kontinuierlich über die
Altersgruppen an. Ab der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen sinkt
dieser Anteil wieder ab. In der Klasse unter 30 Quadratmetern ergibt
sich folgendes Bild: je jünger die Befragten, desto häufiger leben
sie auf beengtem Raum.

Alltagshilfen sind bekannt und werden akzeptiert

Die Befragten sind sehr offen gegenüber Alltagshilfen. Ob
Rollator, Treppenlift oder Mobiler Pflegedienst, jeweils 80 Prozent
und mehr kennen die wichtigsten Alltagshilfen. Die Mehrheit der
Befragten kann sich vorstellen, diese auch zu nutzen, oder nimmt sie
bereits in Anspruch.

Die Sicht auf Hörgeräte ändert sich

Während sowohl ältere als auch jüngere Befragte mit Hörgeräten am
ehesten Schwerhörigkeit verbinden, sehen fast zwei Drittel der
Befragten über 50 Jahre in einem Hörgerät ein Mittel zur besseren
Kommunikation und Interaktion. Bei den Befragten unter 50 Jahren
sieht dies knapp jeder Zweite so. Knapp vier von zehn Befragten über
50 Jahren verbinden mit einem Hörgerät auch eine größere Sicherheit
im Straßenverkehr, diese Ansicht wird von jedem Vierten unter 50
Jahren geteilt.

Selbständigkeit kommt an, macht aber nicht nur zufrieden

Für zwei Drittel der Deutschen (63 % der unter 50-Jährigen und 66
% der über 50-Jährigen) ist die Selbständigkeit eine gute berufliche
Alternative. Etwa jeder zehnte Befragte ist selbständig. Weiter kann
sich jeder fünfte Befragte (20 %) vorstellen, sich selbständig zu
machen. Interessant: Gut jeder dritte unter 50-Jährige (37 %), aber
nur jeder neunte über 50-Jährige (11 %) kann sich vorstellen, sich
selbständig zu machen. Allerdings würde sich nur jeder zweite
Befragte, der selbständig war bzw. ist wieder für die Selbständigkeit
entscheiden.

Das Internet durchdringt alle Lebensbereiche

Zu Recherchezwecken nutzen sieben von zehn Befragten – unabhängig,
ob sie unter oder über 50 sind – das Internet. Online-Shopping ist
bei den unter 50-Jährigen deutlich beliebter (72 %) als bei den über
50-Jährigen. Auch Online-Banking und Streaming-Dienste werden
überwiegend von jüngeren Befragten genutzt. Etwa jeder zweite über
50-Jährige würde bei schnellerem Internet allerdings auch
Online-Shopping oder Online-Banking betreiben.

Vom „automatisierten Fahren“ gehört, aber nicht wissen, was damit
gemeint ist

Jeder zweite unter 50-Jährige (53 %) und fast zwei Drittel der
über 50-Jährigen (62 %) haben schon vom „automatisierten Fahren“
gehört. Aber von denen, die davon gehört haben, meinen vier von fünf
Befragten (79 %), dass es sich dabei um fahrerlose, autonome
Fahrzeuge handelt. Das ist aber nicht der Fall. Nur 7 Prozent der
Befragten verstehen darunter das, was es ist – ein selbstfahrendes
Fahrzeug, bei dem sowohl Fahrer als auch Maschine das Fahrzeug
steuern und der Fahrer bestimmen kann, wie stark er eingreifen
möchte. Die Begeisterung für automatisches Fahren nimmt mit dem Alter
deutlich ab. Während 62 Prozent der 18- bis 29-Jährigen gerne ein
solches Auto fahren würden, sind dies bei den ab 80-Jährigen nur noch
22 Prozent. Dementsprechend lehnen 62 Prozent der über 50-Jährigen
das automatisierte Fahren ab, während dies nur bei 42 Prozent der
unter 50-Jährigen der Fall ist.

Private Fahrdiensten wie mytaxi und Uber werden vor allem bei den
Jüngeren präferiert. Jeder zweite Befragte unter 50 könnte sich eine
Nutzung vorstellen (53 %), während nur 31 Prozent der über
50-Jährigen sich eine solche Nutzung vorstellen könnten.

Auch die dritte 50plus-Generationenstudie dokumentiert die
Einzigartigkeit des Alterns und zeigt, dass starre Altersgrenzen
keinen Sinn machen. Gerade der technische Fortschritt, die
Digitalisierung und neue Chancen der Mobilität sind wichtige
Möglichkeiten für ein langes selbstbestimmtes Leben. Unterstützt
wurde die aktuelle INSA/DIA-50plus-Studie u. a. durch folgende
Kooperationspartner: Bundesverband Initiative 50Plus, RKW
Kompetenzzentrum, Lifta, terzo Gehörtherapie und Town & Country Haus.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.50plus-studie.de

Die vierte 50plus-Studie erscheint im Jahr 2020.

*Im INSA-Modus-Mixta wurden vom 29.03. bis 08.06.2017 insgesamt
3.061 Personen für die INSA-Studie 50plus befragt. Die
Grundgesamtheit umfasste dabei die deutschsprachige Bevölkerung ab 18
Jahren. In der Befragung wurde eine Stichprobengröße von 1.010
Befragten unter 50 Jahren und 2.051 Befragten über 50 Jahren
erreicht. Beide Gruppen (unter 50 Jahre, über 50 Jahre) sind dabei
repräsentativ für die zugehörigen Alterskohorten. Für die Studie
wurden je ca. 1.500 Interviews in einer Online Befragung und einer
telefonischen Befragung erhoben. Dabei wurden je ca. 500 Interviews
von Personen unter 50 Jahren und je ca. 1.000 Interviews von
Befragten über 50 Jahren beantwortet.

Pressekontakt:
Dr. Anna-Lisa Neuenfeld
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit
INSA-CONSULERE
0361/38039570
neuenfeld@insa-consulere.de

Original-Content von: INSA-CONSULERE GmbH, übermittelt durch news aktuell

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